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Forscher entdecken Gen für Frühgeburt

23.08.2006
Afroamerikanische Frauen dreimal so oft betroffen

Wissenschaftler der Virginia Commonwealth University im US-amerikanischen Richmond haben ein Markierungsgen entdeckt, das mit Frühgeburten in Zusammenhang steht. Das SERPINH1-Gen ist essenziell für die Kollagen-Produktion, ein Strukturprotein für viele Arten von Körpergewebe wie etwa Knorpel, Gelenkbänder, Sehnen, Knochen und Zähne. Darüber hinaus stärkt Kollagen den Fruchtwassersack, der den Fötus umgibt. Die Forscher konnten jetzt eine Genvariante identifizieren, die die Kollagenproduktion reduziert. Bei Trägerinnen dieser Variante ist der Fruchtwassersack geschwächt und könnte folglich schneller aufreißen, wodurch eine Frühgeburt ausgelöst wird. Die Ergebnisse der Studie wurden in der aktuellen Ausgabe der Fachzeitschrift Proceedings of the National Academy of Sciences veröffentlicht.

Die Forscher fanden heraus, dass zwölf Prozent der afroamerikanischen Frauen diese Genvariante tragen, gegenüber vier Prozent der Amerikanerinnen mit europäischen Wurzeln. Diese Entdeckung dürfte erklären, warum afroamerikanische Frauen ein erhöhtes Risiko einer Frühgeburt haben. "Dies ist ein gutes Beispiel wie Vererbung eine Rolle bei Schwangerschaftskomplikationen spielen kann und wie genetische Faktoren zu rassischen Unterschieden bei Frühgeburten beitragen können", so Studienleiter Jerome Strauss.

Die Forscher hoffen mit den neuen Erkenntnissen künftig Schwangerschaften mit einem erhöhten Risiko einer Frühgeburt identifizieren und rechtzeitig eingreifen zu können. Frühgeborene Babys müssen mit einer Reihe von Gesundheitsproblemen rechnen, wie etwa Lernschwierigkeiten, Atemwegserkrankungen und Seh- und Gehörverlust. Wenn Ärzte bereits vorher Hinweise für eine Frühgeburt haben, könnten sie die Behandlung darauf zuschneiden und Maßnahmen treffen, um die Risiken zu mindern.

Reanne Leuning | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.vcu.edu
http://www.pnas.org

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