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Neue Kunststoffe für bessere Zellen-Zucht

10.11.2006
Bund unterstützt ein in Braunschweig koordiniertes Forschungsprojekt

Neuartige Kunststoff-Oberflächen zu entwickeln, auf denen menschliche und tierische Zellen besser und kontrollierbarer wachsen sollen als bislang: Mit diesem Ziel haben sich neun Projektpartner zur Forschungskooperation "Innosurf" zusammengeschlossen. Koordiniert wird das Projekt von Wissenschaftlern des Helmholtz-Zentrums für Infektionsforschung in Braunschweig. Das Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie hat das Vorhaben jetzt für sein Förderprogramm "InnoNet" ausgewählt und will die Kooperationspartner mit insgesamt einer Million Euro unterstützen.

"Wenn man Zellen in Kultur züchtet, wachsen sie gegenwärtig in Form eines einfachen Rasens am Kulturgefäß fest - oder sie schwimmen in der Nährlösung", erklärt Innosurf-Koordinator Dr. Kurt Dittmar, Wissenschaftler am Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung. "Künftig wollen wir Zellen von verschiedenen Gewebetypen in komplexen dreidimensionalen Strukturen wachsen lassen." Dazu benötige man aber erst geeignete Werkstoffe für die Oberflächen. "An solchen Strukturen", so erläutert Dittmar das Fernziel der Technologie, "könnte man natürlich viel mehr erforschen als an einfachen Zellkulturen, weil sie große Ähnlichkeit mit menschlichen oder tierischen Organen hätten." Neben den neuen Oberflächen sollen auch Messgeräte zur berührungsfreien Überprüfung der Funktion der Zellen oder Gewebsstrukuren entwickelt werden.

Neben dem Helmholtz-Zentrum gehören zum Innosurf-Verbund auch die Klinik für Onkologie und Hämatologie und das Institut für Klinische Transfusionmedizin am Städtischen Klinikum Braunschweig, das Institut für Elektrische Messtechnik und Grundlagen der Elektrotechnik an der Technischen Universität Braunschweig, das Fraunhofer-Institut für Schicht- und Oberflächentechnik in Braunschweig sowie die Universität Tübingen. Darüber hinaus beteiligen sich - forschend und finanziell - vier privatwirtschaftliche Unternehmen.

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Hintergrund: InnoNet - Wettbewerb und Förderprogramm

Mit dem groß angelegten Förderprogramm InnoNet will das Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie innovative Netzwerke stärken und dadurch die Wettbewerbsfähigkeit mittelständischer Unternehmen erhöhen. Gefördert werden dabei stets Verbundprojekte, an denen sich mindestens zwei rechtlich selbstständige Forschungseinrichtungen und mindestens vier kleine und mittlere Unternehmen beteiligen. Das Programm ist als Ideenwettbewerb konzipiert: Die Netzwerke bestimmen eine der Forschungseinrichtungen zum Koordinator und reichen ihr Projekt gemeinsam als Ideenskizze ein. Eine Jury wählt aus den Bewerbungen die förderungswürdigen Vorhaben aus. Mit der Projektträgerschaft für InnoNet hat das Ministerium die VDI/VDE Innovation + Technik GmbH beauftragt.

Information: Der neue Name der GBF

Zum 18. Juli 2006 hat sich die Gesellschaft für Biotechnologische Forschung (GBF) den neuen Namen "Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung" gegeben. Er verdeutlicht den Hauptforschungsschwerpunkt sowie die Zugehörigkeit zur Helmholtz-Gemeinschaft, der größten Wissenschaftsorganisation Deutschlands.

Manfred Braun | idw
Weitere Informationen:
http://www.helmholtz-hzi.de

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