Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Urin als Wertstoff - Stoffstromtrennung zur Ertüchtigung von Verrieselungsanlagen

03.07.2006
Forscher der Fachhochschule Lübeck wollen es wissen. Ist Urin ein Rohstofflieferant der Zukunft? In einem neuen F&E-Projekt wollen sie der Frage nachgehen, ob sich menschliche Ausscheidungen wie Urin zur Begegnung einer allgemein bekannten und zu erwartenden Rohstoffknappheit verwerten lassen.

Das schleswig-holsteinische Ministerium für Wissenschaft, Wirtschaft und Verkehr fördert das Projekt mit Mitteln aus dem Regionalprogramm 2000, mit Mitteln des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) im Rahmen des Ziel 2-Programms sowie mit Landesmitteln. Das Projekt hat im Februar 2006 begonnen und ist mit einer Laufzeit von drei Jahren versehen. Es endet im Dezember 2008. Das Fördervolumen beträgt knapp 485.000 Euro.

Während derzeit die Diskussion um den Rückgang der Vorkommen fossiler Brennstoffe allgegenwärtig ist, tritt die Tatsache, dass auch andere Rohstoffe immer knapper werden, etwas in den Hintergrund. So werden in der zweiten Hälfte dieses Jahrhunderts weltweit die natürlichen Lagerstätten an Phosphor nahezu aufgebraucht, und der Abbau der dann noch vorhandenen Vorkommen nur unter extremem technischen Aufwand möglich sein. Vor diesem Hintergrund wird die Suche nach nachhaltigen Bewirtschaftungsstrategien der vorhandenen Ressourcen immer wichtiger.

Die fhl-Forschungs GmbH wird in Zusammenarbeit mit dem Labor für Siedlungswasserwirtschaft und Abfalltechnik der Fachhochschule Lübeck, Prof. Dr.-Ing. Matthias Grottker, das Forschungsprojekt bearbeiten. Die zentrale Themenstellung dieses Projektes ist es, die Möglichkeiten einer technischen Realisierbarkeit der Nachrüstung von Stoffstromtrennverfahren bei der dezentralen Behandlung von Abwasser in bereits bestehenden sanitären Anlagen und Einrichtungen zu untersuchen. Insbesondere wird dabei die Separation von Urin im Vordergrund stehen. Urin besteht zu hohen Anteilen aus Stickstoff und Phosphor und ist daher als Wertstoff zu betrachten, der vor dem Hintergrund eines nachhaltigen Umgangs mit Ressourcen in geschlossenen Stoffkreisläufen wiederverwertet werden sollte.

... mehr zu:
»Phosphor »Ressource »Urin »Vorkommen

Das Forschungsvorhaben hat ein Gesamtvolumen von nahezu 780.000 Euro. Zu den Fördermitteln des Landes und der Europäischen Union finanzieren die Projektpartner aus der regionalen Wirtschaft und die FH Lübeck selber erhebliche Anteile.

Kontakt:Fachhochschule Lübeck, Prof. Dr.-Ing. Matthias Grottker, Tel.: 0451/300-5155, Fax: 0451/300-5159, E-Mail: Grottker@fh-luebeck.de

Frank Mindt | idw
Weitere Informationen:
http://www.fh-luebeck.de

Weitere Berichte zu: Phosphor Ressource Urin Vorkommen

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Biowissenschaften Chemie:

nachricht Up-Scaling: Katalysatorentwicklung im Industriemaßstab
22.11.2017 | Fraunhofer-Institut für Umwelt-, Sicherheits- und Energietechnik UMSICHT

nachricht Ozeanversauerung schädigt Miesmuscheln im Frühstadium
22.11.2017 | GEOMAR Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung Kiel

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Biowissenschaften Chemie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Kleine Strukturen – große Wirkung

Innovative Schutzschicht für geringen Verbrauch künftiger Rolls-Royce Flugtriebwerke entwickelt

Gemeinsam mit Rolls-Royce Deutschland hat das Fraunhofer-Institut für Werkstoff- und Strahltechnik IWS im Rahmen von zwei Vorhaben aus dem...

Im Focus: Nanoparticles help with malaria diagnosis – new rapid test in development

The WHO reports an estimated 429,000 malaria deaths each year. The disease mostly affects tropical and subtropical regions and in particular the African continent. The Fraunhofer Institute for Silicate Research ISC teamed up with the Fraunhofer Institute for Molecular Biology and Applied Ecology IME and the Institute of Tropical Medicine at the University of Tübingen for a new test method to detect malaria parasites in blood. The idea of the research project “NanoFRET” is to develop a highly sensitive and reliable rapid diagnostic test so that patient treatment can begin as early as possible.

Malaria is caused by parasites transmitted by mosquito bite. The most dangerous form of malaria is malaria tropica. Left untreated, it is fatal in most cases....

Im Focus: Transparente Beschichtung für Alltagsanwendungen

Sport- und Outdoorbekleidung, die Wasser und Schmutz abweist, oder Windschutzscheiben, an denen kein Wasser kondensiert – viele alltägliche Produkte können von stark wasserabweisenden Beschichtungen profitieren. Am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) haben Forscher um Dr. Bastian E. Rapp einen Werkstoff für solche Beschichtungen entwickelt, der sowohl transparent als auch abriebfest ist: „Fluoropor“, einen fluorierten Polymerschaum mit durchgehender Nano-/Mikrostruktur. Sie stellen ihn in Nature Scientific Reports vor. (DOI: 10.1038/s41598-017-15287-8)

In der Natur ist das Phänomen vor allem bei Lotuspflanzen bekannt: Wassertropfen perlen von der Blattoberfläche einfach ab. Diesen Lotuseffekt ahmen...

Im Focus: Ultrakalte chemische Prozesse: Physikern gelingt beispiellose Vermessung auf Quantenniveau

Wissenschaftler um den Ulmer Physikprofessor Johannes Hecker Denschlag haben chemische Prozesse mit einer beispiellosen Auflösung auf Quantenniveau vermessen. Bei ihrer wissenschaftlichen Arbeit kombinierten die Forscher Theorie und Experiment und können so erstmals die Produktzustandsverteilung über alle Quantenzustände hinweg - unmittelbar nach der Molekülbildung - nachvollziehen. Die Forscher haben ihre Erkenntnisse in der renommierten Fachzeitschrift "Science" publiziert. Durch die Ergebnisse wird ein tieferes Verständnis zunehmend komplexer chemischer Reaktionen möglich, das zukünftig genutzt werden kann, um Reaktionsprozesse auf Quantenniveau zu steuern.

Einer deutsch-amerikanischen Forschergruppe ist es gelungen, chemische Prozesse mit einer nie dagewesenen Auflösung auf Quantenniveau zu vermessen. Dadurch...

Im Focus: Leoniden 2017: Sternschnuppen im Anflug?

Gemeinsame Pressemitteilung der Vereinigung der Sternfreunde und des Hauses der Astronomie in Heidelberg

Die Sternschnuppen der Leoniden sind in diesem Jahr gut zu beobachten, da kein Mondlicht stört. Experten sagen für die Nächte vom 16. auf den 17. und vom 17....

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

IfBB bei 12th European Bioplastics Conference mit dabei: neue Marktzahlen, neue Forschungsthemen

22.11.2017 | Veranstaltungen

Zahnimplantate: Forschungsergebnisse und ihre Konsequenzen – 31. Kongress der DGI

22.11.2017 | Veranstaltungen

Tagung widmet sich dem Thema Autonomes Fahren

21.11.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Bakterien als Schrittmacher des Darms

22.11.2017 | Biowissenschaften Chemie

Ozeanversauerung schädigt Miesmuscheln im Frühstadium

22.11.2017 | Biowissenschaften Chemie

Die gefrorenen Küsten der Arktis: Ein Lebensraum schmilzt davon

22.11.2017 | Geowissenschaften