Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Datenschutzmanagement-Systeme in der Biobankforschung

08.11.2006
Vom BMBF geförderter Forschungsverbund soll Methoden und Kriterien zur Überprüfung von Datenschutzmanagement-Systemen weiterentwickeln

Die Weiterentwicklung von Methoden und Kriterien für die Überprüfung ("Auditierung") von Datenschutzmanagementsystemen in der Biobank-Forschung ist das Ziel eines interdisziplinären Forschungsverbunds ("bdcAUDIT"), der heute in Hamburg und Kiel seine Arbeit aufnimmt.

Biobanken werden in der modernen biomedizinischen Forschung zur Aufklärung von Krankheitsursachen und für die Entwicklung neuer Therapien immer wichtiger. Es handelt sich dabei um Sammlungen menschlicher Körpersubstanzen (Zellen, Gewebe, Blut und DNA), die mit personenbezogenen Daten über ihre Spender verknüpft sind. Spender, die Körpermaterialien und zugehörige personenbezogene Informationen für die Biobank-Forschung zur Verfügung stellen, haben ein Recht auf den Schutz ihrer Daten vor Missbrauch. Der Betreiber einer Biobank ist deshalb gehalten, ein umfassendes Datenschutzmanagement-System zu entwickeln und zu betreiben.

Das Unabhängige Landeszentrum für Datenschutz Schleswig-Holstein (ULD) bietet ein Verfahren an, in dem solche Datenschutzmanagement-Systeme schon vor ihrer Realisierung überprüft werden können ("Auditierung"). Ziel des Forschungsverbunds "bdcAUDIT" ist es, die Methoden und Kriterien für diesen Überprüfungsprozess weiter zu entwickeln und auf unterschiedliche Datenschutzmanagement-Systeme anwendbar zu machen. Damit soll Datenschutz auf hohem Niveau garantiert sowie einem Biobank-Betreiber die Sicherheit gegeben werden können, dass ein vorgesehenes Datenschutzmanagement-System den gesetzlichen und technischen Anforderungen genügt.

Mit der erfolgreichen Auditierung erhält die Biobank den Nachweis, dass eine unabhängige Prüfstelle den professionellen, rechtssicheren und datenschutz-konformen Umgang mit den personenbezogenen Proben und Daten der Spender bestätigt hat. Mit Hilfe der Auditierung werden deshalb zwei sich scheinbar widersprechende Zielvorstellungen zusammen geführt: die möglichst umfassende Verfügbarkeit genetischer und medizinischer Daten für Forschungszwecke und der Persönlichkeitsschutz der Spender.

Der Forschungsverbund wird durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) gefördert. Neben dem Forschungsschwerpunkt Biotechnik, Gesellschaft und Umwelt der Universität Hamburg (Prof. Dr. rer. nat. Regine Kollek, Verbundkoordination) sind daran beteiligt das Unabhängige Landeszentrum für Datenschutz Schleswig-Holstein in Kiel (Dr. jur. Thilo Weichert) sowie die Arbeitsgruppe Kommunikationssysteme des Instituts für Informatik der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel (Prof. Dr.-Ing. Norbert Luttenberger).

Für Rückfragen und weitere Information:

Prof. Dr. rer. nat Regine Kollek (Verbundkoordination)
Forschungsschwerpunkt "Biotechnik, Gesellschaft und Umwelt" (FSP BIOGUM)
Forschungsgruppe Medizin/Neurobiologie
Universität Hamburg
Falkenried 94 D-20251 Hamburg
Tel.: (040) 428 03-63 09
E-Mail: kollek@uni-hamburg.de
Dr. jur. Thilo Weichert
Unabhängiges Landeszentrum für Datenschutz Schleswig-Holstein (ULD)
Postfach 71 16, D-24171 Kiel
Holstenstr. 98, D-24103 Kiel
Tel.: (0431) 9 88-12 00
E-Mail: mail@datenschutzzentrum.de
Prof. Dr.-Ing. Norbert Luttenberger
Arbeitsgruppe Kommunikationssysteme des Instituts für Informatik
der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel (CAU Kiel)
Christian-Albrechts-Platz 4
D-24098 Kiel
Tel.: (0431)-8 80-72 91
E-Mail: nl@informatik.uni-kiel.de

Viola Griehl | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-hamburg.de/

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Biowissenschaften Chemie:

nachricht 'Fix Me Another Marguerite!'
23.06.2017 | Universität Regensburg

nachricht Schimpansen belohnen Gefälligkeiten
23.06.2017 | Max-Planck-Institut für Mathematik in den Naturwissenschaften (MPIMIS)

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Biowissenschaften Chemie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Can we see monkeys from space? Emerging technologies to map biodiversity

An international team of scientists has proposed a new multi-disciplinary approach in which an array of new technologies will allow us to map biodiversity and the risks that wildlife is facing at the scale of whole landscapes. The findings are published in Nature Ecology and Evolution. This international research is led by the Kunming Institute of Zoology from China, University of East Anglia, University of Leicester and the Leibniz Institute for Zoo and Wildlife Research.

Using a combination of satellite and ground data, the team proposes that it is now possible to map biodiversity with an accuracy that has not been previously...

Im Focus: Klima-Satellit: Mit robuster Lasertechnik Methan auf der Spur

Hitzewellen in der Arktis, längere Vegetationsperioden in Europa, schwere Überschwemmungen in Westafrika – mit Hilfe des deutsch-französischen Satelliten MERLIN wollen Wissenschaftler ab 2021 die Emissionen des Treibhausgases Methan auf der Erde erforschen. Möglich macht das ein neues robustes Lasersystem des Fraunhofer-Instituts für Lasertechnologie ILT in Aachen, das eine bisher unerreichte Messgenauigkeit erzielt.

Methan entsteht unter anderem bei Fäulnisprozessen. Es ist 25-mal wirksamer als das klimaschädliche Kohlendioxid, kommt in der Erdatmosphäre aber lange nicht...

Im Focus: Climate satellite: Tracking methane with robust laser technology

Heatwaves in the Arctic, longer periods of vegetation in Europe, severe floods in West Africa – starting in 2021, scientists want to explore the emissions of the greenhouse gas methane with the German-French satellite MERLIN. This is made possible by a new robust laser system of the Fraunhofer Institute for Laser Technology ILT in Aachen, which achieves unprecedented measurement accuracy.

Methane is primarily the result of the decomposition of organic matter. The gas has a 25 times greater warming potential than carbon dioxide, but is not as...

Im Focus: How protons move through a fuel cell

Hydrogen is regarded as the energy source of the future: It is produced with solar power and can be used to generate heat and electricity in fuel cells. Empa researchers have now succeeded in decoding the movement of hydrogen ions in crystals – a key step towards more efficient energy conversion in the hydrogen industry of tomorrow.

As charge carriers, electrons and ions play the leading role in electrochemical energy storage devices and converters such as batteries and fuel cells. Proton...

Im Focus: Die Schweiz in Pole-Position in der neuen ESA-Mission

Die Europäische Weltraumagentur ESA gab heute grünes Licht für die industrielle Produktion von PLATO, der grössten europäischen wissenschaftlichen Mission zu Exoplaneten. Partner dieser Mission sind die Universitäten Bern und Genf.

Die Europäische Weltraumagentur ESA lanciert heute PLATO (PLAnetary Transits and Oscillation of stars), die grösste europäische wissenschaftliche Mission zur...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Von Batterieforschung bis Optoelektronik

23.06.2017 | Veranstaltungen

10. HDT-Tagung: Elektrische Antriebstechnologie für Hybrid- und Elektrofahrzeuge

22.06.2017 | Veranstaltungen

„Fit für die Industrie 4.0“ – Tagung von Hochschule Darmstadt und Schader-Stiftung am 27. Juni

22.06.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Radioaktive Elemente in Cassiopeia A liefern Hinweise auf Neutrinos als Ursache der Supernova-Explosion

23.06.2017 | Physik Astronomie

Dünenökosysteme modellieren

23.06.2017 | Ökologie Umwelt- Naturschutz

Makro-Mikrowelle macht Leichtbau für Luft- und Raumfahrt effizienter

23.06.2017 | Materialwissenschaften