Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

BMBF-Projekt erfolgreich abgeschlossen: pepART - die Kunst, mit Antikörpern mehrere Zielproteine gleichzeitig zu quantifizieren

15.09.2006
Mediziner brauchen schnelle und sichere Verfahren, um krankheitsrelevante Proteine nachzuweisen. Unter Federführung des NMI Reutlingen wurde im pepART-Verbund eine Methode entwickelt, um in einem Ansatz mit Hilfe von Proteinarrays mehrere Zielproteine aus minimaler Probenmenge quantitativ nachzuweisen.

Die pepART Methode beruht auf dem Nachweis von Proteinen mittels hochspezfischer Antikörper. Hierzu wird die biologische Probe mit einer Protease verdaut. Aus den Proteinen entstehen charakteristische Peptide, die mit Hilfe von Antikörpern in so genannten Sandwich Immunoassays nachgewiesen werden. Diese Immunoassays wurden mit der Array-Technologie miniaturisiert und parallelisiert, so dass in einem Experiment mehrere Proteine gleichzeitig nachgewiesen werden können. Ein besonderer Vorteil dieser Methode ist, dass peptidspezifische Antikörper verwendet werden, die sich schnell und kostengünstig herstellen lassen.

Der Erfolg dieses Verfahrens steht und fällt mit der Qualität der Antikörper. Diese müssen hochspezifisch sein und eine möglichst hohe Affinität für "ihr" Zielmolekül (Peptid/ Proteinfragment) haben. Leider gab es bis dato keine Methode, um schnell und zuverlässig die Binde-Qualitäten einer großen Anzahl von Antikörpern, die gegen Zielmoleküle gerichtet sind, zu bestimmen.

Das NMI Reutlingen hat in Zusammenarbeit mit den Projektpartnern eine Methode entwickelt, mit der in einem automatisierten Prozess Hunderte von Antikörpern an einem Tag detailliert charakterisiert werden können. Das Verfahren ist sensitiv, reproduzierbar und robust und benötigt aufgrund der Miniaturisierung und Parallelisierung nur kleinste Mengen an Reagenzien.

Des Weiteren gelang es, mit miniaturisierten und parallelisierten Immunoassays Tumorproteine in Feinnadelbiopsieproben nachzuweisen. Im Prinzip kann die Methode bei jedem heute bekannten Biomarker angewandt werden - wenn zufriedenstellend charakterisierte Antikörper verfügbar sind.

Das NMI pepART Patent wurde exklusiv an die Biotech-Firma Epitome Biosystems (Waltham, MA, USA) lizenziert, die den peptidbasierten Proteinnachweis weiterentwickelt.

Projektträger:
BMBF Forschungszentrum Jülich, PTJ-BIO
Projektpartner:
Universitäten: Tübingen, Ulm, Zürich
Fraunhofer Institut IPA
Firmen: Merck KGaA, MorphoSys AG, Accelab GmbH, BMI GmbH, Ingenium AG

Dr. Nadja Gugeler | idw
Weitere Informationen:
http://www.nmi.de/
http://www.biochipnet.com/

Weitere Berichte zu: Antikörper Immunoassays Protein Zielmolekül Zielprotein

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Biowissenschaften Chemie:

nachricht Ionen gegen Herzrhythmusstörungen – Nicht-invasive Alternative zu Katheter-Eingriff
20.01.2017 | GSI Helmholtzzentrum für Schwerionenforschung GmbH

nachricht Leibwächter im Darm mit chemischer Waffe
20.01.2017 | Max-Planck-Institut für chemische Ökologie

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Biowissenschaften Chemie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Innovatives Hochleistungsmaterial: Biofasern aus Florfliegenseide

Neuartige Biofasern aus einem Seidenprotein der Florfliege werden am Fraunhofer-Institut für Angewandte Polymerforschung IAP gemeinsam mit der Firma AMSilk GmbH entwickelt. Die Forscher arbeiten daran, das Protein in großen Mengen biotechnologisch herzustellen. Als hochgradig biegesteife Faser soll das Material künftig zum Beispiel in Leichtbaukunststoffen für die Verkehrstechnik eingesetzt werden. Im Bereich Medizintechnik sind beispielsweise biokompatible Seidenbeschichtungen von Implantaten denkbar. Ein erstes Materialmuster präsentiert das Fraunhofer IAP auf der Internationalen Grünen Woche in Berlin vom 20.1. bis 29.1.2017 in Halle 4.2 am Stand 212.

Zum Schutz des Nachwuchses vor bodennahen Fressfeinden lagern Florfliegen ihre Eier auf der Unterseite von Blättern ab – auf der Spitze von stabilen seidenen...

Im Focus: Verkehrsstau im Nichts

Konstanzer Physiker verbuchen neue Erfolge bei der Vermessung des Quanten-Vakuums

An der Universität Konstanz ist ein weiterer bedeutender Schritt hin zu einem völlig neuen experimentellen Zugang zur Quantenphysik gelungen. Das Team um Prof....

Im Focus: Traffic jam in empty space

New success for Konstanz physicists in studying the quantum vacuum

An important step towards a completely new experimental access to quantum physics has been made at University of Konstanz. The team of scientists headed by...

Im Focus: Textiler Hochwasserschutz erhöht Sicherheit

Wissenschaftler der TU Chemnitz präsentieren im Februar und März 2017 ein neues temporäres System zum Schutz gegen Hochwasser auf Baumessen in Chemnitz und Dresden

Auch die jüngsten Hochwasserereignisse zeigen, dass vielerorts das natürliche Rückhaltepotential von Uferbereichen schnell erschöpft ist und angrenzende...

Im Focus: Wie Darmbakterien krank machen

HZI-Forscher entschlüsseln Infektionsmechanismen von Yersinien und Immunantworten des Wirts

Yersinien verursachen schwere Darminfektionen. Um ihre Infektionsmechanismen besser zu verstehen, werden Studien mit dem Modellorganismus Yersinia...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Mittelstand 4.0 – Mehrwerte durch Digitalisierung: Hintergründe, Beispiele, Lösungen

20.01.2017 | Veranstaltungen

Nachhaltige Wassernutzung in der Landwirtschaft Osteuropas und Zentralasiens

19.01.2017 | Veranstaltungen

Künftige Rohstoffexperten aus aller Welt in Freiberg zur Winterschule

18.01.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

21.500 Euro für eine grüne Zukunft – Unserer Umwelt zuliebe

20.01.2017 | Unternehmensmeldung

innovations-report im Interview mit Rolf-Dieter Lafrenz, Gründer und Geschäftsführer der Hamburger Start ups Cargonexx

20.01.2017 | Unternehmensmeldung

Niederlande: Intelligente Lösungen für Bahn und Stahlindustrie werden gefördert

20.01.2017 | Förderungen Preise