Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Highlights des Exzellenzclusters "Makromolekulare Komplexe"

23.11.2006
In einem Pressegespräch am Mittwoch, den 29.11.2006 stellen die Universität Frankfurt und das MPI für Biophysik (Nobelpreisträger Prof. Hartmut Michel) Inhalte des neuen Exzellenzclusters "Makromolekulare Komplexe" vor.

Thematische Schwerpunkte sind die Proteinforschung und ihre Bedeutung für die pharmazeutische Forschung sowie neue Geräteentwicklungen in der Elektronenmikroskopie.

Die Erforschung makromolekularer Proteinkomplexe in der Zelle ist nach der Entschlüsselung des menschlichen Genoms der nächste große Schritt auf dem Weg zum Verständnis der Lebensvorgänge. Im Zentrum der Aufmerksamkeit stehen die etwa 1022 Proteine des menschlichen Körpers und ihr Zusammenwirken in der Zelle.

Proteine entstehen durch das Auslesen und Umsetzen des genetischen Codes in lange Molekülketten. Ihre Funktion erhalten sie jedoch erst durch eine Reihe komplizierter Faltungen - so wie ein Wollfaden erst wärmt, wenn er zu einem Pullover verstrickt wird. Da es für die dreidimensionale Struktur eine ungeheure Vielfalt potentieller Möglichkeiten gibt, ist die Vorhersage auch mit den leistungsfähigsten Computern derzeit nur ansatzweise möglich.

Nur ein Bruchteil der Proteinstrukturen ist bisher experimentell aufgeklärt worden, auch wenn es inzwischen nicht mehr 20, sondern nur noch etwa sechs Jahre dauert, die Struktur und Funktion einer solchen "molekularen Maschine" zu verstehen. Da viele Proteine ihre Funktion darüber hinaus nicht allein, sondern im Konzert mit anderen Proteinen im dicht bevölkerten Inneren der Zelle erfüllen, wird die Aufgabe noch einmal komplizierter, wenn man die Abläufe in diesem molekularen Maschinenpark intelligenter Nano-Maschinen verfolgen möchte. Dies ist letztlich das Ziel des Exzellenzclusters "Makromolekulare Komplexe", wobei der Schwerpunkt sowohl auf den Proteinen in den Zellmembranen als auch auf dem Zusammenwirken löslicher Proteinkomplexe liegt.

Beide Forschungsschwerpunkte versprechen durch die Aufklärung von Defekten und Fehlern im molekularen Zusammenspiel der Proteine wichtige Beiträge zur Pharmaforschung. Besondere Aufmerksamkeit gilt den Alterungsprozessen in Mitochondrien sowie neurodegenerativen Erkrankungen wie z.B. Morbus Parkinson.

Um die hoch gesteckten Ziele erreichen zu können, investieren wir die Hälfte der bewilligten Fördersumme, die etwa dem Volumen von vier bis fünf Sonderforschungsbereichen entspricht, in die Berufung brillanter Köpfe auf neun neu geschaffene Professuren. Frankfurt verfügt im Bereich der Aufklärung von Struktur und Dynamik makromolekularer Komplexe bereits über ein weltweit einzigartiges und über viele Jahre gewachsenes Netzwerk kooperierender Forschungseinrichtungen. Es bestehen daher gute Chancen, international führende Koryphäen und vielversprechende Nachwuchswissenschaftler an diesen attraktiven Standort zu berufen. Ein Viertel der Fördersumme geht in die Entwicklung und den Kauf neuer Geräte. Weitere 10 Prozent werden zur Förderung des herausragenden wissenschaftlichen Nachwuchses verwendet, der bereits in Frankfurt forscht.

Über einige Highlights unserer künftigen Arbeit möchten Sie die Sprecher und Wissenschaftler des Exzellenzclusters "Makromolekulare Komplexe" im Rahmen eines Pressegesprächs

am: Mittwoch, dem 29. November, 15.00 Uhr
Ort: Biozentrum, Geb. N 100, Seminarraum R 1.14, Campus Riedberg, Max-von-Laue-Str. 9, 60438 Frankfurt

informieren. Dazu laden wir Sie herzlich ein. Ihre Gesprächspartner sind:

Einführung und Überblick:

o Prof. Werner Müller-Esterl
Sprecher des Exzellenzclusters und Vizepräsident der Johann Wolfgang Goethe-Universität

Kurz-Präsentationen:

o G-Protein gekoppelte Rezeptoren und ihre pharmakologische Bedeutung
Prof. Hartmut Michel, Max-Planck-Institut für Biophysik, Frankfurt, Nobelpreis für Chemie 1988.
o Molekulare Maschinen der Zellatmung und neurodegenerative Erkrankungen
Prof. Ulrich Brandt, Molekulare Bioenergetik, Universität Frankfurt.
o Unsichtbares sichtbar machen - neue Entwicklungen der Elektronenmikroskopie im Frankfurter Exzellenzcluster

Prof. Werner Kühlbrand, Stellverstretender Sprecher des Exzellenzclusters, Max-Planck-Institut für Biophysik, Frankfurt.

Im Anschluß: Gelegenheit zur Laborbesichtigung, insbesondere der Elektronenmikroskope im benachbarten Max-Planck-Institut für Biophysik.

Wir freuen uns auf Ihr Kommen und bitten um eine kurze Rückmeldung bis zum 27. November, ob wir Sie begrüßen dürfen. (Anmeldung an: hardy@pvw.uni-frankfurt.de)

Dr. Anne Hardy | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-frankfurt.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Biowissenschaften Chemie:

nachricht Eine Karte der Zellkraftwerke
18.08.2017 | Albert-Ludwigs-Universität Freiburg im Breisgau

nachricht Chronische Infektionen aushebeln: Ein neuer Wirkstoff auf dem Weg in die Entwicklung
18.08.2017 | Deutsches Zentrum für Infektionsforschung

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Biowissenschaften Chemie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Unterwasserroboter soll nach einem Jahr in der arktischen Tiefsee auftauchen

Am Dienstag, den 22. August wird das Forschungsschiff Polarstern im norwegischen Tromsø zu einer besonderen Expedition in die Arktis starten: Der autonome Unterwasserroboter TRAMPER soll nach einem Jahr Einsatzzeit am arktischen Tiefseeboden auftauchen. Dieses Gerät und weitere robotische Systeme, die Tiefsee- und Weltraumforscher im Rahmen der Helmholtz-Allianz ROBEX gemeinsam entwickelt haben, werden nun knapp drei Wochen lang unter Realbedingungen getestet. ROBEX hat das Ziel, neue Technologien für die Erkundung schwer erreichbarer Gebiete mit extremen Umweltbedingungen zu entwickeln.

„Auftauchen wird der TRAMPER“, sagt Dr. Frank Wenzhöfer vom Alfred-Wegener-Institut, Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung (AWI) selbstbewusst. Der...

Im Focus: Mit Barcodes der Zellentwicklung auf der Spur

Darüber, wie sich Blutzellen entwickeln, existieren verschiedene Auffassungen – sie basieren jedoch fast ausschließlich auf Experimenten, die lediglich Momentaufnahmen widerspiegeln. Wissenschaftler des Deutschen Krebsforschungszentrums stellen nun im Fachjournal Nature eine neue Technik vor, mit der sich das Geschehen dynamisch erfassen lässt: Mithilfe eines „Zufallsgenerators“ versehen sie Blutstammzellen mit genetischen Barcodes und können so verfolgen, welche Zelltypen aus der Stammzelle hervorgehen. Diese Technik erlaubt künftig völlig neue Einblicke in die Entwicklung unterschiedlicher Gewebe sowie in die Krebsentstehung.

Wie entsteht die Vielzahl verschiedener Zelltypen im Blut? Diese Frage beschäftigt Wissenschaftler schon lange. Nach der klassischen Vorstellung fächern sich...

Im Focus: Fizzy soda water could be key to clean manufacture of flat wonder material: Graphene

Whether you call it effervescent, fizzy, or sparkling, carbonated water is making a comeback as a beverage. Aside from quenching thirst, researchers at the University of Illinois at Urbana-Champaign have discovered a new use for these "bubbly" concoctions that will have major impact on the manufacturer of the world's thinnest, flattest, and one most useful materials -- graphene.

As graphene's popularity grows as an advanced "wonder" material, the speed and quality at which it can be manufactured will be paramount. With that in mind,...

Im Focus: Forscher entwickeln maisförmigen Arzneimittel-Transporter zum Inhalieren

Er sieht aus wie ein Maiskolben, ist winzig wie ein Bakterium und kann einen Wirkstoff direkt in die Lungenzellen liefern: Das zylinderförmige Vehikel für Arzneistoffe, das Pharmazeuten der Universität des Saarlandes entwickelt haben, kann inhaliert werden. Professor Marc Schneider und sein Team machen sich dabei die körpereigene Abwehr zunutze: Makrophagen, die Fresszellen des Immunsystems, fressen den gesundheitlich unbedenklichen „Nano-Mais“ und setzen dabei den in ihm enthaltenen Wirkstoff frei. Bei ihrer Forschung arbeiteten die Pharmazeuten mit Forschern der Medizinischen Fakultät der Saar-Uni, des Leibniz-Instituts für Neue Materialien und der Universität Marburg zusammen Ihre Forschungsergebnisse veröffentlichten die Wissenschaftler in der Fachzeitschrift Advanced Healthcare Materials. DOI: 10.1002/adhm.201700478

Ein Medikament wirkt nur, wenn es dort ankommt, wo es wirken soll. Wird ein Mittel inhaliert, muss der Wirkstoff in der Lunge zuerst die Hindernisse...

Im Focus: Exotische Quantenzustände: Physiker erzeugen erstmals optische „Töpfe" für ein Super-Photon

Physikern der Universität Bonn ist es gelungen, optische Mulden und komplexere Muster zu erzeugen, in die das Licht eines Bose-Einstein-Kondensates fließt. Die Herstellung solch sehr verlustarmer Strukturen für Licht ist eine Voraussetzung für komplexe Schaltkreise für Licht, beispielsweise für die Quanteninformationsverarbeitung einer neuen Computergeneration. Die Wissenschaftler stellen nun ihre Ergebnisse im Fachjournal „Nature Photonics“ vor.

Lichtteilchen (Photonen) kommen als winzige, unteilbare Portionen vor. Viele Tausend dieser Licht-Portionen lassen sich zu einem einzigen Super-Photon...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

European Conference on Eye Movements: Internationale Tagung an der Bergischen Universität Wuppertal

18.08.2017 | Veranstaltungen

Einblicke ins menschliche Denken

17.08.2017 | Veranstaltungen

Eröffnung der INC.worX-Erlebniswelt während der Technologie- und Innovationsmanagement-Tagung 2017

16.08.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Eine Karte der Zellkraftwerke

18.08.2017 | Biowissenschaften Chemie

Chronische Infektionen aushebeln: Ein neuer Wirkstoff auf dem Weg in die Entwicklung

18.08.2017 | Biowissenschaften Chemie

Computer mit Köpfchen

18.08.2017 | Informationstechnologie