Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Unsichtbares Röhrchen hilft chemischer Industrie

24.01.2002


Chemiker aus Utrecht haben in einem Projekt der niederländischen Organisation für wissenschaftliche Forschung (NWO) einen Katalysator für die Feinchemie entwickelt. Miniröhrchen aus Grafit bilden den Träger des Katalysators. Doktorand Tijmen Ros testete den Katalysator erfolgreich mit einer Standardreaktion. Inzwischen machen Mitforscher den Katalysator tauglich für die Produktion des Geruchs- und Geschmackstoffs Zimtalkohol.

Kohlennanofiber werden laut den Utrechter Forschern aktive Kohle als Träger von Katalysatoren ersetzen. Kohlennanofiber sind kleine aus Grafit hergestellte Röhrchen. Mehrere Röhrchen zusammen bilden ein schwammartiges Material mit einer großen inneren Oberfläche. Im optimalsten Fall enthält ein Gramm Röhrchen eine Oberfläche von zweihundert Quadratmetern. Auf der Oberfläche befestigen die Forscher den Katalysator, zum Beispiel das Metall Rhodium. Auf einer großen Oberfläche passen viele kleine Metallteilchen und das ergibt einen guten Katalysator.

NWO-Forscher Tijmen Ros untersuchte wie gut der Katalysator bei der Hydrierung von Cyclohexen funktioniert. Hydrierung ist eine viel verwendete Reaktion in der Industrie. Ein Beispiel von Hydrierung ist die Härtung von Fett, um Butter aus pflanzlichen oder tierischen Ölen herzustellen. Auch Farb-, Geruchs- und Geschmacksstoffe werden durch Hydrierung hergestellt. Cyclohexen ist ein einfaches Molekül, das die Forscher zum Testen des Katalysators benutzen.

Es zeigte sich, dass der Katalysator so gut funktionierte, dass nicht der Katalysator selbst, sondern die Zufuhr von neuem Wasserstoff der geschwindigkeitsbeschränkende Schritt in der Hydrierung wurde.
Die Forscher testeten die Kohlennanofiber zuerst mit losen Metallteilchen und danach mit Metallkomplexen. Die Feinchemie verwendet oft lose Metallteilchen, möchte jedoch lieber mit Komplexen arbeiten, weil diese die Reaktion besser steuern. Ein Komplex verbunden mit Kohlennanofiber ermöglicht Wiederverwendung des Katalysators. Obwohl sich zeigte, dass der Komplex der Chemiker seine Wirkung verloren hatte, erwarten die Forscher in Zukunft wohl wirksame Komplexe herstellen zu können.
Inzwischen beschäftigt sich die Utrechter Forschungsgruppe mit der industriell interessanten Hydrierung von Zimtaldehyd zu Zimtalkohol, ein Stoff, der nach Zimt riecht und schmeckt. Die meisten großen Unternehmen warten ab, bis sich Kohlennanofiber als Träger von Katalysatoren erwiesen hat. Die Forscher erwarten, dass dies innerhalb von zehn Jahren der Fall sein wird.

Nähere Informationen beim Doktoranden Tijmen Ros (Universität Utrecht, Fachbereich Anorganische Chemie und Katalyse), Tel. +31 (0)30 2536779 (Büro), +31 (0)30 2311849 (privat), Fax +31 (0)30 2511027, E-Mail: t.g.ros@chem.uu.nl Promotion am 16. Januar, Promotoren Prof. Dr. Dipl.-Ing.
D.C. Koningsberger und Prof. Dr. Dipl.-Ing. J.W. Geus

Msc Michel Philippens | idw

Weitere Berichte zu: Hydrierung Katalysator Kohlennanofiber Komplex Röhrchen

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Biowissenschaften Chemie:

nachricht Krebsforschung in der Schwerelosigkeit
18.12.2017 | Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg

nachricht Von Alaska bis zum Amazonas: Pflanzenmerkmale erstmals kartiert
18.12.2017 | Max-Planck-Institut für Biogeochemie

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Biowissenschaften Chemie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: „Carmenes“ findet ersten Planeten

Deutsch-spanisches Forscherteam entwirft, baut und nutzt modernen Spektrografen

Seit Januar 2016 nutzt ein deutsch-spanisches Forscherteam mit Beteiligung der Universität Göttingen den modernen Spektrografen „Carmenes“ für die Suche nach...

Im Focus: Fehlerfrei ins Quantencomputer-Zeitalter

Heute verfügbare Ionenfallen-Technologien eignen sich als Basis für den Bau von großen Quantencomputern. Das zeigen Untersuchungen eines internationalen Forscherteams, deren Ergebnisse nun in der Fachzeitschrift Physical Review X veröffentlicht wurden. Die Wissenschaftler haben für Ionenfallen maßgeschneiderte Protokolle entwickelt, mit denen auftretende Fehler jederzeit entdeckt und korrigiert werden können.

Damit die heute existierenden Prototypen von Quantencomputern ihr volles Potenzial entfalten, müssen sie erstens viel größer werden, d.h. über deutlich mehr...

Im Focus: Error-free into the Quantum Computer Age

A study carried out by an international team of researchers and published in the journal Physical Review X shows that ion-trap technologies available today are suitable for building large-scale quantum computers. The scientists introduce trapped-ion quantum error correction protocols that detect and correct processing errors.

In order to reach their full potential, today’s quantum computer prototypes have to meet specific criteria: First, they have to be made bigger, which means...

Im Focus: Search for planets with Carmenes successful

German and Spanish researchers plan, build and use modern spectrograph

Since 2016, German and Spanish researchers, among them scientists from the University of Göttingen, have been hunting for exoplanets with the “Carmenes”...

Im Focus: Immunsystem - Blutplättchen können mehr als bislang bekannt

LMU-Mediziner zeigen eine wichtige Funktion von Blutplättchen auf: Sie bewegen sich aktiv und interagieren mit Erregern.

Die aktive Rolle von Blutplättchen bei der Immunabwehr wurde bislang unterschätzt: Sie übernehmen mehr Funktionen als bekannt war. Das zeigt eine Studie von...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Neue Konfenzreihe in Berlin: Landscape 2018 - Ernährungssicherheit, Klimawandel, Nachhaltigkeit

18.12.2017 | Veranstaltungen

Call for Contributions: Tagung „Lehren und Lernen mit digitalen Medien“

15.12.2017 | Veranstaltungen

Die Stadt der Zukunft nachhaltig(er) gestalten: inter 3 stellt Projekte auf Konferenz vor

15.12.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Lipid-Nanodisks stabilisieren fehlgefaltete Proteine für Untersuchungen

18.12.2017 | Biowissenschaften Chemie

Von Alaska bis zum Amazonas: Pflanzenmerkmale erstmals kartiert

18.12.2017 | Biowissenschaften Chemie

Krebsforschung in der Schwerelosigkeit

18.12.2017 | Biowissenschaften Chemie