Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Bayreuther Katalyse-Spezialist will Saudis Kunststoffe maßschneidern

05.02.2002


Diese Unterschrift bringt Professor Helmut Alt 450.000 Euro. Auf dem Bild v.r.: SABIC-Repräsentanten Dr. Abu-Raquabah, Dr. Al Khodairi, Prof. Alt, Uni-Präsident Prof. Ruppert und Dr. Ludwigs (Technologietransfer)


Die Entwicklung neuer Materialien in Form maßgeschneiderte neue Kunststoffe (Polyolefine) ist das Ziel einer vorerst dreijährigen Kooperation des Bayreuther Katalyse-Spezialisten Professor Helmut Alt mit der saudischen SABIC, dem weltweit größte Hersteller petrochemischer Produkte.

Heute Vertrag mit weltweit größtem Hersteller petrochemischer Produkte (SABIC) unterzeichnet
Bayreuther Katalyse-Spezialist will für Saudis maßgeschneiderte Kunststoffe entwickeln
Projekt läuft drei Jahre und beschäftigt fünf Doktoranden - Forscheraustausch mit Riad

Bayreuth (UBT). Zum ersten Mal kooperiert der weltweit größte Hersteller petrochemischer Produkte, die saudische SABIC (Saudi Basic Industries Corporation) bei einem längerfristigen Forschungsprojekt mit einer deutschen Universität. Vertreter der Firma mit Sitz in Riad (Königreich Saudi Arabien) schlossen heute in Bayreuth mit dem Bayreuther Chemie-Professor Dr. Helmut G. Alt einen Kooperationsvertrag über drei Jahre. Die Zusammenarbeit beschert der Arbeitsgruppe des Katalyse-Spezialisten 450.000.- Euro an Drittmitteln für diesen Zeitraum. Ziel der Zusammenarbeit ist es, neue Materialien in Form maßgeschneiderte neue Kunststoffe (Polyolefine) zu entwickeln.
Die Zusammenarbeit war durch den international sehr guten Ruf des Bayreuther Wissenschaftlers zustande gekommen, dessen Arbeitsgruppe in den letzten Jahren rund 60 Forschungsergebnisse publizierte und mehrere Patente hält. Seine saudischen Partner seien vor allem daran interessiert, die immensen Erdölvorräte des Königreichs auf der arabischen Halbinsel nicht allein zur Energiegewinnung einzusetzen, sondern Wertstoffe als neuartige Kunststoffe zu erzeugen, sagte Professor Alt. Dazu wolle man in Form solcher Kooperationen eigene Technologien entwickeln. Er wies darauf hin, dass auch die Beschäftigung der Universität mit neuen Materialien den Blick der saudischen Partner auf Bayreuth gelenkt hätten.
Mit dem Projekt werden in den Labors des Chemie-Professors etwa fünf Doktoranden beschäftigt. Alt betonte, es sei geregelt, dass die Forschung frei und keinen Zielvorgaben des Partners ausgesetzt ist. Mit dem Vertrag werde auch ein gegenseitiger Austausch der Forscher von SABIC und der Universität möglich, die eng zusammenarbeiten würden. Saudische Spezialisten würden in die Bayreuther Labors kommen, Bayreuther Forscher das SABIC-Forschungs- und Entwicklungszentrum in Riad besuchen, in dem auf 33 ha Fläche über 500 multinationale Forscher und Wissenschaftler arbeiten.
Diesen Aspekt unterstrich auch Bayreuths Universitätspräsident Professor Helmut Ruppert. Man erhoffe sich über solche Kooperationen mit der Industrie für interessierte, junge Wissenschaftler eine verstärkte Zusammenarbeit auch in anderen Wissenschaftsbereichen.
Von den Bayreuther "Forschungseinrichtungen und den Köpfen" beeindruckt äußerte sich SABIC-Vertreter Dr. Fahad Abdulaziz Al-Khodairi nach dem Besuch der Bayreuther Forschungseinrichtungen. Er sei nach diesen Eindrücken sicher, dass sich eine erfolgreiche Zusammenarbeit entwickeln werde.
Die erst 1976 gegründete saudische Firma beschäftigt weltweit 16.000 Mitarbeiter, ist die zweitgrößte im saudischen Königreich und produziert jährlich 13 Millionen Tonnen petrochemischer Produkte. Sie ist zu 70% in Staatsbesitz und kooperiert weltweit mit Forschungsstätten.

Jürgen Abel M. A. | idw

Weitere Berichte zu: Katalyse-Spezialist Kunststoff

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Biowissenschaften Chemie:

nachricht Pflanzlicher Wirkstoff lässt Wimpern wachsen
09.12.2016 | Fraunhofer-Institut für Angewandte Polymerforschung IAP

nachricht Wolkenbildung: Wie Feldspat als Gefrierkeim wirkt
09.12.2016 | Karlsruher Institut für Technologie

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Biowissenschaften Chemie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Elektronenautobahn im Kristall

Physiker der Universität Würzburg haben an einer bestimmten Form topologischer Isolatoren eine überraschende Entdeckung gemacht. Die Erklärung für den Effekt findet sich in der Struktur der verwendeten Materialien. Ihre Arbeit haben die Forscher jetzt in Science veröffentlicht.

Sie sind das derzeit „heißeste Eisen“ der Physik, wie die Neue Zürcher Zeitung schreibt: topologische Isolatoren. Ihre Bedeutung wurde erst vor wenigen Wochen...

Im Focus: Electron highway inside crystal

Physicists of the University of Würzburg have made an astonishing discovery in a specific type of topological insulators. The effect is due to the structure of the materials used. The researchers have now published their work in the journal Science.

Topological insulators are currently the hot topic in physics according to the newspaper Neue Zürcher Zeitung. Only a few weeks ago, their importance was...

Im Focus: Rätsel um Mott-Isolatoren gelöst

Universelles Verhalten am Mott-Metall-Isolator-Übergang aufgedeckt

Die Ursache für den 1937 von Sir Nevill Francis Mott vorhergesagten Metall-Isolator-Übergang basiert auf der gegenseitigen Abstoßung der gleichnamig geladenen...

Im Focus: Poröse kristalline Materialien: TU Graz-Forscher zeigt Methode zum gezielten Wachstum

Mikroporöse Kristalle (MOFs) bergen große Potentiale für die funktionalen Materialien der Zukunft. Paolo Falcaro von der TU Graz et al zeigen in Nature Materials, wie man MOFs gezielt im großen Maßstab wachsen lässt.

„Metal-organic frameworks“ (MOFs) genannte poröse Kristalle bestehen aus metallischen Knotenpunkten mit organischen Molekülen als Verbindungselemente. Dank...

Im Focus: Gravitationswellen als Sensor für Dunkle Materie

Die mit der Entdeckung von Gravitationswellen entstandene neue Disziplin der Gravitationswellen-Astronomie bekommt eine weitere Aufgabe: die Suche nach Dunkler Materie. Diese könnte aus einem Bose-Einstein-Kondensat sehr leichter Teilchen bestehen. Wie Rechnungen zeigen, würden Gravitationswellen gebremst, wenn sie durch derartige Dunkle Materie laufen. Dies führt zu einer Verspätung von Gravitationswellen relativ zu Licht, die bereits mit den heutigen Detektoren messbar sein sollte.

Im Universum muss es gut fünfmal mehr unsichtbare als sichtbare Materie geben. Woraus diese Dunkle Materie besteht, ist immer noch unbekannt. Die...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Firmen- und Forschungsnetzwerk Munitect tagt am IOW

08.12.2016 | Veranstaltungen

NRW Nano-Konferenz in Münster

07.12.2016 | Veranstaltungen

Wie aus reinen Daten ein verständliches Bild entsteht

05.12.2016 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Hochgenaue Versuchsstände für dynamisch belastete Komponenten – Workshop zeigt Potenzial auf

09.12.2016 | Seminare Workshops

Ein Nano-Kreisverkehr für Licht

09.12.2016 | Physik Astronomie

Pflanzlicher Wirkstoff lässt Wimpern wachsen

09.12.2016 | Biowissenschaften Chemie