Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Gentest erleichtert Entscheidung über Chemotherapie

31.01.2002


Chips ermitteln Aktivitätsmuster von Genen entnommener Krebszellen

Forscher des US-Pharmakonzerns Rosetta Inpharmatics und des Netherlands Cancer Institutes haben einen Gentest mit Tumorgewebe entwickelt, der feststellt, ob und wie Brustkrebspatientinnen nach einer Operation mit einer Chemotherapie behandelt werden sollten. Anhand der Genexpression wird dabei ermittelt, ob der Tumor im Körper bereits Tochtergeschwülste, so genannte Metastasen, gebildet hat, so ein Bericht in der aktuellen Online-Ausgabe des Fachmagazins Nature (Vol. 415, S. 530-536). Bisher erfolgte die Nachbehandlung nach Brustkrebsoperationen durch eine Hormon- oder Chemotherapie, die allerdings mit Nebenwirkungen in Verbindung steht. Als Entscheidungshilfen werden laut Forschern derzeit relativ unzuverlässige klinische Merkmale herangezogen.

"Mit den Befunden des Gentests bietet sich eine Strategie an, mit der jene Patientinnen ausgewählt werden können, die von einer zusätzlichen Therapie profitieren würden", so die Wissenschaftler. Stephen Friend von Rosetta Inpharmatics und Laura van’t Veer vom Netherlands Cancer Institute analysierten Tumorgewebe von rund 100 Brustkrebspatientinnen. Davon entwickelte ein Teil innerhalb von fünf Jahren postoperativ Metastasen, der andere Teil blieb krebsfrei. Mit so genannten Gen-Chips ermittelten die Wissenschaftler das Aktivitätsmuster von rund 5.000 Genen der entnommenen Krebszellen. Es zeigte sich, dass die erhaltenen für jeden Tumor typischen Genprofile mit dem Krankheitsverlauf übereinstimmten. Das bedeutet, dass sich mit dem Aktivitätsmuster der Gene erkennen lässt, ob der Tumor aggressiv ist und Metastasen bildet.

Gen-Chips bestehen aus Glasplättchen, auf denen dichtgedrängt Tausende von Genabschnitten fixiert sind. Mit diesen lässt sich der Aktivitätszustand der entsprechenden Gene in einer biologischen Probe nachweisen. Gen-Chips sind allerdings teuer und könnten für eine Untersuchung in großem Ausmaß nicht geeignet sein, zweifelt der Genetiker Samual Aparicio von der University of Cambridge. Hinzu komme, dass das Team bereits die Prognose kannte. Bevor Gen-Chips Einzug in Kliniken halten werden, müssen demnach noch umfangreichere Studien mit erst kürzlich diagnostiziertem Brustkrebs stattfinden.

Sandra Standhartinger | pte.monitor
Weitere Informationen:
http://www.rii.com
http://www.nature.com
http://www.pressetext.at/pte.mc?pte=020131024

Weitere Berichte zu: Aktivitätsmuster Chemotherapie Gen Gen-Chip Gentest Metastase

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Biowissenschaften Chemie:

nachricht Was läuft schief beim Noonan-Syndrom? – Grundlagen der neuronalen Fehlfunktion entdeckt
16.10.2017 | Leibniz-Institut für Neurobiologie

nachricht Keimfreie Bruteier: Neue Alternative zum gängigen Formaldehyd
16.10.2017 | Technische Universität Graz

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Biowissenschaften Chemie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Smarte Sensoren für effiziente Prozesse

Materialfehler im Endprodukt können in vielen Industriebereichen zu frühzeitigem Versagen führen und den sicheren Gebrauch der Erzeugnisse massiv beeinträchtigen. Eine Schlüsselrolle im Rahmen der Qualitätssicherung kommt daher intelligenten, zerstörungsfreien Sensorsystemen zu, die es erlauben, Bauteile schnell und kostengünstig zu prüfen, ohne das Material selbst zu beschädigen oder die Oberfläche zu verändern. Experten des Fraunhofer IZFP in Saarbrücken präsentieren vom 7. bis 10. November 2017 auf der Blechexpo in Stuttgart zwei Exponate, die eine schnelle, zuverlässige und automatisierte Materialcharakterisierung und Fehlerbestimmung ermöglichen (Halle 5, Stand 5306).

Bei Verwendung zeitaufwändiger zerstörender Prüfverfahren zieht die Qualitätsprüfung durch die Beschädigung oder Zerstörung der Produkte enorme Kosten nach...

Im Focus: Smart sensors for efficient processes

Material defects in end products can quickly result in failures in many areas of industry, and have a massive impact on the safe use of their products. This is why, in the field of quality assurance, intelligent, nondestructive sensor systems play a key role. They allow testing components and parts in a rapid and cost-efficient manner without destroying the actual product or changing its surface. Experts from the Fraunhofer IZFP in Saarbrücken will be presenting two exhibits at the Blechexpo in Stuttgart from 7–10 November 2017 that allow fast, reliable, and automated characterization of materials and detection of defects (Hall 5, Booth 5306).

When quality testing uses time-consuming destructive test methods, it can result in enormous costs due to damaging or destroying the products. And given that...

Im Focus: Cold molecules on collision course

Using a new cooling technique MPQ scientists succeed at observing collisions in a dense beam of cold and slow dipolar molecules.

How do chemical reactions proceed at extremely low temperatures? The answer requires the investigation of molecular samples that are cold, dense, and slow at...

Im Focus: Kalte Moleküle auf Kollisionskurs

Mit einer neuen Kühlmethode gelingt Wissenschaftlern am MPQ die Beobachtung von Stößen in einem dichten Strahl aus kalten und langsamen dipolaren Molekülen.

Wie verlaufen chemische Reaktionen bei extrem tiefen Temperaturen? Um diese Frage zu beantworten, benötigt man molekulare Proben, die gleichzeitig kalt, dicht...

Im Focus: Astronomen entdecken ungewöhnliche spindelförmige Galaxien

Galaxien als majestätische, rotierende Sternscheiben? Nicht bei den spindelförmigen Galaxien, die von Athanasia Tsatsi (Max-Planck-Institut für Astronomie) und ihren Kollegen untersucht wurden. Mit Hilfe der CALIFA-Umfrage fanden die Astronomen heraus, dass diese schlanken Galaxien, die sich um ihre Längsachse drehen, weitaus häufiger sind als bisher angenommen. Mit den neuen Daten konnten die Astronomen außerdem ein Modell dafür entwickeln, wie die spindelförmigen Galaxien aus einer speziellen Art von Verschmelzung zweier Spiralgalaxien entstehen. Die Ergebnisse wurden in der Zeitschrift Astronomy & Astrophysics veröffentlicht.

Wenn die meisten Menschen an Galaxien denken, dürften sie an majestätische Spiralgalaxien wie die unserer Heimatgalaxie denken, der Milchstraße: Milliarden von...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Meeresbiologe Mark E. Hay zu Gast bei den "Noblen Gesprächen" am Beutenberg Campus in Jena

16.10.2017 | Veranstaltungen

bionection 2017 erstmals in Thüringen: Biotech-Spitzenforschung trifft in Jena auf Weltmarktführer

13.10.2017 | Veranstaltungen

Tagung „Energieeffiziente Abluftreinigung“ zeigt, wie man durch Luftreinhaltemaßnahmen profitieren kann

13.10.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

ESO-Teleskope beobachten erstes Licht einer Gravitationswellen-Quelle

16.10.2017 | Physik Astronomie

Was läuft schief beim Noonan-Syndrom? – Grundlagen der neuronalen Fehlfunktion entdeckt

16.10.2017 | Biowissenschaften Chemie

Gewebe mit Hilfe von Stammzellen regenerieren

16.10.2017 | Förderungen Preise