Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Perfluorierte Tenside in Ruhr und Möhne gefunden

12.06.2006
Das Institut für Hygiene und Öffentliche Gesundheit der Universität Bonn (IHÖG) hat erhöhte Konzentrationen perfluorierter Tenside (PFT) in der Ruhr sowie in der Möhne gefunden und die zuständigen Behörden informiert. Die Humantoxizität ist derzeit nicht abschließend geklärt. PFT werden in der Natur nur sehr langsam abgebaut und auch in Kläranlagen nur bedingt entfernt.

Seit März diesen Jahres führt das Institut für Hygiene und Öffentliche Gesundheit der Universität Bonn eine wissenschaftliche Studie zum Vorkommen von PFT in unterschiedlichen Oberflächenwässern Deutschlands durch. Dabei konnten die Wissenschaftler auffallend erhöhte Konzentrationen in der Ruhr nachweisen. Folgeuntersuchungen im April und Mai ergaben, dass entlang der Ruhr sowie auch in anderen Oberflächengewässern des Ruhreinzugsgebietes die Konzentration dieser Substanzen im Vergleich zu anderen Oberflächengewässern z.T. deutlich erhöht ist. Mittlerweile konnten die Substanzen in unterschiedlichen Konzentrationen auch in Trinkwässern nachgewiesen werden. Es besteht jedoch keine akute Gesundheitsgefährdung- auch nicht durch den Genuss von Trinkwasser Gemeinsam mit den beteiligten Behörden (Umweltbundesamt, Bezirksregierung Arnsberg, Landesinstitut für den Öffentlichen Gesundheitsdienst NRW, Fachdienste der Kreise Soest und Hochsauerland) und Institutionen wird intensiv nach Quellen für die Verunreinigung gesucht.

Bei PFT handelt es sich um sehr stabile Verbindungen, die u.a. bei der Verarbeitung von Gebrauchsgegenständen, bei der Herstellung von Fluorpolymeren (z.B. PTFE), bei der Papierveredelung, in Feuerlöschmitteln und in Reinigungsmitteln eingesetzt werden. Sie sind durch Aufbereitungsverfahren aus Gewässern nur bedingt zu eliminieren. Mittlerweile sind diese Substanzen ubiquitär verbreitet.

Derzeit wird international untersucht, welche Risiken von dieser Substanzgruppe für den Menschen ausgehen. In Übereinstimmung mit dem Umweltbundesamt sowie dem Hygiene-Institut des Ruhrgebiets wird davon ausgegangen, dass derzeit keine akute Gesundheitsgefährdung besteht - auch nicht durch den Genuss von Trinkwasser.

... mehr zu:
»Hygiene »PFT »Ruhr »Tenside »Umweltbundesamt

In Kürze wird das Umweltbundesamt darüber informieren, welche Konsequenzen sich aus den Befunden für die künftige Sicherung der Gewässergüte ergeben.

Kontakt:
Prof. Dr. Martin Exner und Dr. Harald Färber
Institut für Hygiene und Öffentliche Gesundheit der Universität Bonn
Telefon: 0228/287-5520 oder 287-6864
E-Mail: harald.faerber@ukb.uni-bonn.de

Frank Luerweg | idw
Weitere Informationen:
http://www.bmu.bund.de/files/chemikalien/downloads/application/pdf/artikel_perfluortensiden.pdf
http://www.umweltbundesamt.de/umid/archiv/umid0405.pdf
http://www.lgl.bayern.de/gesundheit/umweltmedizin/projekt_pfc.htm

Weitere Berichte zu: Hygiene PFT Ruhr Tenside Umweltbundesamt

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Biowissenschaften Chemie:

nachricht Aufschlussreiche Partikeltrennungen
20.07.2017 | Gesellschaft Deutscher Chemiker e.V.

nachricht Bildgebung von entstehendem Narbengewebe
20.07.2017 | Gesellschaft Deutscher Chemiker e.V.

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Biowissenschaften Chemie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Molekulares Lego

Sie können ihre Farbe wechseln, ihren Spin verändern oder von fest zu flüssig wechseln: Eine bestimmte Klasse von Polymeren besitzt faszinierende Eigenschaften. Wie sie das schaffen, haben Forscher der Uni Würzburg untersucht.

Bei dieser Arbeit handele es sich um ein „Hot Paper“, das interessante und wichtige Aspekte einer neuen Polymerklasse behandelt, die aufgrund ihrer Vielfalt an...

Im Focus: Das Universum in einem Kristall

Dresdener Forscher haben in Zusammenarbeit mit einem internationalen Forscherteam einen unerwarteten experimentellen Zugang zu einem Problem der Allgemeinen Realitätstheorie gefunden. Im Fachmagazin Nature berichten sie, dass es ihnen in neuartigen Materialien und mit Hilfe von thermoelektrischen Messungen gelungen ist, die Schwerkraft-Quantenanomalie nachzuweisen. Erstmals konnten so Quantenanomalien in simulierten Schwerfeldern an einem realen Kristall untersucht werden.

In der Physik spielen Messgrößen wie Energie, Impuls oder elektrische Ladung, welche ihre Erscheinungsform zwar ändern können, aber niemals verloren gehen oder...

Im Focus: Manipulation des Elektronenspins ohne Informationsverlust

Physiker haben eine neue Technik entwickelt, um auf einem Chip den Elektronenspin mit elektrischen Spannungen zu steuern. Mit der neu entwickelten Methode kann der Zerfall des Spins unterdrückt, die enthaltene Information erhalten und über vergleichsweise grosse Distanzen übermittelt werden. Das zeigt ein Team des Departement Physik der Universität Basel und des Swiss Nanoscience Instituts in einer Veröffentlichung in Physical Review X.

Seit einigen Jahren wird weltweit untersucht, wie sich der Spin des Elektrons zur Speicherung und Übertragung von Information nutzen lässt. Der Spin jedes...

Im Focus: Manipulating Electron Spins Without Loss of Information

Physicists have developed a new technique that uses electrical voltages to control the electron spin on a chip. The newly-developed method provides protection from spin decay, meaning that the contained information can be maintained and transmitted over comparatively large distances, as has been demonstrated by a team from the University of Basel’s Department of Physics and the Swiss Nanoscience Institute. The results have been published in Physical Review X.

For several years, researchers have been trying to use the spin of an electron to store and transmit information. The spin of each electron is always coupled...

Im Focus: Das Proton präzise gewogen

Wie schwer ist ein Proton? Auf dem Weg zur möglichst exakten Kenntnis dieser fundamentalen Konstanten ist jetzt Wissenschaftlern aus Deutschland und Japan ein wichtiger Schritt gelungen. Mit Präzisionsmessungen an einem einzelnen Proton konnten sie nicht nur die Genauigkeit um einen Faktor drei verbessern, sondern auch den bisherigen Wert korrigieren.

Die Masse eines einzelnen Protons noch genauer zu bestimmen – das machen die Physiker um Klaus Blaum und Sven Sturm vom Max-Planck-Institut für Kernphysik in...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Operatortheorie im Fokus

20.07.2017 | Veranstaltungen

Technologietag der Fraunhofer-Allianz Big Data: Know-how für die Industrie 4.0

18.07.2017 | Veranstaltungen

DFG unterstützt Kongresse und Tagungen - September 2017

17.07.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

1,4 Millionen Euro für Forschungsprojekte im Industrie 4.0-Kontext

20.07.2017 | Förderungen Preise

Von photonischen Nanoantennen zu besseren Spielekonsolen

20.07.2017 | Physik Astronomie

Bildgebung von entstehendem Narbengewebe

20.07.2017 | Biowissenschaften Chemie