Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Weiteres Geheimnis der Stammzellen gelöst

06.11.2006
Molekül bringt Zellen dazu, sich selbst zu erneuern

Einem internationalen Forscherteam ist es gelungen, ein kleines Molekül zu entdecken, mit dem sich Stammzellen erheblich leichter als bisher vermehren lassen. Die einfach gebaute Substanz namens SC1 bringt Stammzellen im Labor dazu, sich selbst zu erneuern. Dadurch behalten sie die Fähigkeit, sich in viele unterschiedliche Zellen zu differenzieren. Bisher war das nur unter erheblichem Aufwand möglich, berichten die Forscher in der jüngsten Ausgabe des Wissenschaftsmagazins Proceedings of the National Academy of Sciences PNAS.

Die moderne Medizin setzt in Zukunft auf Stammzellen-Therapien, denn damit könnten sich viele Krankheiten effektiv lindern oder sogar heilen lassen. Das Forscherteam um Jeong Tae Do vom Max Planck Institut für molekulare Biomedizin hat gemeinsam mit Forscherkollegen vom Scripps Research Institute in La Jolla und dem Genomics Institute der Novartis Research Foundation in San Diego das kleine Molekül SC1 entdeckt. SC1 verhindert, dass sich die Zelle spezialisiert und ihre Wandlungsfähigkeit verliert. Damit können sich die Stammzellen sowohl im Körper als auch in der Kulturschale in viele verschiedene Zellen eines Organismus verwandeln.

"Mit Hilfe dieses Moleküls können wir Stammzellen künftig sauber und auf relativ einfache und preiswerte Weise vermehren. Über eine sehr lange Zeit haben wir die Stammzellen von Mäusen damit im undifferenzierten Zustand gehalten", so Jeong Tae Do. Dies sei für die Stammzellforschung ein wichtiger Schritt. Bisher war es sehr mühsam Stammzellen im Labor so zu halten, dass sie pluripotent bleiben, wenn sie sich teilen. Die Wissenschaftler mussten sie zum Beispiel auf Nährzellen wie etwa fremden tierischen Zellen sowie in Kälberserum züchten und noch eine Reihe teurer Substanzen hinzufügen. Menschliche Stammzellen würden sich schon deshalb nicht für medizinische Anwendung eignen, weil sie mit tierischen Produkten verunreinigt wären.

... mehr zu:
»Molekül »SC1 »Stammzelle

SC1 wirkt dabei nicht nach demselben Prinzip wie der Cocktail, den Forscher bislang als Jungbrunnen für Stammzellen verwendeten, denn es blockiert gleich zwei Enzyme, die an der Differenzierung beteiligt sind, berichtet die Max-Planck-Gesellschaft. Der Weg dorthin war für die Wissenschaftler allerdings sehr steinig, denn sie testeten mehr als 50.000 Substanzen. Am Ende blieb SC1, das auf dem Grundbaustein Dihydropyrimidopyrimidin basiert, als das am besten geeignete übrig. Anschließend haben die Forscher geprüft, ob sich Stammzellen, die mit SC1 behandelt wurden, auch mit lebenden Organismen vertragen.

Wolfgang Weitlaner | pressetext.deutschland
Weitere Informationen:
http://www.pnas.org
http://www.mpi-muenster.mpg.de
http://www.mpg.de

Weitere Berichte zu: Molekül SC1 Stammzelle

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Biowissenschaften Chemie:

nachricht Pfade ausleuchten im Fischgehirn
24.07.2017 | Max-Planck-Institut für Neurobiologie

nachricht Netzwerke statt Selbstversorgung: Wiesenorchideen überraschen Bayreuther Forscher
24.07.2017 | Universität Bayreuth

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Biowissenschaften Chemie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Einblicke unter die Oberfläche des Mars

Die Region erstreckt sich über gut 1000 Kilometer entlang des Äquators des Mars. Sie heißt Medusae Fossae Formation und über ihren Ursprung ist bislang wenig bekannt. Der Geologe Prof. Dr. Angelo Pio Rossi von der Jacobs University hat gemeinsam mit Dr. Roberto Orosei vom Nationalen Italienischen Institut für Astrophysik in Bologna und weiteren Wissenschaftlern einen Teilbereich dieses Gebietes, genannt Lucus Planum, näher unter die Lupe genommen – mithilfe von Radarfernerkundung.

Wie bei einem Röntgenbild dringen die Strahlen einige Kilometer tief in die Oberfläche des Planeten ein und liefern Informationen über die Struktur, die...

Im Focus: Molekulares Lego

Sie können ihre Farbe wechseln, ihren Spin verändern oder von fest zu flüssig wechseln: Eine bestimmte Klasse von Polymeren besitzt faszinierende Eigenschaften. Wie sie das schaffen, haben Forscher der Uni Würzburg untersucht.

Bei dieser Arbeit handele es sich um ein „Hot Paper“, das interessante und wichtige Aspekte einer neuen Polymerklasse behandelt, die aufgrund ihrer Vielfalt an...

Im Focus: Das Universum in einem Kristall

Dresdener Forscher haben in Zusammenarbeit mit einem internationalen Forscherteam einen unerwarteten experimentellen Zugang zu einem Problem der Allgemeinen Realitätstheorie gefunden. Im Fachmagazin Nature berichten sie, dass es ihnen in neuartigen Materialien und mit Hilfe von thermoelektrischen Messungen gelungen ist, die Schwerkraft-Quantenanomalie nachzuweisen. Erstmals konnten so Quantenanomalien in simulierten Schwerfeldern an einem realen Kristall untersucht werden.

In der Physik spielen Messgrößen wie Energie, Impuls oder elektrische Ladung, welche ihre Erscheinungsform zwar ändern können, aber niemals verloren gehen oder...

Im Focus: Manipulation des Elektronenspins ohne Informationsverlust

Physiker haben eine neue Technik entwickelt, um auf einem Chip den Elektronenspin mit elektrischen Spannungen zu steuern. Mit der neu entwickelten Methode kann der Zerfall des Spins unterdrückt, die enthaltene Information erhalten und über vergleichsweise grosse Distanzen übermittelt werden. Das zeigt ein Team des Departement Physik der Universität Basel und des Swiss Nanoscience Instituts in einer Veröffentlichung in Physical Review X.

Seit einigen Jahren wird weltweit untersucht, wie sich der Spin des Elektrons zur Speicherung und Übertragung von Information nutzen lässt. Der Spin jedes...

Im Focus: Manipulating Electron Spins Without Loss of Information

Physicists have developed a new technique that uses electrical voltages to control the electron spin on a chip. The newly-developed method provides protection from spin decay, meaning that the contained information can be maintained and transmitted over comparatively large distances, as has been demonstrated by a team from the University of Basel’s Department of Physics and the Swiss Nanoscience Institute. The results have been published in Physical Review X.

For several years, researchers have been trying to use the spin of an electron to store and transmit information. The spin of each electron is always coupled...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Recherche-Reise zum European XFEL und DESY nach Hamburg

24.07.2017 | Veranstaltungen

Internationale Konferenz zu Sprachdialogsystemen und Mensch-Maschine-Kommunikation in Saarbrücken

24.07.2017 | Veranstaltungen

Den Geheimnissen der Schwarzen Löcher auf der Spur

21.07.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Power-to-Liquid: 200 Liter Sprit aus Solarstrom und dem Kohlenstoffdioxid der Umgebungsluft

24.07.2017 | Energie und Elektrotechnik

Innovationsindikator 2017: Deutschland auf Platz vier von 35, bei der Digitalisierung nur Rang 17

24.07.2017 | Studien Analysen

Netzwerke statt Selbstversorgung: Wiesenorchideen überraschen Bayreuther Forscher

24.07.2017 | Biowissenschaften Chemie