Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Dresdner Wasserchemiker entwickeln Verfahren zur Wasseraufbereitung in Israel

25.08.2006
Wenn Trinkwasser faulig riecht

Wie faule Eier riechen, weiß beinahe jeder. Schwer vorzustellen, dass man Wasser mit einem derartigen Geruch zum Trinken verwenden soll. Doch in wasserarmen Gebieten der Erde, wie zum Beispiel in Israel, müssen alle verfügbaren Wasserressourcen genutzt werden. Daher arbeitet Eckhard Worch, Professor für Hydrochemie an der Technischen Universität Dresden, gemeinsam mit Kollegen von der Hebrew University in Jerusalem, an einem Verfahren, durch das der für den Geruch verantwortliche Schwefelwasserstoff aus dem Wasser entfernt werden kann.

Süßwasser ist in Israel eine sehr begrenzte Ressource. Große Teile des Landes werden über Fernleitungen aus dem See Genezareth mit Trinkwasser versorgt. Dennoch sind die Menschen in einigen Gebieten auch auf Grundwasser angewiesen. Grundwasser ist in der Regel ein qualitativ hochwertiges Wasser. In vielen Teilen Israels herrscht im Grundwasser jedoch Sauerstoffmangel. Die Folge davon ist, dass der natürlich vorkommende Schwefel nicht in Form des geruchlosen und gesundheitlich unbedenklichen Sulfats (SO42-) vorliegt, wie man es von heimischen Trink- und Mineralwässern kennt. Stattdessen tritt er als Sulfidschwefel (H2S bzw. HS-) auf. Das führt zum Geruch nach faulen Eiern.

Die relativ hohen H2S-Konzentrationen, die man in vielen israelischen Grundwasserbrunnen findet, lassen sich nur unzureichend mit den herkömmlichen Belüftungsverfahren entfernen. Professor Worch und seine Projektpartner versuchen jetzt, das Sulfid mit Sauerstoff unter Anwendung eines Katalysators wieder zu Sulfat zu oxidieren. Vor einem möglichen technischen Einsatz des Verfahrens müssen die richtige Zusammensetzung des Katalysators sowie die optimalen Prozessbedingungen (z. B. pH-Wert, Reaktionszeit, Temperatur) im Labor ermittelt werden. Gegenwärtig arbeiten die Dresdner Wasserchemiker an dieser Prozessoptimierung.

... mehr zu:
»Geruch »Grundwasser

Ein weiteres Projekt in Kooperation mit israelischen Partnern wurde bereits beim Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) beantragt. Dabei soll untersucht werden, inwieweit sich vorgereinigtes Abwasser durch Bodenfiltration soweit aufbereiten lässt, dass es wieder einer Nutzung zugeführt werden kann, zum Beispiel zu Bewässerungszwecken. Von besonderem Interesse ist dabei das Verhalten von Schadstoffen, die bei der Abwasserreinigung nicht vollständig entfernt wurden.

Weitere Informationen: Prof. Dr. rer .nat. habil. Eckhard Worch, Tel.0351 463-32759, E-Mail: Eckhard.Worch@tu-dresden.de

Mathias Bäumel | idw
Weitere Informationen:
http://www.tu-dresden.de/
http://tu-dresden.de/die_tu_dresden/fakultaeten/fakultaet_forst_geo_und_hydrowissenschaften

Weitere Berichte zu: Geruch Grundwasser

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Biowissenschaften Chemie:

nachricht Bakterien aus dem Blut «ziehen»
07.12.2016 | Empa - Eidgenössische Materialprüfungs- und Forschungsanstalt

nachricht HIV: Spur führt ins Recycling-System der Zelle
07.12.2016 | Forschungszentrum Jülich

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Biowissenschaften Chemie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Poröse kristalline Materialien: TU Graz-Forscher zeigt Methode zum gezielten Wachstum

Mikroporöse Kristalle (MOFs) bergen große Potentiale für die funktionalen Materialien der Zukunft. Paolo Falcaro von der TU Graz et al zeigen in Nature Materials, wie man MOFs gezielt im großen Maßstab wachsen lässt.

„Metal-organic frameworks“ (MOFs) genannte poröse Kristalle bestehen aus metallischen Knotenpunkten mit organischen Molekülen als Verbindungselemente. Dank...

Im Focus: Gravitationswellen als Sensor für Dunkle Materie

Die mit der Entdeckung von Gravitationswellen entstandene neue Disziplin der Gravitationswellen-Astronomie bekommt eine weitere Aufgabe: die Suche nach Dunkler Materie. Diese könnte aus einem Bose-Einstein-Kondensat sehr leichter Teilchen bestehen. Wie Rechnungen zeigen, würden Gravitationswellen gebremst, wenn sie durch derartige Dunkle Materie laufen. Dies führt zu einer Verspätung von Gravitationswellen relativ zu Licht, die bereits mit den heutigen Detektoren messbar sein sollte.

Im Universum muss es gut fünfmal mehr unsichtbare als sichtbare Materie geben. Woraus diese Dunkle Materie besteht, ist immer noch unbekannt. Die...

Im Focus: Significantly more productivity in USP lasers

In recent years, lasers with ultrashort pulses (USP) down to the femtosecond range have become established on an industrial scale. They could advance some applications with the much-lauded “cold ablation” – if that meant they would then achieve more throughput. A new generation of process engineering that will address this issue in particular will be discussed at the “4th UKP Workshop – Ultrafast Laser Technology” in April 2017.

Even back in the 1990s, scientists were comparing materials processing with nanosecond, picosecond and femtosesecond pulses. The result was surprising:...

Im Focus: Wie sich Zellen gegen Salmonellen verteidigen

Bioinformatiker der Goethe-Universität haben das erste mathematische Modell für einen zentralen Verteidigungsmechanismus der Zelle gegen das Bakterium Salmonella entwickelt. Sie können ihren experimentell arbeitenden Kollegen damit wertvolle Anregungen zur Aufklärung der beteiligten Signalwege geben.

Jedes Jahr sind Salmonellen weltweit für Millionen von Infektionen und tausende Todesfälle verantwortlich. Die Körperzellen können sich aber gegen die...

Im Focus: Shape matters when light meets atom

Mapping the interaction of a single atom with a single photon may inform design of quantum devices

Have you ever wondered how you see the world? Vision is about photons of light, which are packets of energy, interacting with the atoms or molecules in what...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

NRW Nano-Konferenz in Münster

07.12.2016 | Veranstaltungen

Wie aus reinen Daten ein verständliches Bild entsteht

05.12.2016 | Veranstaltungen

Von „Coopetition“ bis „Digitale Union“ – Die Fertigungsindustrien im digitalen Wandel

02.12.2016 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Das Universum enthält weniger Materie als gedacht

07.12.2016 | Physik Astronomie

Partnerschaft auf Abstand: tiefgekühlte Helium-Moleküle

07.12.2016 | Physik Astronomie

Bakterien aus dem Blut «ziehen»

07.12.2016 | Biowissenschaften Chemie