Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Wie Prionen Erkrankungen des Hirns verursachen

30.05.2006
Prionenproteine (PrP) in den Zellen gelten als Auslöser von transmissiblen spongiformen Enzephalopathien (TSE). PrP kommen auch in gesunden Hirnzellen vor; ihre Ansammlung jedoch führt zum Tod der Nervenzellen.

TSE sind durch Neurodegeneration gekennzeichnet und können schließlich zum Tod führen. Die Wechselwirkungen des PrP gelten als Grundlage dieses Vorgangs, sind jedoch noch immer wenig erforscht. Im Rahmen des EU-finanzierten Projekts PRP AND NEURODEGENER sollte dieser Vorgang beleuchtet und der Auslöser von Neurodegeneration in den Gehirnzellen von Säugetieren bestimmt werden.

Die Forscher wiesen nach, dass PrP mit dem neuronalen Zelladhäsionsmolekül (NCAM - Neural Cell Adhesion Molecule) Wechselwirkungen ausüben und sich mit dem NCAM an der Oberfläche der Nervenzellen verbinden. Die Wechselwirkungen zwischen NCAM und PrP fördern den Auswuchs von Neuriten. Bei Unterbrechung dieser Wechselwirkungen durch eine pathogene Form von PrP oder durch PrP-Antikörper wird das NCAM/PrP-abhängige Wachstum der Neuriten angehalten.

Lipid-Rafts sind durch Flüssigkeiten angeordnete Mikrobereiche mit einer einmaligen Protein- und Lipidzusammensetzung. Sie kommen auf der Plasmamembran aller oder fast aller Säugetierzellen vor und fungieren aufgrund der hohen Anzahl von dort konzentrierten Signalmolekülen als Signalzentren. Durch sie erfolgt eine effiziente und spezifische Signalweiterleitung. In Experimenten wurde nachgewiesen, dass NCAM und PrP diese Lipid-Rafts gemeinsam lokalisieren. Insgesamt zeigen die Beobachtungen, dass NCAM mit PrP wechselseitig tätig ist, was wiederum vermuten lässt, dass die beiden Proteine einen Komplex in den Lipid-Rafts bilden.

Derartige Erkenntnisse unterstützen die Bemühungen zur Bestimmung von Mechanismen bei der Neurodegeneration und bilden die Grundlage für neue Strategien zu Vorbeugung und Therapie bei TSE.

Prof. Melitta Schachner | ctm
Weitere Informationen:
http://www.uni-hamburg.de

Weitere Berichte zu: NCAM Neurodegeneration PrP TSE Wechselwirkung

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Biowissenschaften Chemie:

nachricht Zebras: Immer der Erinnerung nach
24.05.2017 | Senckenberg Forschungsinstitut und Naturmuseen

nachricht Wichtiges Regulator-Gen für die Bildung der Herzklappen entdeckt
24.05.2017 | Universität Basel

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Biowissenschaften Chemie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Orientierungslauf im Mikrokosmos

Physiker der Universität Würzburg können auf Knopfdruck einzelne Lichtteilchen erzeugen, die einander ähneln wie ein Ei dem anderen. Zwei neue Studien zeigen nun, welches Potenzial diese Methode hat.

Der Quantencomputer beflügelt seit Jahrzehnten die Phantasie der Wissenschaftler: Er beruht auf grundlegend anderen Phänomenen als ein herkömmlicher Rechner....

Im Focus: A quantum walk of photons

Physicists from the University of Würzburg are capable of generating identical looking single light particles at the push of a button. Two new studies now demonstrate the potential this method holds.

The quantum computer has fuelled the imagination of scientists for decades: It is based on fundamentally different phenomena than a conventional computer....

Im Focus: Tumult im trägen Elektronen-Dasein

Ein internationales Team von Physikern hat erstmals das Streuverhalten von Elektronen in einem nichtleitenden Material direkt beobachtet. Ihre Erkenntnisse könnten der Strahlungsmedizin zu Gute kommen.

Elektronen in nichtleitenden Materialien könnte man Trägheit nachsagen. In der Regel bleiben sie an ihren Plätzen, tief im Inneren eines solchen Atomverbunds....

Im Focus: Turmoil in sluggish electrons’ existence

An international team of physicists has monitored the scattering behaviour of electrons in a non-conducting material in real-time. Their insights could be beneficial for radiotherapy.

We can refer to electrons in non-conducting materials as ‘sluggish’. Typically, they remain fixed in a location, deep inside an atomic composite. It is hence...

Im Focus: Hauchdünne magnetische Materialien für zukünftige Quantentechnologien entwickelt

Zweidimensionale magnetische Strukturen gelten als vielversprechendes Material für neuartige Datenspeicher, da sich die magnetischen Eigenschaften einzelner Molekülen untersuchen und verändern lassen. Forscher haben nun erstmals einen hauchdünnen Ferrimagneten hergestellt, bei dem sich Moleküle mit verschiedenen magnetischen Zentren auf einer Goldfläche selbst zu einem Schachbrettmuster anordnen. Dies berichten Wissenschaftler des Swiss Nanoscience Institutes der Universität Basel und des Paul Scherrer Institutes in der Wissenschaftszeitschrift «Nature Communications».

Ferrimagneten besitzen zwei magnetische Zentren, deren Magnetismus verschieden stark ist und in entgegengesetzte Richtungen zeigt. Zweidimensionale, quasi...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Meeresschutz im Fokus: Das IASS auf der UN-Ozean-Konferenz in New York vom 5.-9. Juni

24.05.2017 | Veranstaltungen

Diabetes Kongress in Hamburg beginnt heute: Rund 6000 Teilnehmer werden erwartet

24.05.2017 | Veranstaltungen

Wissensbuffet: „All you can eat – and learn”

24.05.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Hochspannung für den Teilchenbeschleuniger der Zukunft

24.05.2017 | Physik Astronomie

3D-Graphen: Experiment an BESSY II zeigt, dass optische Eigenschaften einstellbar sind

24.05.2017 | Physik Astronomie

Optisches Messverfahren für Zellanalysen in Echtzeit - Ulmer Physiker auf der Messe "Sensor+Test"

24.05.2017 | Messenachrichten