Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Wie entstehen "Phosphan-Körbchen"?

17.11.2006
Ein gemeinsames Forschungsvorhaben zu Selbstorganisationsprozessen bei speziellen chemischen Reaktionen wird auch in den kommenden drei Jahren Arbeitsgruppen der Universität Leipzig und des A. E. Arbuzov Instituts Kazan (Tatarstan) verbinden.

Gefördert wird diese neue Etappe der Zusammenarbeit von der Volkswagenstiftung. Alle im Rahmen der Mittelasien/Kaukasus-Initiative geförderten Projekte stellen sich bei einem Treffen der Forscher am 29. November 2006 in Berlin vor.


Wissenschaftlern der anorganisch-chemischen Arbeitskreise von Prof. Evamarie Hey-Hawkins in Leipzig und Prof. Andrej Karasik in Kazan ist es während der seit 1998 laufenden Kooperation bereits gelungen, einen neuen und effizienteren Zugang zu den bislang nur schwierig herstellbaren phosphor- und stickstoffhaltigen Makrozyklen zu finden. Die Chemiker wollen im Rahmen des nun geförderten Projektes den Mechanismus dieser komplexen Reaktion untersuchen, während der sich aus vierzehn Einzelteilen ausschließlich die gewünschten Verbindungen bilden. Solche Reaktionen werden auch mit dem Begriff Selbstorganisation gekennzeichnet.

Die Makrozyklen sind Substanzen, von denen einige als "Phosphan-Körbchen" (phosphine baskets) in die Literatur eingingen. Sie sind ausgezeichnete Ausgangsstoffe für die Herstellung von Metallkomplexen, die großes Potenzial als Katalysatoren in technischen Prozessen besitzen. Mit einem einfachen Zugang zu Vertretern dieser Verbindungsklasse wären intensive Untersuchungen dieses Anwendungsaspektes möglich.

... mehr zu:
»Arbuzov »Makrozyklen

Das Vorhaben ist eines von einhundert Projekten, die im Rahmen einer Förderinitiative der Volkswagenstiftung, die das Gebiet Mittelasien/Kaukasus in den Fokus der Wissenschaft rückt, unterstützt werden. Mit insgesamt fünfzehn Millionen Euro wird zum einen regionenbezogene Forschung unterstützt, zum anderen fördert die Stiftung aber auch Projekte aus anderen Wissenschaftszweigen, die auf Kooperationen mit Wissenschaftlern vor Ort beruhen. In die Arbeiten zu dem nun bewilligten Projekt werden sieben Chemiker und Techniker des A. E. Arbuzov Institutes in Kazan sowie zwei bis drei Doktoranden des Instituts für Anorganische Chemie der Universität Leipzig involviert sein. Die Kooperation über Tausende Kilometer hinweg wird unter anderem über regelmäßige Treffen, spezielle Workshops und natürlich per Internet erfolgen.

Das A. E. Arbuzov Institut für Organische und Physikalische Chemie wurde 1965 gegründet und gehört zur Russischen Akademie der Wissenschaften. Die chemische Forschung in Kazan blickt auf eine lange und erfolgreiche Tradition zurück. So isolierte K. E. Claus im Jahre 1844 hier zum ersten Mal das Element Ruthenium.

Die Volkswagenstiftung ist die größte deutsche wissenschaftsfördernde Stiftung. Anders als ihr Name vermuten lässt, ist sie wirtschaftsunabhängig und hat sich die Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses und der Zusammenarbeit von Forschern über wissenschaftliche, staatliche und kulturelle Grenzen hinweg zum Ziel gesetzt. Außerdem möchte sie mit ihrer Arbeit zur Verbesserung der Ausbildungs- und Forschungsstrukturen in Deutschland beitragen.

Dr. Ulrike Helmstedt

weitere Informationen

Prof. Dr. Evamarie Hey-Hawkins
Telefon: 0341 97-36161
E-Mail: hey@uni-leipzig.de

Dr. Bärbel Adams | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-leipzig.de
http://www.uni-leipzig.de/chemie

Weitere Berichte zu: Arbuzov Makrozyklen

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Biowissenschaften Chemie:

nachricht Ein Holodeck für Fliegen, Fische und Mäuse
21.08.2017 | Albert-Ludwigs-Universität Freiburg im Breisgau

nachricht Wie Pflanzen ihr Gedächtnis vererben
21.08.2017 | Gregor Mendel Institut für Molekulare Pflanzenbiologie (GMI)

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Biowissenschaften Chemie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Topologische Quantenzustände einfach aufspüren

Durch gezieltes Aufheizen von Quantenmaterie können exotische Materiezustände aufgespürt werden. Zu diesem überraschenden Ergebnis kommen Theoretische Physiker um Nathan Goldman (Brüssel) und Peter Zoller (Innsbruck) in einer aktuellen Arbeit im Fachmagazin Science Advances. Sie liefern damit ein universell einsetzbares Werkzeug für die Suche nach topologischen Quantenzuständen.

In der Physik existieren gewisse Größen nur als ganzzahlige Vielfache elementarer und unteilbarer Bestandteile. Wie das antike Konzept des Atoms bezeugt, ist...

Im Focus: Unterwasserroboter soll nach einem Jahr in der arktischen Tiefsee auftauchen

Am Dienstag, den 22. August wird das Forschungsschiff Polarstern im norwegischen Tromsø zu einer besonderen Expedition in die Arktis starten: Der autonome Unterwasserroboter TRAMPER soll nach einem Jahr Einsatzzeit am arktischen Tiefseeboden auftauchen. Dieses Gerät und weitere robotische Systeme, die Tiefsee- und Weltraumforscher im Rahmen der Helmholtz-Allianz ROBEX gemeinsam entwickelt haben, werden nun knapp drei Wochen lang unter Realbedingungen getestet. ROBEX hat das Ziel, neue Technologien für die Erkundung schwer erreichbarer Gebiete mit extremen Umweltbedingungen zu entwickeln.

„Auftauchen wird der TRAMPER“, sagt Dr. Frank Wenzhöfer vom Alfred-Wegener-Institut, Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung (AWI) selbstbewusst. Der...

Im Focus: Mit Barcodes der Zellentwicklung auf der Spur

Darüber, wie sich Blutzellen entwickeln, existieren verschiedene Auffassungen – sie basieren jedoch fast ausschließlich auf Experimenten, die lediglich Momentaufnahmen widerspiegeln. Wissenschaftler des Deutschen Krebsforschungszentrums stellen nun im Fachjournal Nature eine neue Technik vor, mit der sich das Geschehen dynamisch erfassen lässt: Mithilfe eines „Zufallsgenerators“ versehen sie Blutstammzellen mit genetischen Barcodes und können so verfolgen, welche Zelltypen aus der Stammzelle hervorgehen. Diese Technik erlaubt künftig völlig neue Einblicke in die Entwicklung unterschiedlicher Gewebe sowie in die Krebsentstehung.

Wie entsteht die Vielzahl verschiedener Zelltypen im Blut? Diese Frage beschäftigt Wissenschaftler schon lange. Nach der klassischen Vorstellung fächern sich...

Im Focus: Fizzy soda water could be key to clean manufacture of flat wonder material: Graphene

Whether you call it effervescent, fizzy, or sparkling, carbonated water is making a comeback as a beverage. Aside from quenching thirst, researchers at the University of Illinois at Urbana-Champaign have discovered a new use for these "bubbly" concoctions that will have major impact on the manufacturer of the world's thinnest, flattest, and one most useful materials -- graphene.

As graphene's popularity grows as an advanced "wonder" material, the speed and quality at which it can be manufactured will be paramount. With that in mind,...

Im Focus: Forscher entwickeln maisförmigen Arzneimittel-Transporter zum Inhalieren

Er sieht aus wie ein Maiskolben, ist winzig wie ein Bakterium und kann einen Wirkstoff direkt in die Lungenzellen liefern: Das zylinderförmige Vehikel für Arzneistoffe, das Pharmazeuten der Universität des Saarlandes entwickelt haben, kann inhaliert werden. Professor Marc Schneider und sein Team machen sich dabei die körpereigene Abwehr zunutze: Makrophagen, die Fresszellen des Immunsystems, fressen den gesundheitlich unbedenklichen „Nano-Mais“ und setzen dabei den in ihm enthaltenen Wirkstoff frei. Bei ihrer Forschung arbeiteten die Pharmazeuten mit Forschern der Medizinischen Fakultät der Saar-Uni, des Leibniz-Instituts für Neue Materialien und der Universität Marburg zusammen Ihre Forschungsergebnisse veröffentlichten die Wissenschaftler in der Fachzeitschrift Advanced Healthcare Materials. DOI: 10.1002/adhm.201700478

Ein Medikament wirkt nur, wenn es dort ankommt, wo es wirken soll. Wird ein Mittel inhaliert, muss der Wirkstoff in der Lunge zuerst die Hindernisse...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

International führende Informatiker in Paderborn

21.08.2017 | Veranstaltungen

Wissenschaftliche Grundlagen für eine erfolgreiche Klimapolitik

21.08.2017 | Veranstaltungen

DGI-Forum in Wittenberg: Fake News und Stimmungsmache im Netz

21.08.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Im Neptun regnet es Diamanten: Forscherteam enthüllt Innenleben kosmischer Eisgiganten

21.08.2017 | Physik Astronomie

Ein Holodeck für Fliegen, Fische und Mäuse

21.08.2017 | Biowissenschaften Chemie

Institut für Lufttransportsysteme der TUHH nimmt neuen Cockpitsimulator in Betrieb

21.08.2017 | Verkehr Logistik