Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Mit Edelmetallen die Chemie beschleunigt

14.11.2006
Bei einer akademischen Feier hat die Universität Jena am 7. November Professor Helmut Werner mit der Ehrendoktorwürde ausgezeichnet.

Damit wurden die vielfältigen wissenschaftlichen Leistungen des Chemikers anerkannt sowie sein Einsatz bei der Neuordnung der Struktur der Uni Jena. Helmut Werner hatte an der Uni Würzburg von 1975 bis 2002 den Lehrstuhl Anorganische Chemie II inne.

Geboren wurde Werner 1934 in Mühlhausen in Thüringen. Er studierte Chemie an der Uni Jena. Als er 1958 seine Diplomarbeit abgeschlossen hatte, eröffneten ihm die Behörden der DDR, er müsse sich erst einmal in einem volkseigenen Betrieb bewähren und so seine Solidarität zum sozialistischen Staat beweisen - erst dann dürfe er promovieren. Statt diesen Rat zu befolgen verließ er, nur mit seinem Wissen im Kopf und einer Aktentasche in der Hand, die DDR und gelangte auf einigen Umwegen nach München, wo er schließlich unter der Anleitung des späteren Nobelpreisträgers E. O. Fischer 1961 den Doktortitel erwarb.

Danach ging er in die USA, um am California Institute of Technology in Pasadena ein Forschungsprojekt zu bearbeiten. 1963 kehrte er nach München zurück, habilitierte sich 1966 für das Fach Anorganische Chemie und bekam zwei Jahre später eine Stelle als Professor für Anorganische Chemie an der Uni Zürich. 1975 erhielt er dann den Ruf nach Würzburg.

Auf seine Initiative geht die Gründung des Sonderforschungsbereichs 347 zurück, dessen Sprecher er während der gesamten Laufzeit (1990 bis 2001) war und der der hiesigen Universität viele Millionen an Forschungsgeldern eingebracht hat.

Professor Werners Forschungsgebiet ist die Organometallchemie. Dabei geht es darum, wie man mit Hilfe von Edelmetallen wie Ruthenium, Osmium, Rhodium oder Iridium neue chemische Reaktionen bewerkstelligen und bekannte Reaktionen vereinfachen und beschleunigen kann. Auf diesem Gebiet gilt Werner als einer der führenden Wissenschaftler, den man bis heute weltweit immer wieder zu Tagungen, Vortragsreisen und Gastprofessuren einlädt.

Drei berühmte wissenschaftliche Gesellschaften, die Royal Society of Chemistry, die Deutsche Akademie der Naturforscher Leopoldina und die New York Academy of Sciences wählten ihn zum Mitglied. Seine Arbeit hat ihm darüber hinaus weltweit eine große Zahl von Preisen und Auszeichnungen eingetragen, unter anderem 2001 die Ehrendoktorwürde der Universität Zaragoza.

In seiner aktiven Zeit in Würzburg hat der Professor 136 Diplomarbeiten betreut. 110 Chemiker erwarben unter seiner Anleitung den Doktorgrad. Seit Herbst 2002 ist er formal im Ruhestand. Nun findet er willkommene Zeit für die Arbeit an Veröffentlichungen, für die Pflege wissenschaftlicher Kontakte, insbesondere mit Kollegen in Spanien, und nicht zuletzt für erholsame Wanderungen durch das Engadin.

Robert Emmerich | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-wuerzburg.de

Weitere Berichte zu: Anleitung Anorganisch Chemiker Edelmetalle

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Biowissenschaften Chemie:

nachricht Forscher finden Hinweise auf verknotete Chromosomen im Erbgut
20.10.2017 | Johannes Gutenberg-Universität Mainz

nachricht Aus der Moosfabrik
20.10.2017 | Albert-Ludwigs-Universität Freiburg im Breisgau

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Biowissenschaften Chemie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Hochfeldmagnet am BER II: Einblick in eine versteckte Ordnung

Seit dreißig Jahren gibt eine bestimmte Uranverbindung der Forschung Rätsel auf. Obwohl die Kristallstruktur einfach ist, versteht niemand, was beim Abkühlen unter eine bestimmte Temperatur genau passiert. Offenbar entsteht eine so genannte „versteckte Ordnung“, deren Natur völlig unklar ist. Nun haben Physiker erstmals diese versteckte Ordnung näher charakterisiert und auf mikroskopischer Skala untersucht. Dazu nutzten sie den Hochfeldmagneten am HZB, der Neutronenexperimente unter extrem hohen magnetischen Feldern ermöglicht.

Kristalle aus den Elementen Uran, Ruthenium, Rhodium und Silizium haben eine geometrisch einfache Struktur und sollten keine Geheimnisse mehr bergen. Doch das...

Im Focus: Schmetterlingsflügel inspiriert Photovoltaik: Absorption lässt sich um bis zu 200 Prozent steigern

Sonnenlicht, das von Solarzellen reflektiert wird, geht als ungenutzte Energie verloren. Die Flügel des Schmetterlings „Gewöhnliche Rose“ (Pachliopta aristolochiae) zeichnen sich durch Nanostrukturen aus, kleinste Löcher, die Licht über ein breites Spektrum deutlich besser absorbieren als glatte Oberflächen. Forschern am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) ist es nun gelungen, diese Nanostrukturen auf Solarzellen zu übertragen und deren Licht-Absorptionsrate so um bis zu 200 Prozent zu steigern. Ihre Ergebnisse veröffentlichten die Wissenschaftler nun im Fachmagazin Science Advances. DOI: 10.1126/sciadv.1700232

„Der von uns untersuchte Schmetterling hat eine augenscheinliche Besonderheit: Er ist extrem dunkelschwarz. Das liegt daran, dass er für eine optimale...

Im Focus: Schnelle individualisierte Therapiewahl durch Sortierung von Biomolekülen und Zellen mit Licht

Im Blut zirkulierende Biomoleküle und Zellen sind Träger diagnostischer Information, deren Analyse hochwirksame, individuelle Therapien ermöglichen. Um diese Information zu erschließen, haben Wissenschaftler des Fraunhofer-Instituts für Lasertechnik ILT ein Mikrochip-basiertes Diagnosegerät entwickelt: Der »AnaLighter« analysiert und sortiert klinisch relevante Biomoleküle und Zellen in einer Blutprobe mit Licht. Dadurch können Frühdiagnosen beispielsweise von Tumor- sowie Herz-Kreislauf-Erkrankungen gestellt und patientenindividuelle Therapien eingeleitet werden. Experten des Fraunhofer ILT stellen diese Technologie vom 13.–16. November auf der COMPAMED 2017 in Düsseldorf vor.

Der »AnaLighter« ist ein kompaktes Diagnosegerät zum Sortieren von Zellen und Biomolekülen. Sein technologischer Kern basiert auf einem optisch schaltbaren...

Im Focus: Neue Möglichkeiten für die Immuntherapie beim Lungenkrebs entdeckt

Eine gemeinsame Studie der Universität Bern und des Inselspitals Bern zeigt, dass spezielle Bindegewebszellen, die in normalen Blutgefässen die Wände abdichten, bei Lungenkrebs nicht mehr richtig funktionieren. Zusätzlich unterdrücken sie die immunologische Bekämpfung des Tumors. Die Resultate legen nahe, dass diese Zellen ein neues Ziel für die Immuntherapie gegen Lungenkarzinome sein könnten.

Lungenkarzinome sind die häufigste Krebsform weltweit. Jährlich werden 1.8 Millionen Neudiagnosen gestellt; und 2016 starben 1.6 Millionen Menschen an der...

Im Focus: Sicheres Bezahlen ohne Datenspur

Ob als Smartphone-App für die Fahrkarte im Nahverkehr, als Geldwertkarten für das Schwimmbad oder in Form einer Bonuskarte für den Supermarkt: Für viele gehören „elektronische Geldbörsen“ längst zum Alltag. Doch vielen Kunden ist nicht klar, dass sie mit der Nutzung dieser Angebote weitestgehend auf ihre Privatsphäre verzichten. Am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) entsteht ein sicheres und anonymes System, das gleichzeitig Alltagstauglichkeit verspricht. Es wird nun auf der Konferenz ACM CCS 2017 in den USA vorgestellt.

Es ist vor allem das fehlende Problembewusstsein, das den Informatiker Andy Rupp von der Arbeitsgruppe „Kryptographie und Sicherheit“ am KIT immer wieder...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Das Immunsystem in Extremsituationen

19.10.2017 | Veranstaltungen

Die jungen forschungsstarken Unis Europas tagen in Ulm - YERUN Tagung in Ulm

19.10.2017 | Veranstaltungen

Bauphysiktagung der TU Kaiserslautern befasst sich mit energieeffizienten Gebäuden

19.10.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Forscher finden Hinweise auf verknotete Chromosomen im Erbgut

20.10.2017 | Biowissenschaften Chemie

Saugmaschinen machen Waschwässer von Binnenschiffen sauberer

20.10.2017 | Ökologie Umwelt- Naturschutz

Strukturbiologieforschung in Berlin: DFG bewilligt Mittel für neue Hochleistungsmikroskope

20.10.2017 | Förderungen Preise