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Die Einführung neuer Biomarker für Pemphigoid-Erkrankungen

12.09.2006
Die Pemphigoide (PEs) sind ein Prototyp für organspezifische Autoimmunkrankheiten, die zwar selten auftreten, jedoch schwere klinische Krankheitsbilder darstellen und durch subepidermale Bläschenbildung gekennzeichnet sind. Neuartige ELISA-Diagnose-Assays, die von wissenschaftlichem wie auch kommerziellem Interesse sind, wurden für PE-Patienten entwickelt und legen die Möglichkeit einer wissensbasierten Anwendungen auf andere Krankheiten mit gemeinsamen pathogenetischen Vorgängen nahe.

Bei den Pemphigoiden (PEs) handelt es sich um eine Reihe schwerwiegender und chronischer autoimmuner bullöser Hauterkrankungen, die in den meisten Fällen ältere Menschen betreffen. Sie werden klinisch als verbrennungsähnliche Läsionen (Blasen) beschrieben. Ihr Auftreten wird mit Störungen in den epithelialen Zell-Linien in der Haut und den Schleimhäuten sowie mit Autoimmunkrankheiten in Zusammenhang gebracht.

Das Konsortium PEMPHIGOIDS & IMMUNITY führte eine systematische Untersuchung zu den PEs durch und setzte dabei hochmoderne Verfahren ein, um die Diagnose zu verbessern. Die Forschungsarbeiten konzentrierten sich auf Antigene, die von den Auto-Antikörpern der Pemphigoid-Patienten angezeigt worden waren.

Es wurden rekombinante Eiweißmoleküle (exprimiert in Form des Bakulovirus) vorbereitet, die die kritischen Subdomänen von sowohl BP180 (Kollagen XVII, transmembranes Protein) als auch des zytoplasmatischen BP230-Antigens enthielten. Die neuen Verbindungen wurden in klinischen Tests mit großen Kohorten von Patientenseren validiert, und neun neuartige enzymverbundene Immuno-Sorptions-Assays (ELISA - Enzyme-linked Immunosorbent Assays) gebildet. Die Ergebnisse lassen erkennen, dass auf BP180 und BP230 basierte Methoden das Potenzial besitzen, in Zukunft vermehrt als diagnostische Marker für die Aktivität des Erregers und den Krankheitsverlauf eingesetzt zu werden. Assays, die mit den BP180-Antigen-Domänen verknüpft waren, erwiesen sich als effizienter.

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Zur Verbesserung des gegenwärtig vermarkteten ELISA (basierend auf einer NC16A-Subdomäne von BP180), wurden prokaryotische, rekombinante Verbindungen vorbereitet. Die Forscher konnten ein intramolekulares Epitop entdecken, das während des Krankheitsverlaufs Vorgänge verbreitete, und damit die Leistung der bestehenden Assays ausbauen. Sechs neue ELISAs wurden auf der Grundlage von Epitopen entwickelt, die man nach dem Screening eines BP180 Lambda-Archivs randomisierter Epitope gegen bullöse Seren von Pemphigoid-Patienten identifiziert hatte.

Des Weiteren wurden klinische Tests mit Seren von Pemphigoid-Patienten durchgeführt. Dabei wurde ELISA auf der Basis von Laminin 5, einem epithelialen Adhäsionsligand, eingesetzt. Der Ligand wurde von der konditionierten mittleren Plattenepithelkarzinom-Zelllinie gereinigt. Der neue Assay stellte in einigen bullösen und in den meisten Pemphigoid-Seren der Schleimhaut eine Anti-Laminin 5-Reaktivität fest. Eine Korrelation mit der klinischen Schwere dieser Reaktivität wurde aufgestellt.

Die erwähnten neuartigen Diagnose-Assays werden die Pathophysiologie von PEs beleuchten und die Behandlung der Patienten verbessern. Mit ihren spezifischen Eigenschaften wie hohe Empfindlichkeit und Genauigkeit besitzen die neuen Assays ein großes Potenzial für eine kommerzielle Nutzung.

Michael Hertl | ctm
Weitere Informationen:
http://www.uni-erlangen.de/

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