Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Insekt des Jahres 2002: Der Zitronenfalter

23.11.2001


Das leuchtend gelb gefärbte Männchen des Zitronenfalter saugt gerne an violetten Blüten.
(Foto: Gerhard Fiedler)


Der Zitronenfalter ist das Insekt des Jahres 2002. Der leuchtend gelbe Falter ist das Männchen, das im Frühjahr als erster Schmetterling auffällt. An Waldrändern patrouilliert er auf Brautschau und wirbelt dann in wilder Jagd hinter den blass weißlichgrün gefärbten Weibchen her.

Die Eier werden an Waldsäumen abgelegt. Die Raupen des Schmetterlings leben vor allem an zwei Baumarten, dem Faulbaum und dem Kreuzdorn. Gartenbesitzer, deren Gärten in Waldnähe liegen, und besonders Förster können den Zitronenfalter fördern, in dem sie diese beiden Bäume verstärkt anpflanzen. Die mattgrünen Raupen mit weißen Seitenstreifen und grünen Atemöffnungen sehen sehr attraktiv aus, werden aber meistens übersehen, da sie sich ihrer Umgebung hervorragend angepasst haben.

Der Zitronenfalter hat mit etwa neun Monaten die höchste Lebenserwartung aller Schmetterlinge. Ende Juni schlüpfen die ersten Falter der neuen Generation aus den Puppen. Sie sind dann an Blutweiderich, Sumpf- oder Ackerkratzdistel und anderen rotvioletten Blüten zu finden. Wenn es dann im Herbst kalt wird, verstecken sich die Tiere im Laub, aber auch in Grashorsten oder in Efeu und Brombeerhecken. Dort verbringen sie den Winter, oft steifgefroren.

Von den 3.600 Schmetterlingsarten in Deutschland sind einige so gut wie ausgestorben. Der Zitronenfalter ist noch nicht akut bedroht, aber er ist seltener geworden. Das Kuratorium "Insekt des Jahres" hat sich mit dem Zitronenfalter bewusst für einen noch relativ häufig vorkommenden Schmetterling entschieden, damit Spaziergänger eine gute Chance haben, das Insekt des Jahres 2002 in der freien Natur zu beobachten.

Das Wort Schmetterling kommt übrigens von dem alten, völlig unbegründeten Mythos, dass diese Insekten Milch, Schmand oder im österreichischen Schmetten saugen würden. Auch der englische Name "butterfly" weist auf diese irrige Annahme hin. Wissenschaftlich werden sie als Schuppenflügler, lateinisch Lepidoptera, bezeichnet. Der bunte Staub, der nach Berührung der zarten Flügel an unseren Fingern klebt, besteht aus winzigen abgeriebenen Schuppen, der den Insekten ihre Farben gibt.

Das Insekt des Jahres 2002 faltet natürlich keine Zitronen, aber er ist eben zitronengelb. Wenn Zitronenfalter sich sonnen, breiten sie ihre Flügel nicht aus, wie viele andere Schmetterlinge, sondern falten sie zusammen und setzen sich seitlich dem Sonnenlicht aus. (BBA)

Um Belegexemplar wird gebeten

Diese fünf Fotos können Sie unter der unten angegebenen Adresse in recht guter Qualität finden:

  1. Das leuchtend gelb gefärbte Männchen des Zitronenfalter saugt gerne an violetten Blüten. (Foto: Gerhard Fiedler)
  2. Zitronenfalterweibchen, frei sitzend in Gesträuch überwinternd. (Foto: W. Schön)
  3. Die ersten Eier des Zitronenfalters werden an Faulbaumzweigen mit austreibenden Knospen gelegt. Die spätere Eiablage erfolgt an der Blattunterseite. (Foto: W. Schön)
  4. Die fast erwachsene Raupe des Zitronenfalters auf einem Faulbaum-Blatt. (Foto: W. Schön)
  5. Die Puppe des Zitronenfalters kurz vor dem Schlupf des Schmetterlings. Die Farbe der Flügel scheint bereits durch die transparente Hülle. (Foto: Gerhard Fiedler)

 

Dr. P. W. Wohlers | idw
Weitere Informationen:
http://www.bba.de

Weitere Berichte zu: Blüte Insekt Raupe Schmetterling Zitronenfalter

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Biowissenschaften Chemie:

nachricht Auf der molekularen Streckbank
24.02.2017 | Technische Universität München

nachricht Sicherungskopie im Zentralhirn: Wie Fruchtfliegen ein Ortsgedächtnis bilden
24.02.2017 | Johannes Gutenberg-Universität Mainz

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Biowissenschaften Chemie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: „Vernetzte Autonome Systeme“ von acatech und DFKI auf der CeBIT

Auf der IT-Messe CeBIT vom 20. bis 24. März präsentieren acatech – Deutsche Akademie der Technikwissenschaften und das Deutsche Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI) in Kooperation mit der Deutschen Messe AG vernetzte Autonome Systeme. In Halle 12 am Stand B 63 erwarten die Besucherinnen und Besucher unter anderem Roboter, die Hand in Hand mit Menschen zusammenarbeiten oder die selbstständig gefährliche Umgebungen erkunden.

Auf der IT-Messe CeBIT vom 20. bis 24. März präsentieren acatech – Deutsche Akademie der Technikwissenschaften und das Deutsche Forschungszentrum für...

Im Focus: Kühler Zwerg und die sieben Planeten

Erdgroße Planeten mit gemäßigtem Klima in System mit ungewöhnlich vielen Planeten entdeckt

In einer Entfernung von nur 40 Lichtjahren haben Astronomen ein System aus sieben erdgroßen Planeten entdeckt. Alle Planeten wurden unter Verwendung von boden-...

Im Focus: Mehr Sicherheit für Flugzeuge

Zwei Entwicklungen am Lehrgebiet Rechnerarchitektur der FernUniversität in Hagen können das Fliegen sicherer machen: ein Flugassistenzsystem, das bei einem totalen Triebwerksausfall zum Einsatz kommt, um den Piloten ein sicheres Gleiten zu einem Notlandeplatz zu ermöglichen, und ein Assistenzsystem für Segelflieger, das ihnen das Erreichen größerer Höhen erleichtert. Präsentiert werden sie von Prof. Dr.-Ing. Wolfram Schiffmann auf der Internationalen Fachmesse für Allgemeine Luftfahrt AERO vom 5. bis 8. April in Friedrichshafen.

Zwei Entwicklungen am Lehrgebiet Rechnerarchitektur der FernUniversität in Hagen können das Fliegen sicherer machen: ein Flugassistenzsystem, das bei einem...

Im Focus: HIGH-TOOL unterstützt Verkehrsplanung in Europa

Forschung am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) unterstützt die Europäische Kommission bei der Verkehrsplanung: Anhand des neuen Modells HIGH-TOOL lässt sich bewerten, wie verkehrspolitische Maßnahmen langfristig auf Wirtschaft, Gesellschaft und Umwelt wirken. HIGH-TOOL ist ein frei zugängliches Modell mit Modulen für Demografie, Wirtschaft und Ressourcen, Fahrzeugbestand, Nachfrage im Personen- und Güterverkehr sowie Umwelt und Sicherheit. An dem nun erfolgreich abgeschlossenen EU-Projekt unter der Koordination des KIT waren acht Partner aus fünf Ländern beteiligt.

Forschung am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) unterstützt die Europäische Kommission bei der Verkehrsplanung: Anhand des neuen Modells HIGH-TOOL lässt...

Im Focus: Zinn in der Photodiode: nächster Schritt zur optischen On-Chip-Datenübertragung

Schon lange suchen Wissenschaftler nach einer geeigneten Lösung, um optische Komponenten auf einem Computerchip zu integrieren. Doch Silizium und Germanium allein – die stoffliche Basis der Chip-Produktion – sind als Lichtquelle kaum geeignet. Jülicher Physiker haben nun gemeinsam mit internationalen Partnern eine Diode vorgestellt, die neben Silizium und Germanium zusätzlich Zinn enthält, um die optischen Eigenschaften zu verbessern. Das Besondere daran: Da alle Elemente der vierten Hauptgruppe angehören, sind sie mit der bestehenden Silizium-Technologie voll kompatibel.

Schon lange suchen Wissenschaftler nach einer geeigneten Lösung, um optische Komponenten auf einem Computerchip zu integrieren. Doch Silizium und Germanium...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Aufbruch: Forschungsmethoden in einer personalisierten Medizin

24.02.2017 | Veranstaltungen

Österreich erzeugt erstmals Erdgas aus Sonnen- und Windenergie

24.02.2017 | Veranstaltungen

Big Data Centrum Ostbayern-Südböhmen startet Veranstaltungsreihe

23.02.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Fraunhofer HHI auf dem Mobile World Congress mit VR- und 5G-Technologien

24.02.2017 | Messenachrichten

MWC 2017: 5G-Hauptstadt Berlin

24.02.2017 | Messenachrichten

Auf der molekularen Streckbank

24.02.2017 | Biowissenschaften Chemie