Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Hoffnung für Korallen: Anpassung an wärmeres Wasser

07.06.2006
Australische Forscher berichten von kleinen Erfolgen am Barriere-Reef

Australische Wissenschaftler haben festgestellt, dass einige Korallen sich den neuen Umweltbedingungen mit erhöhten Wassertemperaturen offensichtlich anpassen können. Demnach gebe es einen zarten Hoffnungsschimmer für die weltweit extrem bedrohten Riffe. Über die Forschungsergebnisse berichten die Experten des Australian Institute of Marine Science in der jüngsten Ausgabe des Wissenschaftsmagazins Proceedings B der Royal Society.

Korallenpolypen leben in enger Symbiose mit Algen. Die Forscher haben festgestellt, dass diese bei steigenden Temperaturen absterben. Das führt aber auch zum Tod der Korallenpolypen. Die Folge davon ist die so genannte Korallenbleiche. "Es ist ein ökologischer Benefit, wenn sich die Korallenpolypen an höhere Temperaturen anpassen können", so Berkelmans. "Es ist allerdings anzunehmen, dass es nicht ausreicht, um die Korallenriffe auf der Welt vor dem Ende zu bewahren", meinen die Forscher übereinstimmend. Das Forscherteam um Ray Berkelmans und Madeleine van Oppen hat am Great Barriere Reef Korallen der Spezies Acropora millepora untersucht. Sie hatten die Korallen eingesammelt und an einer anderen Stelle wieder ausgesetzt. Im neuen Lebensraum war die Wassertemperatur mit 32 Grad Celsius um zwei Grad wärmer, trotzdem überlebten die Korallenpolypen, denn sie waren nämlich in der Lage, auch eine andere Algen-Spezies zu akzeptieren. Diese "neuen" Algen waren deutlich wärmetoleranter. Die Forscher haben aber auch entdeckt, dass andere Korallenarten nicht so wandlungsfähig sind, weil sie nur eine spezielle Algenart akzeptieren.

Korallenriffe sind für das Leben der Erde von größter Wichtigkeit. Einerseits bieten sie Schutz vor der Gewalt der Brandung, andererseits bilden sie die Lebensgrundlage für einen Großteil der Meereslebewesen. Die Meeresökologen gehen davon aus, dass durch den globalen Temperaturanstieg die Korallenriffe bis 2100 völlig abgestorben sein werden. Im Indischen Ozean könnte dies schon innerhalb der kommenden 20 Jahre passieren. Über die Schäden an den weltweiten Riffen gibt es unterschiedliche Zahlen. Fest steht, dass die Korallen in allen tropischen Meeren mehr oder weniger schwer geschädigt sind. Besonders beeinträchtigt wurden sie durch das Klimaphänomen El-Nino 1997-1998. Damals wurden geschätzte 16 Prozent der Korallenriffe zerstört. Weitere negative Einflüsse sind die zunehmende Umweltverschmutzung durch Gifte, Dynamit-Fischerei und Abbau als Baumaterial.

Wolfgang Weitlaner | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.pubs.royalsoc.ac.uk

Weitere Berichte zu: Korallenpolypen Korallenriff Riff Wassertemperatur

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Biowissenschaften Chemie:

nachricht Fische als Ton-Ingenieure
28.02.2017 | Universität Regensburg

nachricht Maus-Stammzellen auf Chip könnten Tierversuche ersetzen
28.02.2017 | Universität Bern

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Biowissenschaften Chemie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Mit Künstlicher Intelligenz das Gehirn verstehen

Wie entsteht Bewusstsein? Die Antwort auf diese Frage, so vermuten Forscher, steckt in den Verbindungen zwischen den Nervenzellen. Leider ist jedoch kaum etwas über den Schaltplan des Gehirns bekannt.

Wie entsteht Bewusstsein? Die Antwort auf diese Frage, so vermuten Forscher, steckt in den Verbindungen zwischen den Nervenzellen. Leider ist jedoch kaum etwas...

Im Focus: Wie Proteine Zellmembranen verformen

Zellen schnüren regelmäßig kleine Bläschen von ihrer Außenhaut ab und nehmen sie in ihr Inneres auf. Daran sind die EHD-Proteine beteiligt, die Professor Oliver Daumke vom MDC erforscht. Er und sein Team haben nun aufgeklärt, wie sich diese Proteine auf der Oberfläche von Zellen zusammenlagern und dadurch deren Außenhaut verformen.

Zellen schnüren regelmäßig kleine Bläschen von ihrer Außenhaut ab und nehmen sie in ihr Inneres auf. Daran sind die EHD-Proteine beteiligt, die Professor...

Im Focus: Safe glide at total engine failure with ELA-inside

On January 15, 2009, Chesley B. Sullenberger was celebrated world-wide: after the two engines had failed due to bird strike, he and his flight crew succeeded after a glide flight with an Airbus A320 in ditching on the Hudson River. All 155 people on board were saved.

On January 15, 2009, Chesley B. Sullenberger was celebrated world-wide: after the two engines had failed due to bird strike, he and his flight crew succeeded...

Im Focus: „Vernetzte Autonome Systeme“ von acatech und DFKI auf der CeBIT

Auf der IT-Messe CeBIT vom 20. bis 24. März präsentieren acatech – Deutsche Akademie der Technikwissenschaften und das Deutsche Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI) in Kooperation mit der Deutschen Messe AG vernetzte Autonome Systeme. In Halle 12 am Stand B 63 erwarten die Besucherinnen und Besucher unter anderem Roboter, die Hand in Hand mit Menschen zusammenarbeiten oder die selbstständig gefährliche Umgebungen erkunden.

Auf der IT-Messe CeBIT vom 20. bis 24. März präsentieren acatech – Deutsche Akademie der Technikwissenschaften und das Deutsche Forschungszentrum für...

Im Focus: Kühler Zwerg und die sieben Planeten

Erdgroße Planeten mit gemäßigtem Klima in System mit ungewöhnlich vielen Planeten entdeckt

In einer Entfernung von nur 40 Lichtjahren haben Astronomen ein System aus sieben erdgroßen Planeten entdeckt. Alle Planeten wurden unter Verwendung von boden-...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Nebennierentumoren: Radioaktiv markierte Substanzen vermeiden unnötige Operationen

28.02.2017 | Veranstaltungen

350 Onlineforscher_innen treffen sich zur Fachkonferenz General Online Research an der HTW Berlin

28.02.2017 | Veranstaltungen

23. VDMA-Arbeitsberatung „Engineering und Konstruktion“ am 2. März 2017 an der TH Wildau

28.02.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Antarktis – Weltraum – Düsseldorf: der lange Weg der Flechten

28.02.2017 | Biowissenschaften Chemie

Keramik ohne Brennofen

28.02.2017 | Materialwissenschaften

Lichtpakete im Kreisverkehr

28.02.2017 | Physik Astronomie