Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Neuer Embryo-Test untersucht ganze DNA einer Zelle

19.06.2006
Suche nach mehreren Erkrankungen möglich

Ein neuer Embryo-Test bietet Paaren mit einem Risiko ernster genetischer Erkrankungen eine größere Chance, mittels künstlicher Befruchtung ein gesundes Kind zu haben. Der Test untersucht die ganze DNA einer Zelle und konzentriert sich nicht nur auf die spezifische Mutation eines Gens. Daher können Erkrankungen beim Embryo rascher festgestellt werden. Zusätzlich ermöglicht der von Wissenschaftlern des Guy's Hospital entwickelte Test die Suche nach einer größeren Anzahl potenzieller Erkrankungen. Das Team will auf einer Fachkonferenz in Prag bekannt geben, dass fünf Paare nach dem Test und einer künstlichen Befruchtung gesunde Kinder erwarten.

Der neue "DNA-Fingerabdruck" Test einer Zelle kann die genetische Signatur einer Erkrankung wie der Mukoviszidose erkennen. Das Team hat ein Verfahren entwickelt, das so genannte Pre-implantation Genetic Haplotyping (PGH), das sie mehr als 100 Familien im Jahr anbieten wollen. Der derzeit wird für die Untersuchung der Embryos die Präimplantationsdiagnostik (PGD) eingesetzt. Bei PGH werden die Eltern, bereits vorhandene Kinder und etwaige Verwandte eingebunden, um die fehlerhaften Bereiche der chromosomalen DNA zu identifizieren. Mit diesen Informationen kann eine Zelle des Embryos entnommen, im Labor vermehrt und anschließend untersucht werden, ob ein Embryo über jene Marker verfügt, die auf das Vorhandensein von Haplotypen hinweisen.

Das Verfahren wurde eingesetzt, um Tests auf Duchenne Muskeldystrophie (DMD) durchzuführen. Vorwiegend sind Jungen betroffen, denen die Krankheit über ihre Mütter vererbt wird. Familien mit einer einschlägigen Krankheitsgeschichte wird derzeit angeboten, das Geschlecht des Embryos zu ermitteln. Männliche Embryos werden im Rahmen der künstlichen Befruchtung nicht implantiert, da nicht ermittelt werden kann, ob sie an dieser Krankheit leiden. Mit dem neuen Text soll laut BBC nachweisbar werden, ob ein Embryo über die entscheidenden DMD Haplotypen verfügt. Der Test ermöglicht auch jene genetischen Mutationen nachzuweisen, die eine Mukoviszidose verursachen. Wie bei DMD handelt es sich um eine rezessive Erkrankung, das heißt, beide Kopien des Chromosoms 7 müssen ein fehlerhaftes Gen haben. PGD konnte bisher nur häufigsten von hunderten möglichen Defekten feststellen.

Michaela Monschein | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.guysandstthomas.nhs.uk

Weitere Berichte zu: Befruchtung DMD DNA Embryo Embryo-Test Zelle

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Biowissenschaften Chemie:

nachricht Wie sich Zellen gegen Salmonellen verteidigen
05.12.2016 | Goethe-Universität Frankfurt am Main

nachricht Neue Arten in der Nordsee-Kita
05.12.2016 | Senckenberg Forschungsinstitut und Naturmuseen

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Biowissenschaften Chemie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Wie sich Zellen gegen Salmonellen verteidigen

Bioinformatiker der Goethe-Universität haben das erste mathematische Modell für einen zentralen Verteidigungsmechanismus der Zelle gegen das Bakterium Salmonella entwickelt. Sie können ihren experimentell arbeitenden Kollegen damit wertvolle Anregungen zur Aufklärung der beteiligten Signalwege geben.

Jedes Jahr sind Salmonellen weltweit für Millionen von Infektionen und tausende Todesfälle verantwortlich. Die Körperzellen können sich aber gegen die...

Im Focus: Shape matters when light meets atom

Mapping the interaction of a single atom with a single photon may inform design of quantum devices

Have you ever wondered how you see the world? Vision is about photons of light, which are packets of energy, interacting with the atoms or molecules in what...

Im Focus: Greifswalder Forscher dringen mit superauflösendem Mikroskop in zellulären Mikrokosmos ein

Das Institut für Anatomie und Zellbiologie weiht am Montag, 05.12.2016, mit einem wissenschaftlichen Symposium das erste Superresolution-Mikroskop in Greifswald ein. Das Forschungsmikroskop wurde von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) und dem Land Mecklenburg-Vorpommern finanziert. Nun können die Greifswalder Wissenschaftler Strukturen bis zu einer Größe von einigen Millionstel Millimetern mittels Laserlicht sichtbar machen.

Weit über hundert Jahre lang galt die von Ernst Abbe 1873 publizierte Theorie zur Auflösungsgrenze von Lichtmikroskopen als ein in Stein gemeißeltes Gesetz....

Im Focus: Durchbruch in der Diabetesforschung: Pankreaszellen produzieren Insulin durch Malariamedikament

Artemisinine, eine zugelassene Wirkstoffgruppe gegen Malaria, wandelt Glukagon-produzierende Alpha-Zellen der Bauchspeicheldrüse (Pankreas) in insulinproduzierende Zellen um – genau die Zellen, die bei Typ-1-Diabetes geschädigt sind. Das haben Forscher des CeMM Forschungszentrum für Molekulare Medizin der Österreichischen Akademie der Wissenschaften im Rahmen einer internationalen Zusammenarbeit mit modernsten Einzelzell-Analysen herausgefunden. Ihre bahnbrechenden Ergebnisse werden in Cell publiziert und liefern eine vielversprechende Grundlage für neue Therapien gegen Typ-1 Diabetes.

Seit einigen Jahren hatten sich Forscher an diesem Kunstgriff versucht, der eine simple und elegante Heilung des Typ-1 Diabetes versprach: Die vom eigenen...

Im Focus: Makromoleküle: Mit Licht zu Präzisionspolymeren

Chemikern am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) ist es gelungen, den Aufbau von Präzisionspolymeren durch lichtgetriebene chemische Reaktionen gezielt zu steuern. Das Verfahren ermöglicht die genaue, geplante Platzierung der Kettengliedern, den Monomeren, entlang von Polymerketten einheitlicher Länge. Die präzise aufgebauten Makromoleküle bilden festgelegte Eigenschaften aus und eignen sich möglicherweise als Informationsspeicher oder synthetische Biomoleküle. Über die neuartige Synthesereaktion berichten die Wissenschaftler nun in der Open Access Publikation Nature Communications. (DOI: 10.1038/NCOMMS13672)

Chemische Reaktionen lassen sich durch Einwirken von Licht bei Zimmertemperatur auslösen. Die Forscher am KIT nutzen diesen Effekt, um unter Licht die...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Von „Coopetition“ bis „Digitale Union“ – Die Fertigungsindustrien im digitalen Wandel

02.12.2016 | Veranstaltungen

Experten diskutieren Perspektiven schrumpfender Regionen

01.12.2016 | Veranstaltungen

Die Perspektiven der Genom-Editierung in der Landwirtschaft

01.12.2016 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Wie sich Zellen gegen Salmonellen verteidigen

05.12.2016 | Biowissenschaften Chemie

Fraunhofer WKI koordiniert vom BMEL geförderten Forschungsverbund zu Zusatznutzen von Dämmstoffen aus nachwachsenden Rohstoffen

05.12.2016 | Förderungen Preise

Höhere Energieeffizienz durch Brennhilfsmittel aus Porenkeramik

05.12.2016 | Energie und Elektrotechnik