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Neue effektive Biomarker für das Krebsrisiko

11.08.2006
Die Mikronuklei-Frequenz (MN) ist ein neues Hilfsmittel zur Populationsüberwachung und zur Risikoabschätzung genotoxischer Karzinogene. Die Messung der MN gilt als eine fortschrittliche und rentable Alternative für Chromosomenaberrationen (CA), die bedeutende Auswirkungen auf den Umweltschutz und die Berufssicherheit haben.

Eine Risikoabschätzung genotoxischer Karzinogene ist in einem Arbeitsumfeld von höchster Bedeutung. Studien zur Gesundheitskontrolle sollen die berufsbedingte Aussetzung gegenüber Karzinogenen und Genotoxizität bewerten. Dazu werden Biomarker als Diagnose-Instrument für Einwirkung, Folgen und Empfänglichkeit eingesetzt.

Zunehmende Anzeichen deuten darauf hin, dass Karzinogene genetische Veränderungen hervorrufen, die zu DNA-Schäden führen. Mikronuklei (MN) gehen aus Chromosomen hervor und es zeigte sich, dass sie als Marker für Chromosomenschäden angesehen werden können. Aus diesem Grund wurde vorgeschlagen, MN als effektive Biomarker für Krankheiten und Prozesse einzusetzen, die mit der Induktion von DNA-Schäden wie Krebs oder Altern in Verbindung stehen.

Gemeinsame Forschungsbemühungen zur Untersuchung der wichtigsten bekannten Polymorphismen zur Häufigkeit von Chromosomenschäden zeigten das enorme Potenzial von MN als Biomarker auf und beleuchteten ihre voraussagende Funktion bei der Abschätzung des Krebsrisikos.

Es wurde eine Zytokinese-Block-Methode mit erhöhter Zuverlässigkeit genutzt, um statistische Analysen und Schätzungen der Verbindung zwischen MN-Frequenz und Krebsrisiko zu vereinfachen. Das MN-Verfahren wurde für In-vitro-Tests zur Genotoxizität und zur Überwachung der menschlichen Population angewandt.

Unter Einbeziehung von Daten, die in europäischen Laboratorien zu menschlichen peripheren Lymphozyten und abgeschälten Epithelzellen gewonnen wurden, konnte eine Reihe bestätigter Experiments- und Populationsparameter aufgestellt werden. Eine der Zielstellungen der Forschung lag darin, die Vorhersagemöglichkeiten in Bezug auf das Krebsrisiko zu beurteilen und eine Datenbank grundlegender MN-Frequenzen zu erstellen.

Unter Berücksichtigung dessen, dass sie bei vergleichbarer Effizienz weniger kostenintensiv, bedeutend einfacher und schneller in der Ausführung sind, können MN-Analysen alternativ zu den CA genutzt werden. Sie können außerdem von politischen Entscheidungsträgern, Regulierungsbehörden, betrieblichen Gesundheitseinrichtungen usw. angewandt werden, die an der Bioüberwachung menschlicher Populationen beteiligt sind.

Die Auswirkungen zytogenetischer Biomarker hinsichtlich Art der Schädigung und Ort des Krebses müssen noch ermittelt werden. Die Risikoabschätzung auf biologischer Basis hat jedoch neue Einblicke zur Vorhersage des Krebsrisikos, zum Umweltschutz und zur Berufssicherheit erbracht.

Dr. Stefano Bonassi | ctm
Weitere Informationen:
http://www.istge.it

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