Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Anstoß für deutsch-afrikanisches Medizinerteam

26.10.2006
VolkswagenStiftung unterstützt Vorhaben zur Bekämpfung von Leishmaniosen. An diesen Infektionserkrankungen leiden weltweit etwa zwölf Millionen Menschen.

Ein Team junger Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus Deutschland und Afrika will sich mit Unterstützung der VolkswagenStiftung jetzt einem bedeutenden medizinischen Problem annehmen: der kutanen Leishmaniose - dabei insbesondere der Assoziation dieser Erkrankung mit HIV und AIDS. Unter der Verantwortung von Privatdozentin Dr. Esther von Stebut von der Hautklinik der Universität Mainz beteiligen sich an dem Projekt Dr. Blaise Dondji von der University of Ngaoundéré und Professor Dr. Albert-Legrand Same-Ekobo von der Université de Yaoundé I, beide Kamerun, sowie Professor Dr. Marcus Maurer von der Charité - Universitätsmedizin Berlin.

Leishmaniosen sind Infektionserkrankungen, ausgelöst von einzelligen Parasiten, den Leishmanien. Die Erreger werden durch den Stich der Schmetterlingsmücken (Sandmücken) übertragen; eine direkte Ansteckung von Mensch zu Mensch findet nicht statt. Bei der kutanen Leishmaniose ist nur die Haut betroffen. An der Eintrittsstelle entwickelt sich etwa einen Monat nach der Infektion eine juckende Beule, die zu einem wenige Zentimeter großen Geschwür aufbricht. Dies verursacht üblicherweise keine Schmerzen, heilt aber erst nach ein bis zwei Jahren ab, wobei eine Narbe entsteht. In etwa jedem zehnten Fall kommt es zum Wiederauftreten der Erkrankung. Die Krankheit kommt in Nord- und Zentralafrika vor, aber auch in den subtropischen und tropischen Regionen Asiens, im Mittelmeerraum, den Staaten Mittelamerikas und des nördlichen Südamerikas und in Texas. Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation sind weltweit etwa zwölf Millionen Menschen mit Leishmanien infiziert, 50 bis 75 Prozent davon haben die kutane Form der Leishmaniose.

Ausbrüche der Infektionen verursachen große Gesundheits- und sozioökonomische Probleme; zugleich - und hier zeigt sich ein besonderes Risiko - spielt die Leishmaniose eine Rolle als opportunistische Infektion bei HIV-positiven Menschen, deren geschwächtes Immunsystem weit weniger erfolgreich mit der Erkrankung umzugehen vermag. Hier setzen die Forscher mit ihren Arbeiten an: Sie wollen Daten sammeln und Charakteristika der Immunantworten gegenüber einer Leishmaniose erkennen - und zwar bei Patienten mit und ohne HIV-Koinfektion. Über diesen Weg hoffen die Wissenschaftler, letztlich neue Resistenzmechanismen gegenüber einer Leishmaniose identifizieren zu können. Dies könnte mittelfristig zu besseren Behandlungsstrategien führen und möglicherweise genauere Aussagen über Impfstrategien gegen die Leishmaniose zulassen.

Die von der Stiftung mit 315.500 Euro geförderten Untersuchungen finden im Nordkamerun statt.

Kontakt zum Projekt:
Universität Mainz
Universitäts-Hautklinik
PD Dr. Esther von Stebut
Telefon: 06131/17 57 31
E-Mail: vonstebu@uni-mainz.de

Dr. Christian Jung | idw
Weitere Informationen:
http://www.volkswagenstiftung.de
http://www.volkswagenstiftung.de/service/presse.html?datum=20061026

Weitere Berichte zu: Infektion Leishmaniose Medizinerteam

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Biowissenschaften Chemie:

nachricht Junger Embryo verspeist gefährliche Zelle
18.05.2018 | Rudolf-Virchow-Zentrum für Experimentelle Biomedizin der Universität Würzburg

nachricht Weiße Gespenster am Straßenrand - die Pfaffenhütchen-Gespinstmotte
18.05.2018 | Bayerische Landesanstalt für Wald und Forstwirtschaft

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Biowissenschaften Chemie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Bose-Einstein-Kondensat im Riesenatom - Universität Stuttgart untersucht exotisches Quantenobjekt

Passt eine ultrakalte Wolke aus zehntausenden Rubidium-Atomen in ein einzelnes Riesenatom? Forscherinnen und Forschern am 5. Physikalischen Institut der Universität Stuttgart ist dies erstmals gelungen. Sie zeigten einen ganz neuen Ansatz, die Wechselwirkung von geladenen Kernen mit neutralen Atomen bei weitaus niedrigeren Temperaturen zu untersuchen, als es bisher möglich war. Dies könnte einen wichtigen Schritt darstellen, um in Zukunft quantenmechanische Effekte in der Atom-Ion Wechselwirkung zu studieren. Das renommierte Fachjournal Physical Review Letters und das populärwissenschaftliche Begleitjournal Physics berichteten darüber.*)

In dem Experiment regten die Forscherinnen und Forscher ein Elektron eines einzelnen Atoms in einem Bose-Einstein-Kondensat mit Laserstrahlen in einen riesigen...

Im Focus: Algorithmen für die Leberchirurgie – weltweit sicherer operieren

Die Leber durchlaufen vier komplex verwobene Gefäßsysteme. Die chirurgische Entfernung von Tumoren ist daher oft eine schwierige Aufgabe. Das Fraunhofer-Institut für Bildgestützte Medizin MEVIS hat Algorithmen entwickelt, die die Bilddaten von Patienten analysieren und chirurgische Risiken berechnen. Leberkrebsoperationen werden damit besser planbar und sicherer.

Jährlich erkranken weltweit 750.000 Menschen neu an Leberkrebs, viele weitere entwickeln Lebermetastasen aufgrund anderer Krebserkrankungen. Ein chirurgischer...

Im Focus: Positronen leuchten besser

Leuchtstoffe werden schon lange benutzt, im Alltag zum Beispiel im Bildschirm von Fernsehgeräten oder in PC-Monitoren, in der Wissenschaft zum Untersuchen von Plasmen, Teilchen- oder Antiteilchenstrahlen. Gleich ob Teilchen oder Antiteilchen – treffen sie auf einen Leuchtstoff auf, regen sie ihn zum Lumineszieren an. Unbekannt war jedoch bisher, dass die Lichtausbeute mit Elektronen wesentlich niedriger ist als mit Positronen, ihren Antiteilchen. Dies hat Dr. Eve Stenson im Max-Planck-Institut für Plasmaphysik (IPP) in Garching und Greifswald jetzt beim Vorbereiten von Experimenten mit Materie-Antimaterie-Plasmen entdeckt.

„Wäre Antimaterie nicht so schwierig herzustellen, könnte man auf eine Ära hochleuchtender Niederspannungs-Displays hoffen, in der die Leuchtschirme nicht von...

Im Focus: Erklärung für rätselhafte Quantenoszillationen gefunden

Sogenannte Quanten-Vielteilchen-„Scars“ lassen Quantensysteme länger außerhalb des Gleichgewichtszustandes verweilen. Studie wurde in Nature Physics veröffentlicht

Forschern der Harvard Universität und des MIT war es vor kurzem gelungen, eine Rekordzahl von 53 Atomen einzufangen und ihren Quantenzustand einzeln zu...

Im Focus: Explanation for puzzling quantum oscillations has been found

So-called quantum many-body scars allow quantum systems to stay out of equilibrium much longer, explaining experiment | Study published in Nature Physics

Recently, researchers from Harvard and MIT succeeded in trapping a record 53 atoms and individually controlling their quantum state, realizing what is called a...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

„Data Science“ – Theorie und Anwendung: Internationale Tagung unter Leitung der Uni Paderborn

18.05.2018 | Veranstaltungen

Visual-Computing an Bord der MS Wissenschaft

17.05.2018 | Veranstaltungen

Tagung »Anlagenbau und -betrieb der Zukunft«

17.05.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Bose-Einstein-Kondensat im Riesenatom - Universität Stuttgart untersucht exotisches Quantenobjekt

18.05.2018 | Physik Astronomie

Countdown für Kilogramm, Kelvin und Co.

18.05.2018 | Physik Astronomie

Wie Immunzellen Bakterien mit Säure töten

18.05.2018 | Biowissenschaften Chemie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics