Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Globale Erwärmung als "Evolutions-Auslöser"

09.06.2006
Klimawandel beeinflusst genetische Anpassung von Tieren

Deutsche Zugvögel verändern ihr Zugverhalten, kanadische Eichhörnchen paaren sich früher und Moskitos in Neufundland bleiben im Sommer länger aktiv. Das sind veränderte Verhaltensweisen, die durch die globale Erwärmung auftreten sind. Dieses Verhalten wird von Wissenschaftlern als behaviorale Modifikation durch äußere Einflüsse beurteilt. Nun haben US-Forscher allerdings festgestellt, dass dies nicht ganz zutrifft, denn bei einigen Tierarten erhärtet sich der Verdacht, dass die Klimaveränderung in die Genetik eingegriffen hat, berichtet das Wissenschaftsmagazin Science.

Besonders auffällig sind diese Veränderungen in den nördlichen gemäßigten Zonen, berichten die beiden Wissenschaftler William Bradshaw und Christina Holzapfel von der University of Oregon in Eugene. "Während der vergangenen 40 Jahre haben sich Tierarten immer weiter Richtung Norden bewegt. Ganze Populationen haben ihr Migrations-, Entwicklungs- und Reproduktionsverhalten zeitlich nach vorne gerückt", so der Evolutionsgenetiker Bradshaw. Dieses Verhalten sei nicht einfach auf wärmere Sommer zurückzuführen, sondern spiegeln ein verändertes Verhalten aufgrund der schnellen Klimaveränderungen wider.

"Die Hochsommertemperaturen in Florida zum Beispiel unterscheiden sich nicht wesentlich von jenen in Fairbanks, Alaska", so der Wissenschaftler. Es gehe eher um die Verlängerung der Wachstumszeit und das Timing verschiedener Jahreszeiten. Viele Tiere orientieren sich an den veränderten Sonnenscheinlängen, um sich zu paaren, zu überwintern oder fortzuziehen. Wenn nun allerdings das Klima von Alaska immer mehr dem in Mississippi ähnelt, werden diese Schlüsselreize nicht mehr als Signale wahrgenommen. So haben die Forscher die Mönchsgrasmücke, einen in Deutschland brütenden Zugvogel, der den Winter in Spanien oder Portugal verbringt, genauer untersucht. Einige dieser Tiere hatten plötzlich den Winter in England verbracht, waren also statt gegen Süden zu ziehen, in den Westen gezogen. Dort waren die Winter auch mild genug.

"Im Frühling hatten es die englischen Vögel auch leichter, da sie schneller die besseren Brutplätze finden konnten", so Bradshaw, der inzwischen davon ausgeht, dass die Wanderung gegen Westen bereits genetisch programmiert ist. Der Forscher geht auch davon aus, dass manche Tierarten sich schneller an die veränderten klimatischen Bedingungen gewöhnen werden. Andere hingegen werden große Probleme damit haben. "Eisbären werden mit der Klimaänderung mehr zu kämpfen haben. Ein Grund dafür ist der relativ lange Lebenszyklus dieser Tiere", so Holzapfel. Das gestalte eine genetische Adaptierung auch schwieriger. Die Forscherin geht auch davon aus, dass sich in den kommenden Jahren, die "ökologischen Gemeinschaften" total verändern werden.

Wolfgang Weitlaner | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.sciencemag.org

Weitere Berichte zu: Erwärmung Globale Klimaveränderung Tierart

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Biowissenschaften Chemie:

nachricht Mainzer Physiker gewinnen neue Erkenntnisse über Nanosysteme mit kugelförmigen Einschränkungen
27.06.2017 | Johannes Gutenberg-Universität Mainz

nachricht Glykane als Biomarker für Krebs?
27.06.2017 | Gesellschaft Deutscher Chemiker e.V.

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Biowissenschaften Chemie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Vorbild Delfinhaut: Elastisches Material vermindert Reibungswiderstand bei Schiffen

Für eine elegante und ökonomische Fortbewegung im Wasser geben Delfine den Wissenschaftlern ein exzellentes Vorbild. Die flinken Säuger erzielen erstaunliche Schwimmleistungen, deren Ursachen einerseits in der Körperform und andererseits in den elastischen Eigenschaften ihrer Haut zu finden sind. Letzteres Phänomen ist bereits seit Mitte des vorigen Jahrhunderts bekannt, konnte aber bislang nicht erfolgreich auf technische Anwendungen übertragen werden. Experten des Fraunhofer IFAM und der HSVA GmbH haben nun gemeinsam mit zwei weiteren Forschungspartnern eine Oberflächenbeschichtung entwickelt, die ähnlich wie die Delfinhaut den Strömungswiderstand im Wasser messbar verringert.

Delfine haben eine glatte Haut mit einer darunter liegenden dicken, nachgiebigen Speckschicht. Diese speziellen Hauteigenschaften führen zu einer signifikanten...

Im Focus: Kaltes Wasser: Und es bewegt sich doch!

Bei minus 150 Grad Celsius flüssiges Wasser beobachten, das beherrschen Chemiker der Universität Innsbruck. Nun haben sie gemeinsam mit Forschern in Schweden und Deutschland experimentell nachgewiesen, dass zwei unterschiedliche Formen von Wasser existieren, die sich in Struktur und Dichte stark unterscheiden.

Die Wissenschaft sucht seit langem nach dem Grund, warum ausgerechnet Wasser das Molekül des Lebens ist. Mit ausgefeilten Techniken gelingt es Forschern am...

Im Focus: Hyperspektrale Bildgebung zur 100%-Inspektion von Oberflächen und Schichten

„Mehr sehen, als das Auge erlaubt“, das ist ein Anspruch, dem die Hyperspektrale Bildgebung (HSI) gerecht wird. Die neue Kameratechnologie ermöglicht, Licht nicht nur ortsaufgelöst, sondern simultan auch spektral aufgelöst aufzuzeichnen. Das bedeutet, dass zur Informationsgewinnung nicht nur herkömmlich drei spektrale Bänder (RGB), sondern bis zu eintausend genutzt werden.

Das Fraunhofer IWS Dresden entwickelt eine integrierte HSI-Lösung, die das Potenzial der HSI-Technologie in zuverlässige Hard- und Software überführt und für...

Im Focus: Can we see monkeys from space? Emerging technologies to map biodiversity

An international team of scientists has proposed a new multi-disciplinary approach in which an array of new technologies will allow us to map biodiversity and the risks that wildlife is facing at the scale of whole landscapes. The findings are published in Nature Ecology and Evolution. This international research is led by the Kunming Institute of Zoology from China, University of East Anglia, University of Leicester and the Leibniz Institute for Zoo and Wildlife Research.

Using a combination of satellite and ground data, the team proposes that it is now possible to map biodiversity with an accuracy that has not been previously...

Im Focus: Klima-Satellit: Mit robuster Lasertechnik Methan auf der Spur

Hitzewellen in der Arktis, längere Vegetationsperioden in Europa, schwere Überschwemmungen in Westafrika – mit Hilfe des deutsch-französischen Satelliten MERLIN wollen Wissenschaftler ab 2021 die Emissionen des Treibhausgases Methan auf der Erde erforschen. Möglich macht das ein neues robustes Lasersystem des Fraunhofer-Instituts für Lasertechnologie ILT in Aachen, das eine bisher unerreichte Messgenauigkeit erzielt.

Methan entsteht unter anderem bei Fäulnisprozessen. Es ist 25-mal wirksamer als das klimaschädliche Kohlendioxid, kommt in der Erdatmosphäre aber lange nicht...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Internationale Fachkonferenz IEEE ICDCM - Lokale Gleichstromnetze bereichern die Energieversorgung

27.06.2017 | Veranstaltungen

Internationale Konferenz zu aktuellen Fragen der Stammzellforschung

27.06.2017 | Veranstaltungen

Fraunhofer FKIE ist Gastgeber für internationale Experten Digitaler Mensch-Modelle

27.06.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Mainzer Physiker gewinnen neue Erkenntnisse über Nanosysteme mit kugelförmigen Einschränkungen

27.06.2017 | Biowissenschaften Chemie

Wave Trophy 2017: Doppelsieg für die beiden Teams von Phoenix Contact

27.06.2017 | Unternehmensmeldung

Warnsystem KATWARN startet international vernetzten Betrieb

27.06.2017 | Informationstechnologie