Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Ministerin tauft neues Element auf den Namen Roentgenium

17.11.2006
Annette Schavan: "Beispiel für Spitzenposition in der Grundlagenforschung"

Das schwerste bislang anerkannte chemische Element hat nun auch einen Namen: Bundesforschungsministerin Annette Schavan taufte am Freitag in Darmstadt das Element mit der Ordnungszahl 111 auf den Namen Roentgenium. Erzeugung und Nachweis des Elementes gelang Forschern der Gesellschaft für Schwerionenforschung (GSI) in Darmstadt erstmals 1994. "Sie haben mit dieser Leistung eindrucksvoll ihre internationale Spitzenposition in der physikalischen Grundlagenforschung demonstriert", sagte Schavan.

Die GSI ist eine GmbH, die die Gesellschafter Bundesrepublik Deutschland mit 90 Prozent und das Land Hessen mit 10 Prozent fördern. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) wendet für die institutionelle Förderung in diesem Jahr rund 80 Millionen Euro auf. Die GSI ist Mitglied der Helmholtz-Gemeinschaft Deutscher Forschungszentren.

Mit der Suche nach neuen Elementen forschen die Wissenschaftler der GSI nach einem tieferen Verständnis der Struktur der Kernmaterie. Sie gehen damit der uralten Frage nach, aus welchen kleinsten Bausteinen die Welt, in der wir leben, zusammengesetzt ist. "Wissenschaft und Forschung dürfen nicht auf ihre ökonomische Verwertbarkeit reduziert werden", würdigte die Ministerin die Arbeit der Grundlagenforscher am Standort Darmstadt. "Freie Erkenntnissuche ist ebenso elementarer Ausdruck einer Wissenschafts- und Kulturnation wie herausragende Leistungen in den Geisteswissenschaften." Ohne diese Freiheit hätte es auch die Erkenntnisse des Physikers Wilhelm Conrad Röntgen nicht gegeben, dem Namensgeber des neuen Elementes. Die nach Röntgen benannten Strahlen gelten als eine der einflussreichsten Entdeckungen auf dem Gebiet der Medizin.

... mehr zu:
»FAIR »GSI »Roentgenium »Röntgen

Schavan würdigte auch das große Engagement der GSI beim Dialog zwischen Wissenschaft und Gesellschaft. Ereignisse wie die Taufe des Elements Roentgenium trügen maßgeblich dazu bei, in der Öffentlichkeit die Faszination für die Physik zu wecken: "Nur wenn es uns gelingt, den Stellenwert von Naturwissenschaften deutlich zu machen, werden wir auch künftig den nötigen Nachwuchs an hoch qualifizierten jungen Wissenschaftlern bekommen."

Mit ihrem Großprojekt FAIR (Facility for Antiproton and Ion Research) zum Ausbau der Beschleunigeranlagen habe die GSI zudem die besten Chancen, sich als führendes internationales Physikzentrum zu etablieren. Es sei daher zu begrüßen, dass FAIR in die Roadmap des "European Strategy Forum on Research Infrastructures" (ESFRI) aufgenommen worden ist. FAIR gehört damit zu 35 Großforschungsvorhaben, die die europäische Forschungsinfrastruktur in den nächsten Jahrzehnten prägen werden.

Die neue Anlage FAIR soll als internationales Forschungszentrum organisiert sein. Ingesamt 13 Staaten haben ein Memorandum of Understanding unterzeichnet und bereiten derzeit ein völkerrechtliches Übereinkommen für den Bau und den Betrieb von FAIR vor. Das BMBF und das Land Hessen werden gemeinsam bis zu 75 Prozent der Investitionskosten für die neue Beschleunigeranlage tragen. Die Ministerin lud die internationalen Partner erneut ein, gemeinsam die Voraussetzungen für einen planmäßigen Start des Vorhabens zu sichern.

Silvia von Einsiedel | idw
Weitere Informationen:
http://www.bmbf.de
http://www.gsi.de

Weitere Berichte zu: FAIR GSI Roentgenium Röntgen

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Biowissenschaften Chemie:

nachricht Nervenkrankheit ALS: Mehr als nur ein Motor-Problem im Gehirn?
16.01.2017 | Leibniz-Institut für Neurobiologie

nachricht Feinstaub weckt schlafende Viren in der Lunge
16.01.2017 | Helmholtz Zentrum München - Deutsches Forschungszentrum für Gesundheit und Umwelt

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Biowissenschaften Chemie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Mit solaren Gebäudehüllen Architektur gestalten

Solarthermie ist in der breiten Öffentlichkeit derzeit durch dunkelblaue, rechteckige Kollektoren auf Hausdächern besetzt. Für ästhetisch hochwertige Architektur werden Technologien benötigt, die dem Architekten mehr Gestaltungsspielraum für Niedrigst- und Plusenergiegebäude geben. Im Projekt »ArKol« entwickeln Forscher des Fraunhofer ISE gemeinsam mit Partnern aktuell zwei Fassadenkollektoren für solare Wärmeerzeugung, die ein hohes Maß an Designflexibilität erlauben: einen Streifenkollektor für opake sowie eine solarthermische Jalousie für transparente Fassadenanteile. Der aktuelle Stand der beiden Entwicklungen wird auf der BAU 2017 vorgestellt.

Im Projekt »ArKol – Entwicklung von architektonisch hoch integrierten Fassadekollektoren mit Heat Pipes« entwickelt das Fraunhofer ISE gemeinsam mit Partnern...

Im Focus: Designing Architecture with Solar Building Envelopes

Among the general public, solar thermal energy is currently associated with dark blue, rectangular collectors on building roofs. Technologies are needed for aesthetically high quality architecture which offer the architect more room for manoeuvre when it comes to low- and plus-energy buildings. With the “ArKol” project, researchers at Fraunhofer ISE together with partners are currently developing two façade collectors for solar thermal energy generation, which permit a high degree of design flexibility: a strip collector for opaque façade sections and a solar thermal blind for transparent sections. The current state of the two developments will be presented at the BAU 2017 trade fair.

As part of the “ArKol – development of architecturally highly integrated façade collectors with heat pipes” project, Fraunhofer ISE together with its partners...

Im Focus: Mit Bindfaden und Schere - die Chromosomenverteilung in der Meiose

Was einmal fest verbunden war sollte nicht getrennt werden? Nicht so in der Meiose, der Zellteilung in der Gameten, Spermien und Eizellen entstehen. Am Anfang der Meiose hält der ringförmige Proteinkomplex Kohäsin die Chromosomenstränge, auf denen die Bauanleitung des Körpers gespeichert ist, zusammen wie ein Bindfaden. Damit am Ende jede Eizelle und jedes Spermium nur einen Chromosomensatz erhält, müssen die Bindfäden aufgeschnitten werden. Forscher vom Max-Planck-Institut für Biochemie zeigen in der Bäckerhefe wie ein auch im Menschen vorkommendes Kinase-Enzym das Aufschneiden der Kohäsinringe kontrolliert und mit dem Austritt aus der Meiose und der Gametenbildung koordiniert.

Warum sehen Kinder eigentlich ihren Eltern ähnlich? Die meisten Zellen unseres Körpers sind diploid, d.h. sie besitzen zwei Kopien von jedem Chromosom – eine...

Im Focus: Der Klang des Ozeans

Umfassende Langzeitstudie zur Geräuschkulisse im Südpolarmeer veröffentlicht

Fast drei Jahre lang haben AWI-Wissenschaftler mit Unterwasser-Mikrofonen in das Südpolarmeer hineingehorcht und einen „Chor“ aus Walen und Robben vernommen....

Im Focus: Wie man eine 80t schwere Betonschale aufbläst

An der TU Wien wurde eine Alternative zu teuren und aufwendigen Schalungen für Kuppelbauten entwickelt, die nun in einem Testbauwerk für die ÖBB-Infrastruktur umgesetzt wird.

Die Schalung für Kuppelbauten aus Beton ist normalerweise aufwändig und teuer. Eine mögliche kostengünstige und ressourcenschonende Alternative bietet die an...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Aquakulturen und Fangquoten – was hilft gegen Überfischung?

16.01.2017 | Veranstaltungen

14. BF21-Jahrestagung „Mobilität & Kfz-Versicherung im Fokus“

12.01.2017 | Veranstaltungen

Leipziger Biogas-Fachgespräch lädt zum "Branchengespräch Biogas2020+" nach Nossen

11.01.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Feinstaub weckt schlafende Viren in der Lunge

16.01.2017 | Biowissenschaften Chemie

Energieeffizienter Gebäudebetrieb: Monitoring-Plattform MONDAS identifiziert Einsparpotenzial

16.01.2017 | Messenachrichten

Nervenkrankheit ALS: Mehr als nur ein Motor-Problem im Gehirn?

16.01.2017 | Biowissenschaften Chemie