Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Schneller, kleiner, preiswerter : Jenaer Biochip-Initiative geht an den Start

26.07.2006
Mit einer feierlichen Auftaktveranstaltung in den Rosensälen hat heute die Jenaer Biochip-Initiative (JBCI) offiziell ihre Arbeit aufgenommen.

Das Projekt ist als Sieger aus dem "InnoProfile-Wettbewerb" hervorgegangen, mit dem das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) gezielt lokale Bündnisse aus Unternehmen und Wissenschaft fördert, die das Wirtschaftswachstum der Region stärken. Die Jenaer Wissenschaftler der Friedrich-Schiller-Universität Jena und des Institutes für Physikalische Hochtechnologie (IPHT) unter der Leitung des Physikochemikers Prof. Dr. Jürgen Popp setzten sich neben weiteren 17 InnoProfile-Initiativen gegen 113 Mitbewerber durch.

Nicole Burckardt vom BMBF betonte in ihrem Grußwort, dass die Jenaer BioChip-Initiative alle Kriterien erfüllt habe, weshalb das Ministerium in nächsten vier Jahren rund zwei Millionen Euro zur Verfügung stellt.

Kern des neuen Projekts ist eine Nachwuchsforschergruppe, die am IPHT angesiedelt ist und von dem Biochemiker Dr. Robert Möller geleitet und durch Prof. Popp als "Mentor" betreut wird. Die Biochip-Technik ist für die Bearbeitung sehr vieler biologischer Proben in kurzer Zeit bereits in Speziallabors etabliert. Beispiele aus der Forschung und der klinischen Praxis gaben bei der heutigen Veranstaltung Prof. Dr. Frank Bier, Biochip-Spezialist vom Potsdamer Fraunhofer Institut für Biomedizinische Technik und Prof. Dr. Cornelius Knabbe vom Robert-Bosch-.Krankenhaus in Stuttgart. Biochips ermöglichen es zum Beispiel festzustellen, ob Bakterien Gene in sich tragen, die sie gegen die Behandlung mit bestimmten Antibiotika resistent machen oder ob eine Maispflanze genmanipuliert ist oder nicht. Wie Robert Möller in seiner Vorstellung des Projektes erläuterte, bestehen die Nachteile aber in der aufwendigen Probenvorbereitung und der Größe der Geräte. "Für den einfachen Arzt, der die optimale Therapie für seinen Patienten sucht, oder den Landwirt, der seine Pflanzen kontrollieren möchte, sind die Anschaffung und die Beschäftigung von speziell ausgebildetem Personal zu teuer". Möller will daher mit seinem Team in den nächsten vier Jahren kleine, kompakte Geräte entwickeln, die Probenaufbereitung und -auswertung in einem erledigen können. "Damit wird die Biochip-Technologie auch in der Lebensmittelüberwachung Einzug halten, um zum Beispiel so genanntes Gammelfleisch von frischem unterscheiden zu können", so Möller.

... mehr zu:
»BMBF »Biochip-Initiative »IPHT

Um dies zu erreichen, werden die Wissenschaftler eng mit Firmen wie Analytik Jena, Dyomics, Clondiag und Beutenberg Diagnostics, aber auch mit Unternehmen aus Erfurt, Halle und Bad Köstritz zusammenarbeiten und deren Erfahrungen auf dem Biotechnologiemarkt nutzen. "So kann die Region vom wissenschaftlichen Erkenntnisgewinn, aber auch von der wirtschaftlichen Wertschöpfung profitieren", freut sich Physikochemiker Popp. Auch die Vertreterin des Thüringer Ministeriums für Wirtschaft, Technologie und Arbeit, Dr. Ute Zopf, begrüßte diese enge Zusammenarbeit: "Den Aufwand für Forschung und Entwicklung können kleine Unternehmen, wie sie in Thüringen in der Mehrzahl sind, nicht alleine tragen." Kooperationen wie die in der JBCI geplanten seien deshalb auch dem Land hochwillkommen. Die Zusammenarbeit soll unter anderem durch einen intensiven Personalaustausch zwischen den beteiligten Firmen und der Nachwuchsforschergruppe sowie industrielle Weiterbildungsangebote vorangetrieben werden. Auch damit werden Jürgen Popp und sein Team eine Anforderung des BMBF erfüllen, nämlich die passgenaue Ausbildung von Fachkräften aus der Region für die Region. Der neue Bürgermeister der Stadt Jena, Dr. Albrecht Schröter, sieht, wie er in seinem Grußwort betonte, die Initiative deshalb als einen "starken Motor für die Region" an und als einen weiteren Beweis dafür, dass Jena als Hochtechnologiestandort mit langer Tradition nach wie vor "kluge Köpfe" hervorbringe.

Öffentlichkeitsarbeit und Forschungsmarketing:
Susanne Liedtke
Tel.: 03641/ 206 024, Fax: 03641/ 206 099
E-Mail: susanne.liedtke@ipht-jena.de

Susanne Liedtke | idw
Weitere Informationen:
http://www.jbci-uni-jena.de

Weitere Berichte zu: BMBF Biochip-Initiative IPHT

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Biowissenschaften Chemie:

nachricht Vielseitige Nanokugeln: Forscher bauen künstliche Zellkompartimente als molekulare Werkstatt
22.05.2018 | Technische Universität München

nachricht Designerzellen: Künstliches Enzym kann Genschalter betätigen
22.05.2018 | Universität Basel

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Biowissenschaften Chemie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Vielseitige Nanokugeln: Forscher bauen künstliche Zellkompartimente als molekulare Werkstatt

Wie verleiht man Zellen neue Eigenschaften ohne ihren Stoffwechsel zu behindern? Ein Team der Technischen Universität München (TUM) und des Helmholtz Zentrums München veränderte Säugetierzellen so, dass sie künstliche Kompartimente bildeten, in denen räumlich abgesondert Reaktionen ablaufen konnten. Diese machten die Zellen tief im Gewebe sichtbar und mittels magnetischer Felder manipulierbar.

Prof. Gil Westmeyer, Professor für Molekulare Bildgebung an der TUM und Leiter einer Forschungsgruppe am Helmholtz Zentrum München, und sein Team haben dies...

Im Focus: LZH showcases laser material processing of tomorrow at the LASYS 2018

At the LASYS 2018, from June 5th to 7th, the Laser Zentrum Hannover e.V. (LZH) will be showcasing processes for the laser material processing of tomorrow in hall 4 at stand 4E75. With blown bomb shells the LZH will present first results of a research project on civil security.

At this year's LASYS, the LZH will exhibit light-based processes such as cutting, welding, ablation and structuring as well as additive manufacturing for...

Im Focus: Kosmische Ravioli und Spätzle

Die inneren Monde des Saturns sehen aus wie riesige Ravioli und Spätzle. Das enthüllten Bilder der Raumsonde Cassini. Nun konnten Forscher der Universität Bern erstmals zeigen, wie diese Monde entstanden sind. Die eigenartigen Formen sind eine natürliche Folge von Zusammenstössen zwischen kleinen Monden ähnlicher Grösse, wie Computersimulationen demonstrieren.

Als Martin Rubin, Astrophysiker an der Universität Bern, die Bilder der Saturnmonde Pan und Atlas im Internet sah, war er verblüfft. Die Nahaufnahmen der...

Im Focus: Self-illuminating pixels for a new display generation

There are videos on the internet that can make one marvel at technology. For example, a smartphone is casually bent around the arm or a thin-film display is rolled in all directions and with almost every diameter. From the user's point of view, this looks fantastic. From a professional point of view, however, the question arises: Is that already possible?

At Display Week 2018, scientists from the Fraunhofer Institute for Applied Polymer Research IAP will be demonstrating today’s technological possibilities and...

Im Focus: Raumschrott im Fokus

Das Astronomische Institut der Universität Bern (AIUB) hat sein Observatorium in Zimmerwald um zwei zusätzliche Kuppelbauten erweitert sowie eine Kuppel erneuert. Damit stehen nun sechs vollautomatisierte Teleskope zur Himmelsüberwachung zur Verfügung – insbesondere zur Detektion und Katalogisierung von Raumschrott. Unter dem Namen «Swiss Optical Ground Station and Geodynamics Observatory» erhält die Forschungsstation damit eine noch grössere internationale Bedeutung.

Am Nachmittag des 10. Februars 2009 stiess über Sibirien in einer Höhe von rund 800 Kilometern der aktive Telefoniesatellit Iridium 33 mit dem ausgedienten...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

22. Business Forum Qualität: Vom Smart Device bis zum Digital Twin

22.05.2018 | Veranstaltungen

48V im Fokus!

21.05.2018 | Veranstaltungen

„Data Science“ – Theorie und Anwendung: Internationale Tagung unter Leitung der Uni Paderborn

18.05.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Vielseitige Nanokugeln: Forscher bauen künstliche Zellkompartimente als molekulare Werkstatt

22.05.2018 | Biowissenschaften Chemie

Mikroskopie der Zukunft

22.05.2018 | Medizintechnik

Designerzellen: Künstliches Enzym kann Genschalter betätigen

22.05.2018 | Biowissenschaften Chemie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics