Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Hochwertiges Rapsöl nach physikalischer Raffination

31.05.2006
TUHH-Wissenschaftler legen neue Untersuchungsergebnisse vor

Rapsöl ist der Hit für die gesunde Küche! Damit die im fetthaltigen Korn - der leuchtend gelb blühenden Pflanze - enthaltenen wertvollen Polyphenole jedoch im Öl angereichert werden und unbeschadet den langen Produktionsweg überstehen, müssen zwei Voraussetzungen erfüllt sein: Erstens muss die Saat kurzzeitig über eine Dampfbehandlung auf hohe Temperaturen gebracht werden. Zweitens sollte die wegen der unerwünschten Begleitstoffe des Öls erforderliche Raffination in diesem Fall ausschließlich auf physikalischem Weg erfolgen. Dies haben Wissenschaftler der TUHH in langjährigen Untersuchungen herausgefunden.

Polyphenole sind sekundäre Pflanzenstoffe und gelten als gesundheitsfördernd. Sie wirken antioxidativ und stehen daher im Ruf krebsvorbeugend sowie antibakteriell und antiviral zu wirken. Sie schützen Körperzellen vor freien Radikalen und verlangsamen die Zelloxidation.

Aus frischem Saatgut, das gut bearbeitet und trocken gelagert wurde, lässt sich ein sehr gutes kalt gepresstes Öl gewinnen. Allerdings kann auch dieses Öl noch Reste von Pestiziden enthalten. Um das Rapsöl von diesen Pestizidresten und eventuellen Trübungen zu reinigen, wird es entweder auf chemischem oder physikalischem Weg raffiniert. Bei der chemischen Raffination kommt beispielsweise Natronlauge zum Einsatz, um freie Fettsäuren zu neutralisieren. Bei der physikalischen Raffination findet die Entsäuerung im letzten Schritt des Prozesses durch ansteigende Temperaturen statt.

... mehr zu:
»Polyphenole »Raffination »Rapsöl »TUHH

Ein mit Dampf vorbehandeltes und anschließend kalt gepresstes Rapsöl enthält vor der Raffination einen durchschnittlichen Anteil von 1400 ppm (parts per million) Polyphenole. Pablo Zacchi, argentinischer Nachwuchsforscher am Institut für Thermische Verfahrenstechnik an der TUHH unter Leitung von Prof. Dr.-Ing. Rudolf Eggers, wies nach, dass sich dieser Anteil nach einer chemischen Raffination auf fünf oder sogar auf null ppm sinkt. Hingegen das physikalisch raffinierte Öl immerhin noch Anteile zwischen 230 und 512 ppm an Polyphenolen aufweist. "Um das gesundheitsfördernde Potenzial des Rapsöls zu erhalten, empfiehlt sich das physikalische Verfahren einzusetzen", sagt Zacchi.

2003 gelang Professor Eggers der Nachweis, dass ein hoher Anteil der wertvollen Polyphenole in das Öl übergeht, wenn das Rapskorn vor dem Pressen kurzzeitig mit Dampf hochtemperaturbehandelt wird. Zudem inaktiviert die Hitze bestimmte Enzyme, die ansonsten unerwünschte freie Fettsäuren im Öl entstehen lassen. Auch wird das Öl stabiler und nicht so schnell ranzig. Diese Prozessoptimierung wird heute in verschiedenen Ölmühlen eingesetzt.

Hintergrund:

42 Millionen Tonnen Rapsöl werden derzeit jährlich weltweit mit steigender Tendenz produziert, zum Teil für die Herstellung von Biodiesel. Allerdings suchen Rapsanbauer und Ölmühlen wegen des in Folge der angekündigten Besteuerung erwarteten Absatzrückgangs nach neuen Märkten. Und gesundheitsförderndes funktionales Speiseöl bietet sich als Alternative an. Anders als beim Olivenöl ist der Herstellungsprozess vieler Speiseöle nicht direkt am Etikett ablesbar. Ob das Saatgut eines Rapsöls mit Dampf vorbehandelt wurde und damit das Öl mehr der wertvollen Polyphenole enthält, ist ebenso wenig am Etikett zu erkennen, wie die Art des Raffinationsprozesses.

Weitere Informationen enthält die aktuelle Ausgabe des TUHH-Hochschulmagazins "Spektrum." Der Bericht - "Polyphenole mögens heiß: Gesundes Rapsöl nach physikalischer Raffination" - über die Arbeit von Pablo Zacchi aus Argentinien ist einer von mehreren Reportagen über Forscher an der TUHH aus WM-Ländern.

Die aktuelle Ausgabe des THHH-Hochschulmagazins "Spektrum" kann kostenlos angefordert werden unter pressestelle@tuhh.de oder telefonisch unter 040/ 42878-3102.

Für Informationen: Prof. Dr.-Ing. Rudolf Eggers, 040/ 428 78-3191; Pablo Zacchi, 040/ 428 78-4331

Für Rückfragen: Jutta Katharina Werner, Pressestelle, 040/ 42878-4321

Jutta Katharina Werner | idw
Weitere Informationen:
http://www.tu-harburg.de/service/spektrum/index.html

Weitere Berichte zu: Polyphenole Raffination Rapsöl TUHH

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Biowissenschaften Chemie:

nachricht Nano-Ampel zeigt Risiko an
24.04.2018 | Universität Duisburg-Essen

nachricht Resteverwerter im Meeresboden
24.04.2018 | Carl von Ossietzky-Universität Oldenburg

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Biowissenschaften Chemie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: BAM@Hannover Messe: Innovatives 3D-Druckverfahren für die Raumfahrt

Auf der Hannover Messe 2018 präsentiert die Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung (BAM), wie Astronauten in Zukunft Werkzeug oder Ersatzteile per 3D-Druck in der Schwerelosigkeit selbst herstellen können. So können Gewicht und damit auch Transportkosten für Weltraummissionen deutlich reduziert werden. Besucherinnen und Besucher können das innovative additive Fertigungsverfahren auf der Messe live erleben.

Pulverbasierte additive Fertigung unter Schwerelosigkeit heißt das Projekt, bei dem ein Bauteil durch Aufbringen von Pulverschichten und selektivem...

Im Focus: BAM@Hannover Messe: innovative 3D printing method for space flight

At the Hannover Messe 2018, the Bundesanstalt für Materialforschung und-prüfung (BAM) will show how, in the future, astronauts could produce their own tools or spare parts in zero gravity using 3D printing. This will reduce, weight and transport costs for space missions. Visitors can experience the innovative additive manufacturing process live at the fair.

Powder-based additive manufacturing in zero gravity is the name of the project in which a component is produced by applying metallic powder layers and then...

Im Focus: IWS-Ingenieure formen moderne Alu-Bauteile für zukünftige Flugzeuge

Mit Unterdruck zum Leichtbau-Flugzeug

Ingenieure des Fraunhofer-Instituts für Werkstoff- und Strahltechnik (IWS) in Dresden haben in Kooperation mit Industriepartnern ein innovatives Verfahren...

Im Focus: Moleküle brillant beleuchtet

Physiker des Labors für Attosekundenphysik, der Ludwig-Maximilians-Universität und des Max-Planck-Instituts für Quantenoptik haben eine leistungsstarke Lichtquelle entwickelt, die ultrakurze Pulse über einen Großteil des mittleren Infrarot-Wellenlängenbereichs generiert. Die Wissenschaftler versprechen sich von dieser Technologie eine Vielzahl von Anwendungen, unter anderem im Bereich der Krebsfrüherkennung.

Moleküle sind die Grundelemente des Lebens. Auch wir Menschen bestehen aus ihnen. Sie steuern unseren Biorhythmus, zeigen aber auch an, wenn dieser erkrankt...

Im Focus: Molecules Brilliantly Illuminated

Physicists at the Laboratory for Attosecond Physics, which is jointly run by Ludwig-Maximilians-Universität and the Max Planck Institute of Quantum Optics, have developed a high-power laser system that generates ultrashort pulses of light covering a large share of the mid-infrared spectrum. The researchers envisage a wide range of applications for the technology – in the early diagnosis of cancer, for instance.

Molecules are the building blocks of life. Like all other organisms, we are made of them. They control our biorhythm, and they can also reflect our state of...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

infernum-Tag 2018: Digitalisierung und Nachhaltigkeit

24.04.2018 | Veranstaltungen

Fraunhofer eröffnet Community zur Entwicklung von Anwendungen und Technologien für die Industrie 4.0

23.04.2018 | Veranstaltungen

Mars Sample Return – Wann kommen die ersten Gesteinsproben vom Roten Planeten?

23.04.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

RWI/ISL-Containerumschlag-Index auf hohem Niveau deutlich rückläufig

24.04.2018 | Wirtschaft Finanzen

BAM@Hannover Messe: Innovatives 3D-Druckverfahren für die Raumfahrt

24.04.2018 | HANNOVER MESSE

infernum-Tag 2018: Digitalisierung und Nachhaltigkeit

24.04.2018 | Veranstaltungsnachrichten

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics