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Kanarienvogel-Männchen: Schöngesang macht Eier größer

12.06.2006
Männliches Stimmvolumen als Sex-Anreiz

Ein deutsch-britisches Wissenschaftsteam hat entdeckt, dass kräftiger Gesang bei männlichen Kanarienvögeln dazu führt, dass die Weibchen deutlich größere Eier legen. Das Ergebnis soll, so das Team um Stefan Leitner von der School of Biological Sciences an der Royal Holloway University of London, sogar sehr deutlich nachzumessen sein, berichten sie in der jüngsten Ausgabe des Wissenschaftsmagazins Ethology.

Im Prinzip gehe es darum, herauszufinden, mit welchem Partner der bestmögliche Nachwuchs möglich ist. "Es gilt, je attraktiver der Partner, desto wahrscheinlicher ist es, dass er ebensolchen Nachwuchs zeugt", so Leitner. Bei verschiedenen Vogelarten konnten die Wissenschaftler feststellen, dass sich das Weibchen dann intensiver um den Nachwuchs kümmert. Es legt größere Eier, investiert mehr in die Brutpflege und kann sogar das Geschlecht der Nachkommen bestimmen. Die Forscher haben festgestellt, dass größere Eier eine größere Zahl männlicher Nachkommen hervorbringt.

Eines der Auswahlkriterien für einen guten Mann scheint die Qualität seines Gesangs zu sein. Am Max Planck Institut für Ornithologie haben die Wissenschaftler den weiblichen Tieren verschiedene Gesangsaufnahmen unterschiedlicher Männchen vorgespielt. Dabei konnten sie feststellen, dass manche Silben des Gesangs die Weibchen positiv beeinflussten: Die Weibchen legten deutlich größere Eier als jene, die keinen Gesang hörten. Die Forscher nannten diese Silben, die offensichtlich sehr komplex und vor allem schnell zu singen sind "sexy syllables" (sexy Silben). Je größer die Zahl der "sexy Silben", desto größer waren die Eier. Damit ein Männchen allerdings so gut singen kann, muss es körperlich fit sein, da der Muskeleinsatz sehr groß ist.

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»Eier »Gesang »Nachkommen »Weibchen

Unklar ist in der Forschungsarbeit allerdings geblieben, warum die Weibchen, denen in Gefangenschaft "sexy Silben" vorgespielt wurden, nicht mehr männliche Nachkommen hervorbrachten. Offensichtlich gibt es noch andere Möglichkeiten der Weibchen das Geschlecht der Nachkommen zu bestimmen.

Wolfgang Weitlaner | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.rhul.ac.uk
http://www.blackwell-synergy.com
http://www.orn.mpg.de

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