Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Neu entschlüsseltes Bakteriengenom soll pharmazeutisch wirksame Substanzen liefern

21.08.2006
Bundesforschungsministerium fördert GEnomikPlus-Netzwerk an der Saar-Uni mit 350.000 Euro

Im Institut für Pharmazeutische Biotechnologie von Professor Dr. Rolf Müller wurde kürzlich in Kooperation mit der Universität Bielefeld und dem Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung (HZI) in Braunschweig die Erbsubstanz des Bakteriums Sorangium cellulosum entschlüsselt. Das Bakterium gilt als wichtiger Produzent pharmazeutisch hochwirksamer Substanzen, unter anderem für die Krebstherapie. Ein Forschungsprojekt, das die Herstellung dieser Substanzen in besserer Qualität und größerer Menge ermöglichen soll, wird jetzt vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) mit 350.000 Euro gefördert.

Die Forschungsgruppe von Dr. Rolf Müller, Professor für Pharmazeutische Biotechnologie an der Saar-Uni, konnte kürzlich einen Riesenerfolg für sich verbuchen: Im Rahmen des Genomik Netzwerks des BMBF (Zentrum Bielefeld) gelang es, die komplette Genomsequenz des Bakteriums Sorangium cellulosum zu entschlüsseln. Das Erbgut des Bakteriums enthält etwa 10.000 Gene und stellt damit das derzeit größte bekannte Bakteriengenom dar. Die Besonderheit dieses im Boden lebenden Mikroorganismus: Er produziert eine Vielzahl biologisch aktiver Substanzen, die in der Pharmazie verwendet werden können. Die bekanntesten sind die Epothilone, die als Krebsmedikamente kurz vor der Markteinführung stehen.

Prof. Rolf Müller erhielt nun den Zuschlag für die Förderung weiterer Arbeiten im Rahmen des so genannten Projektes GEnomikPlus des BMBF, das die Gene des Mikroorganismus nun detailliert charakterisieren soll. Innerhalb dieses Netzwerks koordiniert Müller eine Forschungsgruppe, die - ausgehend von der entschlüsselten Genomsequenz - mit Hilfe gezielter genetischer Manipulation Produzenten herstellen will, die hochwirksame Substanzen für die pharmazeutische Industrie oder die Agrochemie in besserer Qualität beziehungsweise größerer Menge liefern sollen. Kooperationspartner sind die Uni Bielefeld und das HZI in Braunschweig. Das BMBF hat das Forschungsprojekt jetzt rückwirkend ab dem 1. Juni 2006 für drei Jahre genehmigt. Mit Hilfe der Fördermittel in Höhe von 350.000 Euro, die an die Universität des Saarlandes fließen, können in Saarbrücken ein promovierter Wissenschaftler, ein Doktorand und die zugehörigen Sachmittel bezahlt werden.

Für weitere Informationen wenden Sie sich bitte an:
Prof. Dr. Rolf Müller
Insitut für Pharmazeutischen Biotechnologie
Tel. (0681) 302-5474
E-Mail: rom@mx.uni-saarland.de

Gerhild Sieber | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-saarland.de

Weitere Berichte zu: BMBF Bakteriengenom Bakterium Forschungsgruppe Sorangium

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Biowissenschaften Chemie:

nachricht Aus der Moosfabrik
20.10.2017 | Albert-Ludwigs-Universität Freiburg im Breisgau

nachricht Wie Fettleibigkeit Brustkrebs aggressiver macht
20.10.2017 | Helmholtz Zentrum München - Deutsches Forschungszentrum für Gesundheit und Umwelt

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Biowissenschaften Chemie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Hochfeldmagnet am BER II: Einblick in eine versteckte Ordnung

Seit dreißig Jahren gibt eine bestimmte Uranverbindung der Forschung Rätsel auf. Obwohl die Kristallstruktur einfach ist, versteht niemand, was beim Abkühlen unter eine bestimmte Temperatur genau passiert. Offenbar entsteht eine so genannte „versteckte Ordnung“, deren Natur völlig unklar ist. Nun haben Physiker erstmals diese versteckte Ordnung näher charakterisiert und auf mikroskopischer Skala untersucht. Dazu nutzten sie den Hochfeldmagneten am HZB, der Neutronenexperimente unter extrem hohen magnetischen Feldern ermöglicht.

Kristalle aus den Elementen Uran, Ruthenium, Rhodium und Silizium haben eine geometrisch einfache Struktur und sollten keine Geheimnisse mehr bergen. Doch das...

Im Focus: Schmetterlingsflügel inspiriert Photovoltaik: Absorption lässt sich um bis zu 200 Prozent steigern

Sonnenlicht, das von Solarzellen reflektiert wird, geht als ungenutzte Energie verloren. Die Flügel des Schmetterlings „Gewöhnliche Rose“ (Pachliopta aristolochiae) zeichnen sich durch Nanostrukturen aus, kleinste Löcher, die Licht über ein breites Spektrum deutlich besser absorbieren als glatte Oberflächen. Forschern am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) ist es nun gelungen, diese Nanostrukturen auf Solarzellen zu übertragen und deren Licht-Absorptionsrate so um bis zu 200 Prozent zu steigern. Ihre Ergebnisse veröffentlichten die Wissenschaftler nun im Fachmagazin Science Advances. DOI: 10.1126/sciadv.1700232

„Der von uns untersuchte Schmetterling hat eine augenscheinliche Besonderheit: Er ist extrem dunkelschwarz. Das liegt daran, dass er für eine optimale...

Im Focus: Schnelle individualisierte Therapiewahl durch Sortierung von Biomolekülen und Zellen mit Licht

Im Blut zirkulierende Biomoleküle und Zellen sind Träger diagnostischer Information, deren Analyse hochwirksame, individuelle Therapien ermöglichen. Um diese Information zu erschließen, haben Wissenschaftler des Fraunhofer-Instituts für Lasertechnik ILT ein Mikrochip-basiertes Diagnosegerät entwickelt: Der »AnaLighter« analysiert und sortiert klinisch relevante Biomoleküle und Zellen in einer Blutprobe mit Licht. Dadurch können Frühdiagnosen beispielsweise von Tumor- sowie Herz-Kreislauf-Erkrankungen gestellt und patientenindividuelle Therapien eingeleitet werden. Experten des Fraunhofer ILT stellen diese Technologie vom 13.–16. November auf der COMPAMED 2017 in Düsseldorf vor.

Der »AnaLighter« ist ein kompaktes Diagnosegerät zum Sortieren von Zellen und Biomolekülen. Sein technologischer Kern basiert auf einem optisch schaltbaren...

Im Focus: Neue Möglichkeiten für die Immuntherapie beim Lungenkrebs entdeckt

Eine gemeinsame Studie der Universität Bern und des Inselspitals Bern zeigt, dass spezielle Bindegewebszellen, die in normalen Blutgefässen die Wände abdichten, bei Lungenkrebs nicht mehr richtig funktionieren. Zusätzlich unterdrücken sie die immunologische Bekämpfung des Tumors. Die Resultate legen nahe, dass diese Zellen ein neues Ziel für die Immuntherapie gegen Lungenkarzinome sein könnten.

Lungenkarzinome sind die häufigste Krebsform weltweit. Jährlich werden 1.8 Millionen Neudiagnosen gestellt; und 2016 starben 1.6 Millionen Menschen an der...

Im Focus: Sicheres Bezahlen ohne Datenspur

Ob als Smartphone-App für die Fahrkarte im Nahverkehr, als Geldwertkarten für das Schwimmbad oder in Form einer Bonuskarte für den Supermarkt: Für viele gehören „elektronische Geldbörsen“ längst zum Alltag. Doch vielen Kunden ist nicht klar, dass sie mit der Nutzung dieser Angebote weitestgehend auf ihre Privatsphäre verzichten. Am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) entsteht ein sicheres und anonymes System, das gleichzeitig Alltagstauglichkeit verspricht. Es wird nun auf der Konferenz ACM CCS 2017 in den USA vorgestellt.

Es ist vor allem das fehlende Problembewusstsein, das den Informatiker Andy Rupp von der Arbeitsgruppe „Kryptographie und Sicherheit“ am KIT immer wieder...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Das Immunsystem in Extremsituationen

19.10.2017 | Veranstaltungen

Die jungen forschungsstarken Unis Europas tagen in Ulm - YERUN Tagung in Ulm

19.10.2017 | Veranstaltungen

Bauphysiktagung der TU Kaiserslautern befasst sich mit energieeffizienten Gebäuden

19.10.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Forscher untersuchen Pflanzenkohle als Basis für umweltfreundlichen Langzeitdünger

20.10.2017 | Ökologie Umwelt- Naturschutz

„Antilopen-Parfüm“ hält Fliegen von Kühen fern

20.10.2017 | Agrar- Forstwissenschaften

Aus der Moosfabrik

20.10.2017 | Biowissenschaften Chemie