Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Parasitäre Pflanzen erschnüffeln ihre Opfer

04.10.2006
Zeitdruck macht Teufelszwirne erfinderisch

Forschern der Pennsyslvania State University ist der Beweis gelungen, dass parasitär lebende Pflanzen den Duft ihrer zukünftigen Opfer erschnüffeln können: der Teufelszwirn (Cuscuta pentagona), einer der zehn am meisten gefürchteten Schädlinge in der US-Landwirtschaft, kann das chemische Aroma seines Wirtes wahrnehmen und sein Wachstum in diese Richtung bringen, berichten die Forscher in der jüngsten Ausgabe des Wissenschaftsmagazins Science.

In verschiedenen Experimenten mit dem Teufelszwirn und Tomatenpflanzen, den Lieblingspflanzen des Parasiten, konnten die Forscher um Justin Runyon den Mechanismen der Duftsignale auf die Spur kommen. Demnach reagierten die Parasiten auf die Tomatenpflanze und auf Gummi, das mit mehreren Duftnoten von Tomaten behandelt wurde. Ein Topf mit grün und rot gefärbtem Wasser oder visuelle Stimulierung, lockte den Schädling hingegen nicht an. Für den Parasiten, der selbst nicht mit Photosynthese Nahrung herstellen kann, ist die Frage nach der Wirt-Suche ein Zeitproblem, das er schnell lösen muss, da er sonst stirbt.

Offensichtlich orientieren sich die Parasiten an den Terpenen der Wirtspflanze, wie die Forscher auch in anderen Versuchen deutlich feststellen konnten. Demnach ist der Parasit aber auch in der Lage zwischen guten und schlechten Wirtspflanzen zu unterscheiden. Beim Getreide stießen die Forscher auf einen Duftstoff, der dem Teufelszwirn offensichtlich gar nicht behagt. Co-Autor Mark Mescher verglich das Verhalten der Parasiten mit jener von Läusen.

"Pflanzen duften aus verschiedenen Gründen", meint der Biologe Joachim Ruther vom Institut für Biologie der Freien Universität Berlin http://www.fu-berlin.de im pressetext-Interview. "Diese Terpene locken aber nicht nur Schädlinge herbei, sondern schützen die Pflanzen auch vor anderen Feinden wie etwa Herbivoren", erklärt der Experte das Wettrüsten um die Duftstoffe. "Offensichtlich ist der Vorteil aus den Düften größer als der Nachteil." Das Wissen um die Duftstoffe bietet jedenfalls einen Ansatzpunkt für die Entwicklung neuer Pflanzenschutzmittel. Allein in den USA belaufen sich die Kosten für die Bekämpfung des Teufelszwirnes, der auch Karotten und Zwiebel vernichtet, jährlich vier Mio. Dollar.

Wolfgang Weitlaner | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.psu.edu
http://www.sciencemag.org

Weitere Berichte zu: Duftstoff Parasit Schädling Teufelszwirn

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Biowissenschaften Chemie:

nachricht Wegweisende Erkenntnisse für die Biomedizin: NAD⁺ hilft bei Reparatur geschädigter Erbinformationen
24.03.2017 | Universität Bayreuth

nachricht Ultradünne CIGSE-Solarzellen: Nanostrukturen steigern den Wirkungsgrad
24.03.2017 | Helmholtz-Zentrum Berlin für Materialien und Energie GmbH

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Biowissenschaften Chemie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Wegweisende Erkenntnisse für die Biomedizin: NAD⁺ hilft bei Reparatur geschädigter Erbinformationen

Eine internationale Forschergruppe mit dem Bayreuther Biochemiker Prof. Dr. Clemens Steegborn präsentiert in 'Science' neue, für die Biomedizin wegweisende Forschungsergebnisse zur Rolle des Moleküls NAD⁺ bei der Korrektur von Schäden am Erbgut.

Die Zellen von Menschen und Tieren können Schäden an der DNA, dem Träger der Erbinformation, bis zu einem gewissen Umfang selbst reparieren. Diese Fähigkeit...

Im Focus: Designer-Proteine falten DNA

Florian Praetorius und Prof. Hendrik Dietz von der Technischen Universität München (TUM) haben eine neue Methode entwickelt, mit deren Hilfe sie definierte Hybrid-Strukturen aus DNA und Proteinen aufbauen können. Die Methode eröffnet Möglichkeiten für die zellbiologische Grundlagenforschung und für die Anwendung in Medizin und Biotechnologie.

Desoxyribonukleinsäure – besser bekannt unter der englischen Abkürzung DNA – ist die Trägerin unserer Erbinformation. Für Prof. Hendrik Dietz und Florian...

Im Focus: Fliegende Intensivstationen: Ultraschallgeräte in Rettungshubschraubern können Leben retten

Etwa 21 Millionen Menschen treffen jährlich in deutschen Notaufnahmen ein. Im Kampf zwischen Leben und Tod zählt für diese Patienten jede Minute. Wenn sie schon kurz nach dem Unfall zielgerichtet behandelt werden können, verbessern sich ihre Überlebenschancen erheblich. Damit Notfallmediziner in solchen Fällen schnell die richtige Diagnose stellen können, kommen in den Rettungshubschraubern der DRF Luftrettung und zunehmend auch in Notarzteinsatzfahrzeugen mobile Ultraschallgeräte zum Einsatz. Experten der Deutschen Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin e.V. (DEGUM) schulen die Notärzte und Rettungsassistenten.

Mit mobilen Ultraschallgeräten können Notärzte beispielsweise innere Blutungen direkt am Unfallort identifizieren und sie bei Bedarf auch für Untersuchungen im...

Im Focus: Gigantische Magnetfelder im Universum

Astronomen aus Bonn und Tautenburg in Thüringen beobachteten mit dem 100-m-Radioteleskop Effelsberg Galaxienhaufen, das sind Ansammlungen von Sternsystemen, heißem Gas und geladenen Teilchen. An den Rändern dieser Galaxienhaufen fanden sie außergewöhnlich geordnete Magnetfelder, die sich über viele Millionen Lichtjahre erstrecken. Sie stellen die größten bekannten Magnetfelder im Universum dar.

Die Ergebnisse werden am 22. März in der Fachzeitschrift „Astronomy & Astrophysics“ veröffentlicht.

Galaxienhaufen sind die größten gravitativ gebundenen Strukturen im Universum, mit einer Ausdehnung von etwa zehn Millionen Lichtjahren. Im Vergleich dazu ist...

Im Focus: Giant Magnetic Fields in the Universe

Astronomers from Bonn and Tautenburg in Thuringia (Germany) used the 100-m radio telescope at Effelsberg to observe several galaxy clusters. At the edges of these large accumulations of dark matter, stellar systems (galaxies), hot gas, and charged particles, they found magnetic fields that are exceptionally ordered over distances of many million light years. This makes them the most extended magnetic fields in the universe known so far.

The results will be published on March 22 in the journal „Astronomy & Astrophysics“.

Galaxy clusters are the largest gravitationally bound structures in the universe. With a typical extent of about 10 million light years, i.e. 100 times the...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Lebenswichtige Lebensmittelchemie

23.03.2017 | Veranstaltungen

Die „Panama Papers“ aus Programmierersicht

22.03.2017 | Veranstaltungen

Über Raum, Zeit und Materie

22.03.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Proteintransport - Stau in der Zelle

24.03.2017 | Physik Astronomie

Innovation macht 3D-Drucker für kleinere und mittlere Unternehmen rentabel

24.03.2017 | Verfahrenstechnologie

Der steile Aufstieg der Berner Alpen

24.03.2017 | Geowissenschaften