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Zugvögel legen 64.000 Kilometer im Jahr zurück

09.08.2006
Elektronisches Tracking weist Sturmtaucher als Weltrekordflieger aus

Der 64.000 Kilometer weite Flug eines Dunklen Sturmtauchers (Puffinus griseus) ist die längste bisher nachgewiesene Reise einer Vogelart. Ein Forscherteam hatte den Vögeln elektronische Sender installiert um ihren Weg durch den Pazifik zu verfolgen. Für die weite Strecke benötigten die Tiere rund 200 Tage, berichten die Forscher in der jüngsten Ausgabe des Wissenschaftsmagazins Proceedings of the National Academy of Sciences PNAS.


pnas.org

Zwischen März und September 2005 hatte das Wissenschaftsteam um Scott Shaffer von der University of California in Santa Cruz 33 Vögeln, die in Neuseeland brüteten, die sechs Gramm schweren Sender angebracht. Bei insgesamt 20 Tieren konnten sie im Laufe eines Jahres die genaue Migrationsroute feststellen. Einige der Vögel legten am Tag bis zu 910 Kilometer zurück und tauchten in Tiefen bis 68 Meter um nach Nahrung zu suchen.

Die elektronische Auswertung der Daten hatte die Wissenschaftler in Staunen versetzt. "Die Tiere flogen zu gewissen Punkten im Nord-Pazifik, blieben dort und kehrten danach wieder nach Neuseeland zurück", so Shaffer. Bisher gingen die Forscher davon aus, dass die Tiere nur kurz Richtung Norden flogen und dann wieder nach Neuseeland zurückkehrten. Nun zeigte sich aber, dass die Vögel einen verlängerten Stop-over in Japan, Alaska oder Nord-Kalifornien einlegten. Die Daten machten zudem klar, dass die Sturmtaucher auf ihren Wegen die gesamte Pazifikregion in der Form eines Nord-Süd verlaufenden Achters abflogen. Umgekehrt leiten die Wissenschaftler daraus ab, dass die Vögel die Windsysteme nutzten und vom so genannten Coriolis-Effekt beeinflusst werden.

Obwohl es weltweit etwa 20 Mio. Exemplare des dunklen Sturmtauchers gibt, berichten Forscher von einem massiven Rückgang der Population. Dies sei auf Überfischung zurückzuführen. "Wenn Tiere eine derart lange Wanderung machen, um reichlich Nahrung zu finden und keine finden, ist das problematisch", so der Forscher. In früheren Studien konnten Wissenschaftler feststellen, dass die Populationen der Vögel vor der kalifornischen Küste dramatisch zurückgingen. Durch die Erwärmung des Meeres fanden die Vögel weniger Nahrung. "Wenn sich die Temperaturen ändern und die Nahrungsressourcen der Tiere kleiner werden, kommen auch deutlich weniger Vögel vorbei", so der Forscher.

In Zukunft wollen die Wissenschaftler auch noch andere Zugsvögel und ihre Wanderrouten untersuchen. Dabei soll geklärt werden, ob die Tiere jedes Jahr zu den gleichen Orten fliegen oder immer andere Gebiete aufsuchen. Das Forschungsprojekt läuft unter dem Namen TOPP - Tagging of Pacific Pelagics.

Wolfgang Weitlaner | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.pnas.org
http://www.ucsc.edu

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