Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Kooperation zwischen FH Lausitz und IGV auf dem Gebiet der phototrophen Biotechnologie

13.11.2006
Einen Kooperationsvertrag über die intensive Zusammenarbeit auf dem Gebiet der phototrophen Biotechnologie unterzeichneten am 10. November 2006 in Bergholz-Rehbrücke die Präsidentin der Fachhochschule Lausitz, Brigitte Klotz, und der ersten Vizepräsident der Hochschule, zuständig für Forschung und Technologietransfer, Prof. Dr. Günter H. Schulz, mit dem Geschäftsführer der IGV Institut für Getreideverarbeitung GmbH, Peter Kretschmer, und dem stellvertretenden Geschäftsführer, Dr. Dr. Otto Pulz.

Hauptthema der phototrophen Biotechnologie sind Mikroalgen. Mikroalgen haben vielfältige Potenziale in allen Lebensbereichen. Deshalb hat dieses Thema die Fachhochschule Lausitz und die IGV GmbH zu gemeinsamen Visionen inspiriert.

Algen sind hochinteressant: sie schufen den Sauerstoff unserer Atmosphäre und auch Erdöl, beides essentielle Grundlagen unserer Existenz. Auch für die Zukunft haben Algen eine große Bedeutung: sie verbrauchen CO2 und produzieren eine hocheffektive Biomasse für Kosmetik, Arzneimittel, Futtermittel und Lebensmittel. Jährlich werden weltweit ca. 5 Mio. Tonnen Algen produziert.

Enthalten sind Algenprodukte unter anderem in Zahnpasta, Joghurt, Aspik, Eiskrem und vielem anderen mehr. Neue Einsatzfelder für Algen liegen in der Produktion von Biodiesel, Biowasserstoff und Biogas, denn hier schlagen sie mit der je nach Art 15-80 mal höheren Produktivität die Landpflanzen.

... mehr zu:
»Alge »Biotechnologie »IGV »Mikroalge »Pulz

Dieser Hintergrund ist es, der die zukunftsorientierte Zusammenarbeit zwischen der Fachhochschule Lausitz und der IGV GmbH bestimmt. Dabei bilden hoch entwickelte Forschung und Heranführung von wirtschaftlich und praxisorientiertem Nachwuchs an die Aufgabenstellungen der Zukunft die treibende Kraft für beide Einrichtungen.

Bereits 2002 begann die konkrete Zusammenarbeit. Die Fachhochschule nahm das Fach "Phototrophe Biotechnologie" in Ausbildung und Forschung auf und bestellte den stellvertretenden Geschäftsführer der IGV GmbH Otto Pulz zum Gastprofessor. Seither lernten mehr als 120 Bachelor- und Master-Studenten in Vorlesungen und Projektarbeiten an der Fachhochschule sowie in Praxissemestern und Graduierungsarbeiten an der IGV GmbH die phototrophe Biotechnologie und wirtschaftliche Nutzbarmachung von Mikroalgen kennen.

In der gemeinsam auf strategische Ziele orientierten Forschung sind als wichtige Komponenten fixiert:

- Aufbau einer weltweit einzigartigen Sammlung von Mikroalgenarten ( nach vier Jahren zählt die Sammlung bisher mehr als 250 Originale- ein unschätzbares genetisches Potenzial)

- Suche nach arttypischen wirksamen Substanzen ( ein Beispiel ist die Entwicklung einer speziellen Kosmetikserie für die Spreewaldtherme auf Basis von regionalen Algen)

- Umweltschutz durch Mikroalgen (zum Beispiel Nutzung der Mikroalgen zur nachhaltigen Renaturierung der Bergbauseen)

- CO2 -Bindung und Klimaschutz (schon mittelfristig wird die phototrophe Biotechnologie in der Lage sein wirtschaftlich zur Lösung dieses Umweltproblems beizutragen.

Sowohl die Fachhochschule Lausitz als auch die IGV GmbH werden für diese innovativen Vorhaben weitere personelle und materielle Voraussetzungen schaffen. An der Fachhochschule wird gegenwärtig, finanziert aus Mitteln des Bundes und das Landes Brandenburg, ein neues Laborgebäude für die Biotechnologie mit Gesamtbaukosten von rund 16 Mio. € errichtet, das auch die phototrophe Biotechnologie beherbergt. Die IGV GmbH wird 10. Mio € in ein neues Technikum investieren, um praxisnahe Ausbildung und Forschung zu realisieren.

Deutschland hat historische Verdienste auf dem Gebiet der phototrophen Biotechnologie. Brandenburg ist hierbei das Zentrum dieses dynamischen Zweiges der Biotechnologie - nicht nur in Deutschland, sondern auch weltweit. Von IGV und Fachhochschule bestehen langjährige wissenschaftliche Kooperationen mit Frankreich und Thailand. Polen, Großbritannien, Südafrika, Singapur, Japan und Israel sind Partner in der studentischen Ausbildung in diesem Bereich. IGV und Fachhochschule Lausitz haben damit beste Startbedingungen für zukünftige erfolgreiche Zusammenarbeit. Manifestiert wird das durch die Unterzeichnung eines Kooperationsvertrages durch die Leitung beider Einrichtungen am 10. November 2006 in Bergholz- Rehbrücke.

Ralf-Peter Witzmann | idw
Weitere Informationen:
http://www.fh-lausitz.de

Weitere Berichte zu: Alge Biotechnologie IGV Mikroalge Pulz

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Biowissenschaften Chemie:

nachricht Bakterieller Untermieter macht Blattnahrung für Käfer verdaulich
17.11.2017 | Max-Planck-Institut für chemische Ökologie

nachricht Neues Werkzeug für gezielten Proteinabbau
17.11.2017 | Max-Planck-Institut für biophysikalische Chemie

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Biowissenschaften Chemie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Ultrakalte chemische Prozesse: Physikern gelingt beispiellose Vermessung auf Quantenniveau

Wissenschaftler um den Ulmer Physikprofessor Johannes Hecker Denschlag haben chemische Prozesse mit einer beispiellosen Auflösung auf Quantenniveau vermessen. Bei ihrer wissenschaftlichen Arbeit kombinierten die Forscher Theorie und Experiment und können so erstmals die Produktzustandsverteilung über alle Quantenzustände hinweg - unmittelbar nach der Molekülbildung - nachvollziehen. Die Forscher haben ihre Erkenntnisse in der renommierten Fachzeitschrift "Science" publiziert. Durch die Ergebnisse wird ein tieferes Verständnis zunehmend komplexer chemischer Reaktionen möglich, das zukünftig genutzt werden kann, um Reaktionsprozesse auf Quantenniveau zu steuern.

Einer deutsch-amerikanischen Forschergruppe ist es gelungen, chemische Prozesse mit einer nie dagewesenen Auflösung auf Quantenniveau zu vermessen. Dadurch...

Im Focus: Leoniden 2017: Sternschnuppen im Anflug?

Gemeinsame Pressemitteilung der Vereinigung der Sternfreunde und des Hauses der Astronomie in Heidelberg

Die Sternschnuppen der Leoniden sind in diesem Jahr gut zu beobachten, da kein Mondlicht stört. Experten sagen für die Nächte vom 16. auf den 17. und vom 17....

Im Focus: «Kosmische Schlange» lässt die Struktur von fernen Galaxien erkennen

Die Entstehung von Sternen in fernen Galaxien ist noch weitgehend unerforscht. Astronomen der Universität Genf konnten nun erstmals ein sechs Milliarden Lichtjahre entferntes Sternensystem genauer beobachten – und damit frühere Simulationen der Universität Zürich stützen. Ein spezieller Effekt ermöglicht mehrfach reflektierte Bilder, die sich wie eine Schlange durch den Kosmos ziehen.

Heute wissen Astronomen ziemlich genau, wie sich Sterne in der jüngsten kosmischen Vergangenheit gebildet haben. Aber gelten diese Gesetzmässigkeiten auch für...

Im Focus: A “cosmic snake” reveals the structure of remote galaxies

The formation of stars in distant galaxies is still largely unexplored. For the first time, astron-omers at the University of Geneva have now been able to closely observe a star system six billion light-years away. In doing so, they are confirming earlier simulations made by the University of Zurich. One special effect is made possible by the multiple reflections of images that run through the cosmos like a snake.

Today, astronomers have a pretty accurate idea of how stars were formed in the recent cosmic past. But do these laws also apply to older galaxies? For around a...

Im Focus: Pflanzenvielfalt von Wäldern aus der Luft abbilden

Produktivität und Stabilität von Waldökosystemen hängen stark von der funktionalen Vielfalt der Pflanzengemeinschaften ab. UZH-Forschenden gelang es, die Pflanzenvielfalt von Wäldern durch Fernerkundung mit Flugzeugen in verschiedenen Massstäben zu messen und zu kartieren – von einzelnen Bäumen bis hin zu ganzen Artengemeinschaften. Die neue Methode ebnet den Weg, um zukünftig die globale Pflanzendiversität aus der Luft und aus dem All zu überwachen.

Ökologische Studien zeigen, dass die Pflanzenvielfalt zentral ist für das Funktionieren von Ökosys-temen. Wälder mit einer höheren funktionalen Vielfalt –...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Technologievorsprung durch Textiltechnik

17.11.2017 | Veranstaltungen

Roboter für ein gesundes Altern: „European Robotics Week 2017“ an der Frankfurt UAS

17.11.2017 | Veranstaltungen

Börse für Zukunftstechnologien – Leichtbautag Stade bringt Unternehmen branchenübergreifend zusammen

17.11.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Technologievorsprung durch Textiltechnik

17.11.2017 | Veranstaltungsnachrichten

IHP präsentiert sich auf der productronica 2017

17.11.2017 | Messenachrichten

Roboter schafft den Salto rückwärts

17.11.2017 | Innovative Produkte