Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Neuer Behandlungsansatz rettet Gehirn von Alzheimer-Mäusen

25.08.2006
Enzym UCH-L1 ermöglicht Abbau von überflüssigen Proteinen

Wissenschaftlern der Columbia University ist es gelungen, mittels eines Bahn brechenden neuen medikamentösen Behandlungsansatzes die Funktion des Gedächtnisses bei Mäusen mit Alzheimer wieder herzustellen. Das Verfahren funktionierte bei Tieren, deren Gehirne bereits durch Amyloid-Plaques beeinträchtigt waren, die für die charakteristische Schädigung verantwortlich sind.

Das Team um Michael Shelanski hofft, dass das gleiche Medikament eines Tages für die Behandlung von Patienten mit Alzheimer in einem späten Stadium eingesetzt werden kann. Die meisten existierenden Behandlungsansätze und Impfstoffe zielen darauf ab, diese Eiweißablagerungen zu zerstören oder eine weitere Bildung zu verhindern. Der neue Behandlungsansatz konzentriert sich auf einen anderen Bereich des Gehirns und scheint unabhängig vom Vorhandensein der Amyloid-Plaques zu wirken. Die Forschungsergebnisse wurden in dem Fachmagazin Cell veröffentlicht.

Die Forscher testeten einen Behandlungsansatz, der darauf ausgerichtet ist, Gehirnzellen dabei zu helfen, unerwünschte oder zu reichlich vorhandene Proteine abzubauen. Frühere Studien haben gezeigt, dass das für die Proteinbeseitigung verantwortliche Protein UCH-L1 (Ubiquitin C-terminal Hydrolase L1) abnimmt, wenn gesunde Gehirnzellen mit dem Amyloid-Beta-Proteinen in Kontakt kommen, die bei Alzheimer-Patienten reichlich vorhanden sind. Vielleicht als Ergebnis davon, sammeln sich die Proteine, die normalerweise für die Zerstörung bestimmt sind in den Gehirnen und Zellen der Betroffenen an. Das lege nahe, dass der Abbauprozess unterbrochen worden sein muss. Shelanski wollte wissen, was passiert, wenn eine zusätzliche Menge des fehlenden Enzyms zugeführt wird. Tests wurde mit im Labor hergestelltem Gehirngewebe und bei Mäusen durchgeführt, die an einem entsprechenden Krankheitsbild litten.

Das Team setzte Scheiben von Mäusegehirnen den Amyloid-Beta-Proteinen aus, die die Fähigkeit der Neuronen Signale zu übertragen verringerte. Durch das Hinzufügen von UCH-L1 konnten die Defizite in der neuralen Übertragung rückgängig gemacht werden. Das gleiche passierte bei Gehirnscheiben von gentechnisch veränderten Mäusen, die eine zu große Menge an Amyloid-Beta-Proteinen produzierten. In einem nächsten Versuch wurden Tiere eingesetzt, die an einer dem Alzheimer entsprechenden Krankheit litten. Erhielten diese Mäuse zusätzliches UCH-L1 verbesserte sich ihre Lernfähigkeit deutlich. Vor allem verbesserte sich ihre Leistung ohne Veränderung in der Menge der Amyloid-Beta-Proteine in ihrem Gehirn. Shelanski meinte laut New Scientist, dass der neue Behandlungsansatz in dieser Form noch nicht ideal sei, dass das zusätzliche UCH-L1 mittels einer Injektion in den Bauch verabreicht werden muss. Derzeit werden Tausende Moleküle überprüft, die als Tablette verabreicht werden könnten aber auch die Werte der Enzyme erhöhen würden.

Michaela Monschein | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.columbia.edu
http://www.cell.com

Weitere Berichte zu: Alzheimer Amyloid-Beta-Proteinen Behandlungsansatz Enzym Mäuse Protein UCH-L1

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Biowissenschaften Chemie:

nachricht Polymere aus Bor produzieren
18.01.2018 | Julius-Maximilians-Universität Würzburg

nachricht Modularer Genverstärker fördert Leukämien und steuert Wirksamkeit von Chemotherapie
18.01.2018 | Deutsches Krebsforschungszentrum

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Biowissenschaften Chemie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Fliegen wird smarter – Kommunikationssystem LYRA im Lufthansa FlyingLab

• Prototypen-Test im Lufthansa FlyingLab
• LYRA Connect ist eine von drei ausgewählten Innovationen
• Bessere Kommunikation zwischen Kabinencrew und Passagieren

Die Zukunft des Fliegens beginnt jetzt: Mehrere Monate haben die Finalisten des Mode- und Technologiewettbewerbs „Telekom Fashion Fusion & Lufthansa FlyingLab“...

Im Focus: Ein Atom dünn: Physiker messen erstmals mechanische Eigenschaften zweidimensionaler Materialien

Die dünnsten heute herstellbaren Materialien haben eine Dicke von einem Atom. Sie zeigen völlig neue Eigenschaften und sind zweidimensional – bisher bekannte Materialien sind dreidimensional aufgebaut. Um sie herstellen und handhaben zu können, liegen sie bislang als Film auf dreidimensionalen Materialien auf. Erstmals ist es Physikern der Universität des Saarlandes um Uwe Hartmann jetzt mit Forschern vom Leibniz-Institut für Neue Materialien gelungen, die mechanischen Eigenschaften von freitragenden Membranen atomar dünner Materialien zu charakterisieren. Die Messungen erfolgten mit dem Rastertunnelmikroskop an Graphen. Ihre Ergebnisse veröffentlichen die Forscher im Fachmagazin Nanoscale.

Zweidimensionale Materialien sind erst seit wenigen Jahren bekannt. Die Wissenschaftler André Geim und Konstantin Novoselov erhielten im Jahr 2010 den...

Im Focus: Forscher entschlüsseln zentrales Reaktionsprinzip von Metalloenzymen

Sogenannte vorverspannte Zustände beschleunigen auch photochemische Reaktionen

Was ermöglicht den schnellen Transfer von Elektronen, beispielsweise in der Photosynthese? Ein interdisziplinäres Forscherteam hat die Funktionsweise wichtiger...

Im Focus: Scientists decipher key principle behind reaction of metalloenzymes

So-called pre-distorted states accelerate photochemical reactions too

What enables electrons to be transferred swiftly, for example during photosynthesis? An interdisciplinary team of researchers has worked out the details of how...

Im Focus: Erstmalige präzise Messung der effektiven Ladung eines einzelnen Moleküls

Zum ersten Mal ist es Forschenden gelungen, die effektive elektrische Ladung eines einzelnen Moleküls in Lösung präzise zu messen. Dieser fundamentale Fortschritt einer vom SNF unterstützten Professorin könnte den Weg für die Entwicklung neuartiger medizinischer Diagnosegeräte ebnen.

Die elektrische Ladung ist eine der Kerneigenschaften, mit denen Moleküle miteinander in Wechselwirkung treten. Das Leben selber wäre ohne diese Eigenschaft...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

LED Produktentwicklung – Leuchten mit aktuellem Wissen

18.01.2018 | Veranstaltungen

6. Technologie- und Anwendungsdialog am 18. Januar 2018 an der TH Wildau: „Intelligente Logistik“

18.01.2018 | Veranstaltungen

DFG unterstützt Kongresse und Tagungen - März 2018

17.01.2018 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Fliegen wird smarter – Kommunikationssystem LYRA im Lufthansa FlyingLab

18.01.2018 | Informationstechnologie

Optimierter Einsatz magnetischer Bauteile - Seminar „Magnettechnik Magnetwerkstoffe“

18.01.2018 | Seminare Workshops

LED Produktentwicklung – Leuchten mit aktuellem Wissen

18.01.2018 | Veranstaltungsnachrichten