Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

"Missing Link" der Elefantenevolution entdeckt

31.10.2006
In Eritrea hat eine internationale Forschergruppe, der auch Dr. Dietmar Zinner vom Deutschen Primatenzentrum in Göttingen angehört, 27 Millionen Jahre alte Fossilien entdeckt, die ein "missing link" zwischen modernen Elefanten und ihren Vorfahren darstellen.

Afrikanische und asiatische Elefanten sind heute die einzigen lebenden Mitglieder der Proboscidea (Rüsseltiere). Diese Tiergruppe erfuhr vor etwa 24 Millionen Jahren eine starke Radiation, und es entstanden zahlreiche neue Arten. Die Radiation trat auf nachdem sich die ursprünglichen Probosciden in zwei Evolutionslinien aufgespalten hatten, von denen eine zu Elefanten, Mammuts und deren eigentlichen Vorfahren führte (Elephantida) und die andere zu den Mastodonten (Mammutida).

Vor der Entdeckung am Horn von Afrika gab es aus der entscheidenden Übergangsphase von vor 28-25 Millionen Jahren, als sich die beiden Linien trennten, keine Fossilienbelege. Dr. Jeheskel Shoshani und seine Kollegen berichten nun, dass das entdeckte Kieferfossil genau diese Lücke füllt. Der Kiefer ist etwa 26,8 Millionen Jahre alt und weist eine Zahnmorphologie auf, die zwischen modernen und ursprünglichen Elefantenarten steht. Zudem ist es das älteste Fossil, bei dem ein horizontaler Zahnwechsel nachgewiesen werden konnte, ein Merkmal das auch bei modernen Elefanten gefunden wird.

Die Autoren der Studie nannten das Tier Eritreum melakeghebrekristosi und berechneten, auf Grund der Größe des Kiefers, seine Größe auf etwa 130 cm Schulterhöhe bei einem Gewicht von 484 kg. Eritreum war damit sehr viel kleiner als heutige Elefanten. Der Name der neuen Art weist auf das Land Eritrea hin, in dem das Fossil gefunden wurde und ehrt den Namen des Bauern, der es auf seinem Land entdeckt hat, Melake Ghebrekristos. Der Fund in Eritrea und ein weiterer aus Chilga in Äthiopien weisen darauf hin, dass Ostafrika eines der Zentren für die frühe Evolution der Rüsseltiere war.

... mehr zu:
»Elefanten »Fossil
Artikel # 06-03689: "A new proboscidean from the late Oligocene of Eritrea, a 'missing link' between early Elephantiformes and Elephantimorpha, and biogeographic implications" by
Autoren: Jeheskel Shoshani, Robert C. Walter, Michael Abraha, Seife Berhe, Pascal Tassy, William J. Sanders, Gary H. Marchant, Yosief Libseka, Tesfalidet Ghirmai, & Dietmar Zinner

Zeitschrift: Proceedings of the National Academy of Sciences

Kontakt:
Dr. Dietmar Zinner
Kognitive Ethologie
Deutsches Primatenzentrum
D-37077 Göttingen, Deutschland
Tel: +49 551 38 51 129,
email: dzinner@gwdg.de
Dr. Jeheskel Shoshani
Department of Biology
University of Asmara
Eritrea and Elephant Research Foundation
Bloomfield Hills, Michigan
email: hezy23@gmail.com and jshosh@sun.science.wayne.edu

Dr. Dr. Michael Schwibbe | idw
Weitere Informationen:
http://dpz.eu/

Weitere Berichte zu: Elefanten Fossil

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Biowissenschaften Chemie:

nachricht Der Evolutionsvorteil der Strandschnecke
28.03.2017 | Gesellschaft Deutscher Chemiker e.V.

nachricht Mobile Goldfinger
28.03.2017 | Gesellschaft Deutscher Chemiker e.V.

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Biowissenschaften Chemie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Entwicklung miniaturisierter Lichtmikroskope - „ChipScope“ will ins Innere lebender Zellen blicken

Das Institut für Halbleitertechnik und das Institut für Physikalische und Theoretische Chemie, beide Mitglieder des Laboratory for Emerging Nanometrology (LENA), der Technischen Universität Braunschweig, sind Partner des kürzlich gestarteten EU-Forschungsprojektes ChipScope. Ziel ist es, ein neues, extrem kleines Lichtmikroskop zu entwickeln. Damit soll das Innere lebender Zellen in Echtzeit beobachtet werden können. Sieben Institute in fünf europäischen Ländern beteiligen sich über die nächsten vier Jahre an diesem technologisch anspruchsvollen Projekt.

Die zukünftigen Einsatzmöglichkeiten des neu zu entwickelnden und nur wenige Millimeter großen Mikroskops sind äußerst vielfältig. Die Projektpartner haben...

Im Focus: A Challenging European Research Project to Develop New Tiny Microscopes

The Institute of Semiconductor Technology and the Institute of Physical and Theoretical Chemistry, both members of the Laboratory for Emerging Nanometrology (LENA), at Technische Universität Braunschweig are partners in a new European research project entitled ChipScope, which aims to develop a completely new and extremely small optical microscope capable of observing the interior of living cells in real time. A consortium of 7 partners from 5 countries will tackle this issue with very ambitious objectives during a four-year research program.

To demonstrate the usefulness of this new scientific tool, at the end of the project the developed chip-sized microscope will be used to observe in real-time...

Im Focus: Das anwachsende Ende der Ordnung

Physiker aus Konstanz weisen sogenannte Mermin-Wagner-Fluktuationen experimentell nach

Ein Kristall besteht aus perfekt angeordneten Teilchen, aus einer lückenlos symmetrischen Atomstruktur – dies besagt die klassische Definition aus der Physik....

Im Focus: Wegweisende Erkenntnisse für die Biomedizin: NAD⁺ hilft bei Reparatur geschädigter Erbinformationen

Eine internationale Forschergruppe mit dem Bayreuther Biochemiker Prof. Dr. Clemens Steegborn präsentiert in 'Science' neue, für die Biomedizin wegweisende Forschungsergebnisse zur Rolle des Moleküls NAD⁺ bei der Korrektur von Schäden am Erbgut.

Die Zellen von Menschen und Tieren können Schäden an der DNA, dem Träger der Erbinformation, bis zu einem gewissen Umfang selbst reparieren. Diese Fähigkeit...

Im Focus: Designer-Proteine falten DNA

Florian Praetorius und Prof. Hendrik Dietz von der Technischen Universität München (TUM) haben eine neue Methode entwickelt, mit deren Hilfe sie definierte Hybrid-Strukturen aus DNA und Proteinen aufbauen können. Die Methode eröffnet Möglichkeiten für die zellbiologische Grundlagenforschung und für die Anwendung in Medizin und Biotechnologie.

Desoxyribonukleinsäure – besser bekannt unter der englischen Abkürzung DNA – ist die Trägerin unserer Erbinformation. Für Prof. Hendrik Dietz und Florian...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Industriearbeitskreis »Prozesskontrolle in der Lasermaterialbearbeitung ICPC« lädt nach Aachen ein

28.03.2017 | Veranstaltungen

Neue Methoden für zuverlässige Mikroelektronik: Internationale Experten treffen sich in Halle

28.03.2017 | Veranstaltungen

Wie Menschen wachsen

27.03.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Von Agenten, Algorithmen und unbeliebten Wochentagen

28.03.2017 | Unternehmensmeldung

Hannover Messe: Elektrische Maschinen in neuen Dimensionen

28.03.2017 | HANNOVER MESSE

Dimethylfumarat – eine neue Behandlungsoption für Lymphome

28.03.2017 | Medizin Gesundheit