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Ursprünge von HIV bei wilden Schimpansen nachgewiesen

26.05.2006
Gentest ermöglicht Nachweis von SIVcpz

Ein internationals Wissenschaftlerteam hat die Ursprünge von HIV bei wilden Schimpansen nachgewiesen, die im Süden von Kamerun leben. Forscher der Universitäten Nottingham, Montpellier und Alabama haben ein Jahrzehnt an diesem Projekt gearbeitet. Unterstützt wurden sie dabei von Prevention du Sida au Cameroun (PRESICA). Das Virus SIVcpz (Simian Immunodeficiency Virus from chimps) galt als der Ursprung von HIV. Es wurde jedoch bisher nur bei wenigen in Gefangenschaft lebenden Tieren nachgewiesen. Jetzt wurde ein natürliches Vorkommen von SIVcpz bei wildlebenden Tieren nachgewiesen. Die Ergebnisse der Studie werden in Science veröffentlicht.


bbc.co.uk

Der Nachweis von SIVcpz war bisher nur über einen Bluttest möglich. Für die aktuelle Studie wurden die Fäkalien von Schimpansen aus abgelegenen Dschungelregionen Kameruns analysiert. Wissenschaftlern der University of Alabama war es gelungen, die genetischen Sequenzen des Schimpansenvirus zu bestimmen, nach denen in der Folge in den Proben gesucht werden konnte.

Labortests zeigten SIVcpz spezifische Antikörper und genetische Informationen, die mit dem Virus bei bis zu 35 Prozent der Schimpansen in manchen Gruppen zusammenhingen. Alle Daten wurden zur Analyse an die University of Nottingham geschickt. Es gelang, eine extrem enge genetische Beziehung zwischen einigen Proben und HIV-Stämmen nachzuweisen. Die Schimpansen aus dem Südosten von Kamerun trugen Viren in sich, die der weltweit verbreiteten Form von HIV sehr ähnlich waren. Laut den Wissenschaftlern ist damit nicht nur das Rätsel um den Ursprung von HIV gelöst, sondern auch ein neuer Ansatz für künftige Forschungsvorhaben gefunden.

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SIVcpz führt bei den Schimpansen zu keinen Erkrankungen, die Aids ähnlich sind. Derzeit wird erforscht, waum die Tiere unter keinen Symptomen leiden, sehr wohl aber der genetisch sehr ähnliche Mensch. Der Genetiker Paul Sharp von der University of Nottingham erklärte, dass das Team im Augenblick die genetischen Unterschiede zwischen SIVcpz und HIV untersucht, die als Reaktion auf den Sprung von einer Art auf die andere entstanden.

Es wird laut BBC angenommen, dass Menschen, die Schimpansen jagten, mit dem Virus in Kontakt kamen. Die ersten Krankheitsfälle wurden um 1930 in Kinshasa, in der Republik Kongo, gemeldet. Wissenschaftler gehen davon aus, dass die Seltenheit der Fälle und dass die Symptome von Aids unterschiedlich sein können, erklären, warum das Virus erst 50 Jahre später eine genaue Bezeichnung erhielt.

Michaela Monschein | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.sciencemag.org
http://www.nottingham.ac.uk
http://www.ua.edu

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