Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Warnemünder Wissenschaftler erkunden den Meeresboden vor Namibia

07.08.2000


... mehr zu:
»Fischbestand »Meeresboden »Namibia
Eine Gruppe von Meeresgeologen des Instituts für Ostseeforschung Warnemünde und Studenten des Instituts für Geologische Wissenschaften der Universität Greifswald begannen am 5. 8. eine Expedition auf dem
Forschungsschiff METEOR vor der Küste Namibias. Unter der Leitung von Prof. Kay-Christian Emeis (IOW) werden sie gemeinsam mit Mikrobiologen des Max-Planck Instituts für Marine Mikrobiologie (Bremen), Meeresgeologen der Universitäten Bremen und München und namibischen Wissenschaftlern in den kommenden Wochen den Meeresgrund des SW afrikanischen Landes erkunden.

Das Arbeitsgebiet ist eines der fruchtbarsten Gegenden des Weltmeers, weil in Küstennähe und über dem Schelf ständig sehr hohe Nährstoffgehalte im Wasser vorkommen. Dieses Phänomen ist an die Passatwinde geknüpft: Der stetige Passatwind aus Südost drückt das nährstoffarme Oberflächenwasser seewärts und kaltes, nährstoffreiches Wasser treibt aus Tiefen von mehreren Hundert Metern an der Küste auf. Das erhöhte Nährstoffangebot im Auftriebsgebiet vor Namibia, Angola und Südafrika (andere finden sich vor Peru, Kalifornien und NW Afrika) nutzen einzellige Pflanzen, die wiederum die Nahrungsgrundlage für riesige Bestände von Fischen und Meeressäugern sind. Die Fischerei vor Namibia ist eines der wesentlichen Wirtschaftsfaktoren des Landes und die großen Fischbestände ziehen Heute wie früher die Fischereiflotten vieler Länder an.
Die Fischbestände unterliegen jedoch großen Schwankungen. Die Anlandung von Anchovis im Auftriebsgebiet vor Namibia sank beispielsweise von 1,4 Millionen Tonnen auf 0,05 Millionen Tonnen im Zeitraum von 1968 bis 1978. Ursprünglich wurde allein Überfischung für wiederkehrende Einbrüche in den Fischbeständen verantwortlich gemacht. Heute weiß man, daß der Passatwind selbst erheblichen Änderungen unterworfen ist und mit ihm die Bewegung der Wassermassen, die Intensität des Auftriebs, die biologische Produktivität der Algen und wahrscheinlich auch die Fischbestände. Um die Fischbestände nachhaltig nutzen zu können, ist die Kenntnis der Häufigkeit und Auswirkungen solcher natürlicher Schwankungen des Auftriebsgeschehens von großem wissenschaftlichen und kommerziellem Interesse.
Die Schwankungen im Passat und in der Auftriebsintensität können mehrere Jahre bis Jahrzehnte dauern. Weil es Wetterbeobachtungen und ozeanographische Daten erst seit einigen Dekaden gibt, wollen die Forscher Langzeitarchive aus den Ablagerungen am Meeresboden bergen und untersuchen: Eigenschaften des Sediments und seine Bestandteile geben detailliert Auskunft über Veränderungen des Auftriebsgeschehens in den letzten 5000 Jahren. Unter anderem werden die Wissenschaftler an den Sedimentkernen die Zahl und Art der Fischschuppen untersuchen, um so Bestände und Änderungen der Fischarten rekonstruieren. Weitere Untersuchungen gelten den Bakteriengemeinschaften und ihrer Auswirkungen auf die Stoffflüsse im Sediment. Für die drei Studenten der Geologie aus Greifswald (Jana Berger, André Kießling und Thomas Vogt) ist die Teilnahme eine Chance, ein hochaktuelles Forschungsthema kennen zu lernen und praktische Erfahrungen in der Meeresgeologie zu sammeln.

Dr. Barbara Hentzsch |

Weitere Berichte zu: Fischbestand Meeresboden Namibia

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Biowissenschaften Chemie:

nachricht Ein magnetischer Antrieb für Mikroroboter
27.09.2016 | Max-Planck-Institut für Intelligente Systeme, Standort Stuttgart, Stuttgart

nachricht Ein Schleusenwärter namens Vigilin
27.09.2016 | Eidgenössische Technische Hochschule Zürich (ETH Zürich)

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Biowissenschaften Chemie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Forscher entwickeln quantenphotonischen Schaltkreis mit elektrischer Lichtquelle

Optische Quantenrechner könnten die Computertechnologie revolutionieren. Forschern um Wolfram Pernice von der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster sowie Ralph Krupke, Manfred Kappes und Carsten Rockstuhl vom Karlsruher Institut für Technologie ist es nun gelungen, einen quantenoptischen Versuchsaufbau auf einem Chip zu platzieren. Damit haben sie eine Voraussetzung erfüllt, um photonische Schaltkreise für optische Quantencomputer nutzbar machen zu können.

Ob für eine abhörsichere Datenverschlüsselung, die ultraschnelle Berechnung riesiger Datenmengen oder die sogenannte Quantensimulation, mit der hochkomplexe...

Im Focus: First quantum photonic circuit with electrically driven light source

Optical quantum computers can revolutionize computer technology. A team of researchers led by scientists from Münster University and KIT now succeeded in putting a quantum optical experimental set-up onto a chip. In doing so, they have met one of the requirements for making it possible to use photonic circuits for optical quantum computers.

Optical quantum computers are what people are pinning their hopes on for tomorrow’s computer technology – whether for tap-proof data encryption, ultrafast...

Im Focus: Quantenboost für künstliche Intelligenz

Intelligente Maschinen, die selbständig lernen, gelten als Zukunftstrend. Forscher der Universität Innsbruck und des Joint Quantum Institute in Maryland, USA, loten nun in der Fachzeitschrift Physical Review Letters aus, wie Quantentechnologien dabei helfen können, die Methoden des maschinellen Lernens weiter zu verbessern.

In selbstfahrenden Autos, IBM's Watson oder Google's AlphaGo sind Computerprogramme am Werk, die aus Erfahrungen lernen können. Solche Maschinen werden im Zuge...

Im Focus: Synthese-chemischer Meilenstein: Neues Ferrocenium-Molekül entdeckt

Wissenschaftler der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg (FAU) haben zusammen mit Kollegen der Freien Universität Berlin ein neues Molekül entdeckt: Die Eisenverbindung in der seltenen Oxidationsstufe +4 gehört zu den Ferrocenen und ist äußerst schwierig zu synthetisieren.

Metallocene werden umgangssprachlich auch als Sandwichverbindungen bezeichnet. Sie bestehen aus zwei organischen ringförmigen Verbindungen, den...

Im Focus: Neue Entwicklungen in der Asphären-Messtechnik

Kompetenzzentrum Ultrapräzise Oberflächenbearbeitung (CC UPOB) lädt zum Expertentreffen im März 2017 ein

Ob in Weltraumteleskopen, deren Optiken trotz großer Abmessungen nanometergenau gefertigt sein müssen, in Handykameras oder in Endoskopen − Asphären kommen in...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Laser für Neurochirurgie und Biofabrikation - LaserForum 2016 thematisiert Medizintechnik

27.09.2016 | Veranstaltungen

Ist Vergessen die Zukunft?

27.09.2016 | Veranstaltungen

Von der Probe zum digitalen Modell - MikroskopieTrends ´16

26.09.2016 | Veranstaltungen

 
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Nanotechnologie für Energie-Materialien: Elektroden wie Blattadern

27.09.2016 | Physik Astronomie

Ultradünne Membranen aus Graphen

27.09.2016 | Physik Astronomie

Ein magnetischer Antrieb für Mikroroboter

27.09.2016 | Biowissenschaften Chemie