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Die Beurteilung der Östrogen-Schadstoffe in Gewässern

24.07.2006
Natürliche und vom Menschen hergestellte Chemikalien, die natürliche Hormone nachahmen, reichen über alle Meere - oft jedoch mit umgekehrten Auswirkungen auf das Wildleben der Wasserwelten, das sich ohnehin in kritischen Entwicklungsstadien befindet. Wachsende Bedenken hinsichtlich der ökologischen Wertigkeit der Auswirkungen dieser Chemikalien haben beträchtliche Bemühungen veranlasst, um geeignete Methoden zur Einschätzung potenzieller Gefahren zu entwickeln.

Obwohl es weithin anerkannt ist, dass hormonstörende Schadstoffe eine Reihe negativer Auswirkungen auf die Gesundheit haben können, so stellt sich die Beurteilung der dazugehörigen Risiken in methodischer sowie rechnerischer Sicht als erheblich komplexer dar als die derzeitigen Methoden. Bestehende Verfahren zur Beurteilung der ökologischen Risiken sind in ihrer Fähigkeit begrenzt, die kombinierten Auswirkungen der chemischen Gemische zu bewerten.

Im Hinblick auf die Untersuchung der Auswirkungen solcher Unzulänglichkeiten haben Wissenschaftler an der Brunel-Universität die kombinierten Auswirkungen der Östrogen-Gemische mit Mehrfachkomponenten in Wasserorganismen analysiert. Der Schwerpunkt der Untersuchung lag auf der Herstellung von chemischen Konzentrationen, die dazu benötigt werden, die Vitellogenese bei jungen Seebarschen und männlichen Amerikanischen Dickkopfelritzen einzuleiten.

Die Chemikalien wurden in äquipotenziellen Konzentrationen zusammengesetzt und die Auswirkungen des Gemisches wurden mit denen verglichen, die durch das Modell der Konzentrationsadditivität (CA - Concentration Addition) vorhergesagt wurden. Bei diesem Modell werden biomathematische Methoden eingesetzt. Die beobachteten und vorhergesagten Auswirkungen der chemischen Gemische, die sich sowohl aus den Untersuchungen im Süßwasser als auch aus denen im Meerwasser ergaben, deuteten an, dass die Östrogen-Chemikalien die Fähigkeit besitzen, zusätzlich auf umweltbezogene, relevante Konzentrationen zu wirken. Des Weiteren haben diese Ergebnisse das Potenzial für die genaue Vorhersage ihrer kombinierten Auswirkungen anhand der Informationen zur Wirksamkeit der einzelnen Komponenten und der Zusammensetzung des Gemisches hervorgehoben.

Daher ist es möglich, dass die Risikobewertungsmethoden, die gegenwärtig auf Untersuchungen zu Einwirkungen einzelner Substanzen basieren, die Gefahr unterschätzen, die von Gemischen ähnlich reagierender Chemikalien ausgeht und somit zu fehlerhaften Ergebnissen führen kann. Diese Erkenntnis bedeutet, dass die ökologischen Standards zukünftig mit stärkerem Vertrauen in ihre hinreichend schützende Wirkung verbunden sein können.

Prof. John Sumpter | ctm
Weitere Informationen:
http://www.brunel.ac.uk

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