Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Immunologische Ansätze der Krebstherapie

29.06.2006
Sonderforschungsbereich /Transregio in Berlin und München eingerichtet

Zur Erforschung neuer Ansätze in der Krebstherapie unter Zuhilfenahme des Immunssystem nimmt zum 1. Juli 2006 an der Charité Berlin (Freie Universität Berlin und Humboldt Universität zu Berlin), am Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin (MDC) Berlin-Buch und am GSF - Forschungszentrum für Umwelt und Gesundheit in München ein Transregio-Sonderforschungsbereich die Arbeit auf. An dieser interdisziplinären Forschungsinitiative zu "Grundlagen und Anwendungen der adoptiven T-Zell-Therapie" sind auch die Technische Universität München, die Ludwig-Maximilians-Universität München und das Deutsche Rheumaforschungszentrum Berlin beteiligt. Der von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) für zunächst vier Jahre eingerichtete Transregio wird mit jährlich 1,5 Millionen Euro gefördert.

Ziel der Arbeiten ist, zur Therapie von Krebserkrankungen, die durch Chemotherapie, Strahlentherapie oder Chirurgie nicht mehr behandelt werden können, verstärkt das körpereigene Immunsystem zu nutzen. Diese Form der Tumortherapie ist bisher in Deutschland nur sehr wenig erforscht.

Dabei geht es um den Einsatz der so genannten adoptiven T-Zelltherapie. Das ist ein Verfahren, bei dem im Reagenzglas (in vitro) spezifische T-Zellen gegen Krebszellen oder Virus-befallene Zellen hergestellt und dem Patienten zurückgegeben werden können. Bislang gibt es nur sehr wenige klinische Erfahrungen mit dieser Therapieform, da sie sehr aufwändig und bislang schwierig durchzuführen ist. "Unser Ziel ist es daher, Verfahren zu entwickeln, die die adoptive T-Zelltherapie einfacher durchführbar und wirksamer machen", erläutert der Sprecher des Forschungsschwerpunkts, Prof. Dr. Thomas Blankenstein (Charité/MDC). "Das Ziel ist eine Therapie gegen derzeit nicht heilbare Krebserkrankungen sowie gegen Virusinfektionen."

"Wir werden in die Arbeiten sowohl die immunologische Grundlagenforschung als auch die klinische Forschung mit einbeziehen", betont Prof. Dr. Dolores Schendel vom GSF - Forschungszentrum für Umwelt und Gesundheit und stellvertretende Sprecherin dieses neuen Forschungsschwerpunkts. "Es ist geplant, experimentelle Systeme zu entwickeln, um hoch effektive T-Zellen zu generieren". Parallel dazu sollen Bedingungen für die beste Wirksamkeit gefunden werden, vor allem bezüglich der Überlebensdauer und der Funktion dieser Zellen. Langfristiges Ziel ist es, ausreichende Mengen humaner T-Zellen herzustellen, die zuerst patientenspezifisch modifiziert werden, um sie anschließend in der Klinik einzusetzen.

Transregios sind Sonderforschungsbereiche der DFG, bei denen Universitäten und Forschungszentren an mehreren Standorten kooperieren.

Weitere Informationen:

Sprecher: Prof. Dr. Thomas Blankenstein, Institut für Immunologie, Charité, Campus Benjamin Franklin und Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin (MDC) Berlin- Berlin

Stellvertretende Sprecherin: Prof. Dr. Dolores Schendel, Institut für Molekulare Immunologie und Platform Immunmonitoring, GSF - Forschungszentrum für Umwelt und Gesundheit, Neuherberg/München

Stellvertretender Sprecher: Prof. Dr. Wolfgang Uckert, Institut für Biologie, HU Berlin

Kontakt:

GSF - Forschungszentrum für Umwelt und Gesundheit, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, Heinz-Jörg Haury, Tel: 089/3187-2460, Fax 089/3187-3324, E-Mail: oea@gsf.de

Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin (MDC) Berlin-Buch, Pressestelle, Barbara Bachtler, Tel. (030) 9406 3896, E-Mail: bachtler@mdc-berlin.de

Heinz-Jörg Haury | idw
Weitere Informationen:
http://www.gsf.de/neu/Aktuelles/Presse/2006/sfb_transregio.php

Weitere Berichte zu: DFG Krebstherapie MDC Max-Delbrück-Centrum T-Zelle

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Biowissenschaften Chemie:

nachricht Adenoviren binden gezielt an Strukturen auf Tumorzellen
23.04.2018 | Eberhard Karls Universität Tübingen

nachricht Software mit Grips
20.04.2018 | Max-Planck-Institut für Hirnforschung, Frankfurt am Main

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Biowissenschaften Chemie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Moleküle brillant beleuchtet

Physiker des Labors für Attosekundenphysik, der Ludwig-Maximilians-Universität und des Max-Planck-Instituts für Quantenoptik haben eine leistungsstarke Lichtquelle entwickelt, die ultrakurze Pulse über einen Großteil des mittleren Infrarot-Wellenlängenbereichs generiert. Die Wissenschaftler versprechen sich von dieser Technologie eine Vielzahl von Anwendungen, unter anderem im Bereich der Krebsfrüherkennung.

Moleküle sind die Grundelemente des Lebens. Auch wir Menschen bestehen aus ihnen. Sie steuern unseren Biorhythmus, zeigen aber auch an, wenn dieser erkrankt...

Im Focus: Molecules Brilliantly Illuminated

Physicists at the Laboratory for Attosecond Physics, which is jointly run by Ludwig-Maximilians-Universität and the Max Planck Institute of Quantum Optics, have developed a high-power laser system that generates ultrashort pulses of light covering a large share of the mid-infrared spectrum. The researchers envisage a wide range of applications for the technology – in the early diagnosis of cancer, for instance.

Molecules are the building blocks of life. Like all other organisms, we are made of them. They control our biorhythm, and they can also reflect our state of...

Im Focus: Metalle verbinden ohne Schweißen

Kieler Prototyp für neue Verbindungstechnik wird auf Hannover Messe präsentiert

Schweißen ist noch immer die Standardtechnik, um Metalle miteinander zu verbinden. Doch das aufwändige Verfahren unter hohen Temperaturen ist nicht überall...

Im Focus: Software mit Grips

Ein computergestütztes Netzwerk zeigt, wie die Ionenkanäle in der Membran von Nervenzellen so verschiedenartige Fähigkeiten wie Kurzzeitgedächtnis und Hirnwellen steuern können

Nervenzellen, die auch dann aktiv sind, wenn der auslösende Reiz verstummt ist, sind die Grundlage für ein Kurzzeitgedächtnis. Durch rhythmisch aktive...

Im Focus: Der komplette Zellatlas und Stammbaum eines unsterblichen Plattwurms

Von einer einzigen Stammzelle zur Vielzahl hochdifferenzierter Körperzellen: Den vollständigen Stammbaum eines ausgewachsenen Organismus haben Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus Berlin und München in „Science“ publiziert. Entscheidend war der kombinierte Einsatz von RNA- und computerbasierten Technologien.

Wie werden aus einheitlichen Stammzellen komplexe Körperzellen mit sehr unterschiedlichen Funktionen? Die Differenzierung von Stammzellen in verschiedenste...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Fraunhofer eröffnet Community zur Entwicklung von Anwendungen und Technologien für die Industrie 4.0

23.04.2018 | Veranstaltungen

Mars Sample Return – Wann kommen die ersten Gesteinsproben vom Roten Planeten?

23.04.2018 | Veranstaltungen

Internationale Konferenz zur Digitalisierung

19.04.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Moleküle brillant beleuchtet

23.04.2018 | Physik Astronomie

Sauber und effizient - Fraunhofer ISE präsentiert Wasserstofftechnologien auf Hannover Messe

23.04.2018 | HANNOVER MESSE

Fraunhofer IMWS entwickelt biobasierte Faser-Kunststoff-Verbunde für Leichtbau-Anwendungen

23.04.2018 | Materialwissenschaften

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics