Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Gentechnik für ertragssicherere Rebsorten und neue Weine

11.09.2006
DNS der Traubensorte Pinot Nero vollständig aufgeschlüsselt

Mitarbeitern der landwirtschaftlichen Forschungsanstalt "Istituto Agrario di San Michele all ´Adige" (IASMA) ist es gelungen, nach sechsjähriger Untersuchung das Desoxyribonukleinsäure-Molekül (DNS) der Traubensorte Pinot Nero (Blauburgunder) vollständig aufzuschlüsseln. Mittels eines als Sequenzierung bekannten Verfahrens konnte die für Zellstoffwechsel und Proteinsynthese verantwortliche Basensequenz in deren Erbgut (genetischer Code) ermittelt werden. Insgesamt wurden über 250.000 Genzeichen (Marker) und 22.875 Gensequenzen festgestellt. Das Projekt ist Teil des 2001 in Kalifornien ins Leben gerufenen "International Grape Genome Program".

IASMA-Direktor Giovanni Gius erklärte: "Was wir beabsichtigen, ist nicht die Herstellung von Biotech-Weinen, sondern die genetische Verbesserung der bestehenden Rebsorten und die Entstehung neuer Weine. Ich denke dabei vor allem an Gewächse, die resistenter gegen Unwetter und Krankheiten sind." Ähnliche Untersuchungen werden derzeit vom Institut an sechs weiteren Nutzpflanzen, darunter Mais und Tomate, durchgeführt. "Die Weinrebe ist dank unserer Untersuchung das bisher einzige mehrjährige Gewächs, dessen DNS vollständig bekannt ist", bestätigt Gius. Das von der örtlichen Sparkassenstiftung und der Autonomen Provinz Trento finanzierte Programm wurde in Zusammenarbeit mit der Us-Firma Myriad Labs abwickelt, die über Erfahrungen bei der Erforschung der Gensequenz bei Reispflanzen verfügt und diese bei der Ausbildung der Institutstechniker eingebracht hat.

Die Ergebnisse der Forschungsarbeit sollen der internationalen Fachwelt erstmals im kommenden Herbst vorgestellt werden. Ihr Nutzen wird laut Giovanni Gius als zunächst den für Südtirol typischen Weinsorten wie dem Marzemino und Teroldego zugute kommen. Obwohl sie bereits durch ein Patent geschützt sind, sollen sie einer breiten Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden. Ein ähnliches Vorhaben unter französischer Beteiligung (Projektname: "Vigna") wird von der Universität Udine an einer anderen Rebsorte durchgeführt, ist jedoch dabei hinter dem vorgesehenen Zeitplan zurückgeblieben. "Eine Kooperation mit Udine könnte schon bald Wirklichkeit werden, da die Aufschlüsselung der Gensequenzen einen Ausgangspunkt für neue Forschungsarbeiten bietet", meint Institutsleiter Gius.

... mehr zu:
»DNS »Gensequenz »Rebsorten »Weine

An Verbesserungen in der Weinkellertechnik arbeitet Prof. Carlo Bruschi am Internationalen Genetikinstitut in Triest . Er hält es für möglich, durch den Einsatz neuer Hefezüchtungen oder gezielterer Hefedosierungen die Mostvergärung erheblich zu verkürzen, ohne dabei nachteilige Folgen auf die geschmacklichen und farblichen Eigenschaften der Weine hervorzurufen. Dadurch könnten die Weine nicht nur schneller zur Vermarktung gebracht, sondern auch weniger Risikofaktoren ausgesetzt werden.

Harald Jung | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.ismaa.it
http://www.vitaceae.org

Weitere Berichte zu: DNS Gensequenz Rebsorten Weine

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Biowissenschaften Chemie:

nachricht Forscher finden Hinweise auf verknotete Chromosomen im Erbgut
20.10.2017 | Johannes Gutenberg-Universität Mainz

nachricht Aus der Moosfabrik
20.10.2017 | Albert-Ludwigs-Universität Freiburg im Breisgau

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Biowissenschaften Chemie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Hochfeldmagnet am BER II: Einblick in eine versteckte Ordnung

Seit dreißig Jahren gibt eine bestimmte Uranverbindung der Forschung Rätsel auf. Obwohl die Kristallstruktur einfach ist, versteht niemand, was beim Abkühlen unter eine bestimmte Temperatur genau passiert. Offenbar entsteht eine so genannte „versteckte Ordnung“, deren Natur völlig unklar ist. Nun haben Physiker erstmals diese versteckte Ordnung näher charakterisiert und auf mikroskopischer Skala untersucht. Dazu nutzten sie den Hochfeldmagneten am HZB, der Neutronenexperimente unter extrem hohen magnetischen Feldern ermöglicht.

Kristalle aus den Elementen Uran, Ruthenium, Rhodium und Silizium haben eine geometrisch einfache Struktur und sollten keine Geheimnisse mehr bergen. Doch das...

Im Focus: Schmetterlingsflügel inspiriert Photovoltaik: Absorption lässt sich um bis zu 200 Prozent steigern

Sonnenlicht, das von Solarzellen reflektiert wird, geht als ungenutzte Energie verloren. Die Flügel des Schmetterlings „Gewöhnliche Rose“ (Pachliopta aristolochiae) zeichnen sich durch Nanostrukturen aus, kleinste Löcher, die Licht über ein breites Spektrum deutlich besser absorbieren als glatte Oberflächen. Forschern am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) ist es nun gelungen, diese Nanostrukturen auf Solarzellen zu übertragen und deren Licht-Absorptionsrate so um bis zu 200 Prozent zu steigern. Ihre Ergebnisse veröffentlichten die Wissenschaftler nun im Fachmagazin Science Advances. DOI: 10.1126/sciadv.1700232

„Der von uns untersuchte Schmetterling hat eine augenscheinliche Besonderheit: Er ist extrem dunkelschwarz. Das liegt daran, dass er für eine optimale...

Im Focus: Schnelle individualisierte Therapiewahl durch Sortierung von Biomolekülen und Zellen mit Licht

Im Blut zirkulierende Biomoleküle und Zellen sind Träger diagnostischer Information, deren Analyse hochwirksame, individuelle Therapien ermöglichen. Um diese Information zu erschließen, haben Wissenschaftler des Fraunhofer-Instituts für Lasertechnik ILT ein Mikrochip-basiertes Diagnosegerät entwickelt: Der »AnaLighter« analysiert und sortiert klinisch relevante Biomoleküle und Zellen in einer Blutprobe mit Licht. Dadurch können Frühdiagnosen beispielsweise von Tumor- sowie Herz-Kreislauf-Erkrankungen gestellt und patientenindividuelle Therapien eingeleitet werden. Experten des Fraunhofer ILT stellen diese Technologie vom 13.–16. November auf der COMPAMED 2017 in Düsseldorf vor.

Der »AnaLighter« ist ein kompaktes Diagnosegerät zum Sortieren von Zellen und Biomolekülen. Sein technologischer Kern basiert auf einem optisch schaltbaren...

Im Focus: Neue Möglichkeiten für die Immuntherapie beim Lungenkrebs entdeckt

Eine gemeinsame Studie der Universität Bern und des Inselspitals Bern zeigt, dass spezielle Bindegewebszellen, die in normalen Blutgefässen die Wände abdichten, bei Lungenkrebs nicht mehr richtig funktionieren. Zusätzlich unterdrücken sie die immunologische Bekämpfung des Tumors. Die Resultate legen nahe, dass diese Zellen ein neues Ziel für die Immuntherapie gegen Lungenkarzinome sein könnten.

Lungenkarzinome sind die häufigste Krebsform weltweit. Jährlich werden 1.8 Millionen Neudiagnosen gestellt; und 2016 starben 1.6 Millionen Menschen an der...

Im Focus: Sicheres Bezahlen ohne Datenspur

Ob als Smartphone-App für die Fahrkarte im Nahverkehr, als Geldwertkarten für das Schwimmbad oder in Form einer Bonuskarte für den Supermarkt: Für viele gehören „elektronische Geldbörsen“ längst zum Alltag. Doch vielen Kunden ist nicht klar, dass sie mit der Nutzung dieser Angebote weitestgehend auf ihre Privatsphäre verzichten. Am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) entsteht ein sicheres und anonymes System, das gleichzeitig Alltagstauglichkeit verspricht. Es wird nun auf der Konferenz ACM CCS 2017 in den USA vorgestellt.

Es ist vor allem das fehlende Problembewusstsein, das den Informatiker Andy Rupp von der Arbeitsgruppe „Kryptographie und Sicherheit“ am KIT immer wieder...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Das Immunsystem in Extremsituationen

19.10.2017 | Veranstaltungen

Die jungen forschungsstarken Unis Europas tagen in Ulm - YERUN Tagung in Ulm

19.10.2017 | Veranstaltungen

Bauphysiktagung der TU Kaiserslautern befasst sich mit energieeffizienten Gebäuden

19.10.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Forscher finden Hinweise auf verknotete Chromosomen im Erbgut

20.10.2017 | Biowissenschaften Chemie

Saugmaschinen machen Waschwässer von Binnenschiffen sauberer

20.10.2017 | Ökologie Umwelt- Naturschutz

Strukturbiologieforschung in Berlin: DFG bewilligt Mittel für neue Hochleistungsmikroskope

20.10.2017 | Förderungen Preise