Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Langfristig veränderter Kohlenhydratverzehr ohne Einfluss

14.07.2000


Langfristig veränderter Kohlenhydratverzehr ohne Einfluss
auf den Süßgeschmack

Zuckerreiche Ernährung beeinflusst die Sensibilität und die Vorliebe für Süßes nur unwesentlich. So das Ergebnis einer 6-monatigen Studie, bei der freiwillige Testpersonen eine fettreduzierte Kost mit unterschiedlichem Zucker- bzw. Stärkegehalt verzehrten. Geprüft wurde, ob sich ein veränderter Zuckerkonsum auf das Süßempfinden und auf die Akzeptanz der Geschmacksrichtung "süß" auswirkt. Zwar sind die Bevorzugung von "süß" genau wie die Aversion gegen "bitter" angeboren; dennoch unterliegen Geschmackspräferenzen einer Vielzahl genetischer, physiologischer sowie umweltabhängiger Einflüsse.
Deshalb interessierte in der vorgelegten Studie besonders, inwieweit die unterschiedlichen Kostformen die Präferenz zum Süßgeschmack abschwächen bzw. verstärken. Zu mehreren Zeitpunkten wurden die Probanden in das Sensoriklabor des Deutschen Instituts für Ernährungsforschung Potsdam-Rehbrücke (DIfE) eingeladen, wo sie Flüssigkeiten mit unterschiedlicher Zuckerkonzentration verkosten, diese hinsichtlich ihrer Süße beurteilen und eine Beliebtheitsskala aufstellen sollten.
Die Süßerkennungsschwelle sank während der Studie geringfügig, am deutlichsten in der Probandengruppe unter zuckerarmer Kost. Diese leichten Veränderungen wirkten sich aber nicht auf die Süßpräferenz aus.
Im Durchschnitt aller Probanden erhöhte sich im Verlauf der Studie die Akzeptanz von geringen bis mäßigen Zuckerkonzentrationen. Stärkere als 10-prozentige Zuckerlösungen erfreuten sich nur geringer Beliebtheit. Dies fand sich in allen Personengruppen, unabhängig von der verabreichten Kostform, obwohl die individuelle Vorliebe zur Süße innerhalb der Gruppen erheblich differierte.
Die Studienergebnisse zeigen, dass eine zuckerreiche Ernährung die Süß-empfindlichkeit nicht vermindert. Daraus und auch aus den beobachteten Präferenzverschiebungen ist zu schließen, dass erhöhter Zuckerverzehr nicht unbedingt eine weitere Steigerung des Konsums von süßen Lebensmitteln provoziert.
Dies veröffentlichten Brigitte Seppelt und Hans-Joachim F. Zunft, Wissenschaftler des Deutschen Instituts für Ernährungsforschung Potsdam-Rehbrücke, kürzlich in der Zeitschrift Ernährungs-Umschau* als ein Ergebnis der CARMEN-Studie (Carbohydrate Ratio Management in European National diets), einer Europäischen Multicenter-Studie, an der sich fünf europäische Forschungseinrichtungen (Cambridge, Kopenhagen, Maastricht, Barcelona und Potsdam) beteiligt haben.

Weitere Informationen:
Brigitte Seppelt 0331/8889725
Prof. Hans-Joachim F. Zunft 0331/8889713

Abdruck gestattet / Beleg erbeten!

Brigitte SEPPELT, Hans-Joachim F. ZUNFT: Sensitivität und Präferenz zum Süßgeschmack unter langfristig verändertem Kohlenhydratverzehr. Ernährungs-Umschau 47 (2000), 4-9

Eine Kopie der Publikation senden wir Ihnen auf Wunsch gerne zu!

Weitere Informationen finden Sie im WWW:

Dr. Andrea Dittrich |

Weitere Berichte zu: Ernährung Kohlenhydratverzehr Süßgeschmack

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Biowissenschaften Chemie:

nachricht Entzündung weckt Schläfer
29.03.2017 | Eidgenössische Technische Hochschule Zürich (ETH Zürich)

nachricht Rostocker Forscher wollen Glyphosat „entzaubern“
29.03.2017 | Universität Rostock

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Biowissenschaften Chemie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Quantenkommunikation: Wie man das Rauschen überlistet

Wie kann man Quanteninformation zuverlässig übertragen, wenn man in der Verbindungsleitung mit störendem Rauschen zu kämpfen hat? Uni Innsbruck und TU Wien präsentieren neue Lösungen.

Wir kommunizieren heute mit Hilfe von Funksignalen, wir schicken elektrische Impulse durch lange Leitungen – doch das könnte sich bald ändern. Derzeit wird...

Im Focus: Entwicklung miniaturisierter Lichtmikroskope - „ChipScope“ will ins Innere lebender Zellen blicken

Das Institut für Halbleitertechnik und das Institut für Physikalische und Theoretische Chemie, beide Mitglieder des Laboratory for Emerging Nanometrology (LENA), der Technischen Universität Braunschweig, sind Partner des kürzlich gestarteten EU-Forschungsprojektes ChipScope. Ziel ist es, ein neues, extrem kleines Lichtmikroskop zu entwickeln. Damit soll das Innere lebender Zellen in Echtzeit beobachtet werden können. Sieben Institute in fünf europäischen Ländern beteiligen sich über die nächsten vier Jahre an diesem technologisch anspruchsvollen Projekt.

Die zukünftigen Einsatzmöglichkeiten des neu zu entwickelnden und nur wenige Millimeter großen Mikroskops sind äußerst vielfältig. Die Projektpartner haben...

Im Focus: A Challenging European Research Project to Develop New Tiny Microscopes

The Institute of Semiconductor Technology and the Institute of Physical and Theoretical Chemistry, both members of the Laboratory for Emerging Nanometrology (LENA), at Technische Universität Braunschweig are partners in a new European research project entitled ChipScope, which aims to develop a completely new and extremely small optical microscope capable of observing the interior of living cells in real time. A consortium of 7 partners from 5 countries will tackle this issue with very ambitious objectives during a four-year research program.

To demonstrate the usefulness of this new scientific tool, at the end of the project the developed chip-sized microscope will be used to observe in real-time...

Im Focus: Das anwachsende Ende der Ordnung

Physiker aus Konstanz weisen sogenannte Mermin-Wagner-Fluktuationen experimentell nach

Ein Kristall besteht aus perfekt angeordneten Teilchen, aus einer lückenlos symmetrischen Atomstruktur – dies besagt die klassische Definition aus der Physik....

Im Focus: Wegweisende Erkenntnisse für die Biomedizin: NAD⁺ hilft bei Reparatur geschädigter Erbinformationen

Eine internationale Forschergruppe mit dem Bayreuther Biochemiker Prof. Dr. Clemens Steegborn präsentiert in 'Science' neue, für die Biomedizin wegweisende Forschungsergebnisse zur Rolle des Moleküls NAD⁺ bei der Korrektur von Schäden am Erbgut.

Die Zellen von Menschen und Tieren können Schäden an der DNA, dem Träger der Erbinformation, bis zu einem gewissen Umfang selbst reparieren. Diese Fähigkeit...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Industriearbeitskreis »Prozesskontrolle in der Lasermaterialbearbeitung ICPC« lädt nach Aachen ein

28.03.2017 | Veranstaltungen

Neue Methoden für zuverlässige Mikroelektronik: Internationale Experten treffen sich in Halle

28.03.2017 | Veranstaltungen

Wie Menschen wachsen

27.03.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Organisch-anorganische Heterostrukturen mit programmierbaren elektronischen Eigenschaften

29.03.2017 | Energie und Elektrotechnik

Klein bestimmt über groß?

29.03.2017 | Physik Astronomie

OLED-Produktionsanlage aus einer Hand

29.03.2017 | Messenachrichten