Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Aus für Gendoping-Sünder

12.05.2006
Neue Methode kann transgene DNA im Blut nachweisen

Forscher der Abteilung Sportmedizin der Medizinischen Universitätsklinik Tübingen haben ein Verfahren entwickelt, mit dem sich Gendoping im Blut nachweisen lässt. Bei Gendoping wird DNA der Gene, die die Leistungsfähigkeit eines Sportlers mitbestimmen, in die Körperzellen eingeschleust. Diese transgene DNA sorgt dann vor Ort für eine erhöhte Produktion körpereigener leistungssteigernder Stoffe. Das resultierende Genprodukt ist mit der natürlichen Substanz identisch und hat sich bisher nicht nachweisen lassen. Zwar zielt der Einsatz der Gentherapie in erster Linie auf klinische Anwendungsbereiche. Dennoch befürchten Spezialisten, dass im Spitzensport künftig genetische Manipulationen in Form von Gendoping angewendet werden.

"Gendoping ist sicherlich eine Gefahr für die Zukunft", bestätigt Günter Gmeiner, Leiter des Doping-Kontroll-Labors des Austrian Research Centers Seibersdorf, die allgemeine Annahme im pressetext-Interview. Gendoping sei prinzipiell anders als die gängigen Dopingprodukte, die nur kurzfristig wirken und wovon die Sportler meistens völlig regenerieren. " Bei Gendoping hingegen ist nicht vorherzusagen, wie das Gen sich verhält. Auch gibt es keine Möglichkeit, es wieder aus dem Körper loszuwerden". Neben dem Verfahren, das bereits jetzt ein künstlich hergestelltes Epo-Hormon nachweisen kann, besteht daher auch ein Bedürfnis nach Gendoping-Testverfahren für andere Gene, so Gmeiner.

Ein geeignetes Gendoping-Testverfahren sollte in der Lage sein, in einer gängigen Blutprobe von rund 10 ml zumindest einige Moleküle transgener DNA nachzuweisen. Hieraus erwachsen allerdings zwei erhebliche technische Schwierigkeiten. Zunächst einmal ist das Massenverhältnis zwischen der gesamten in der Blutprobe vorhandenen DNA und der transgenen DNA etwa mit dem Faktor 1014 anzusetzen. Hinzu kommt, dass die transgene DNA in einer durchschnittlichen Blutprobe mit rund zwei bis zehn Millionen Molekülen der im Gesamtpool vorhandenen DNA fast identisch ist.

... mehr zu:
»Blutprobe »DNA »Gen »Gendoping »Molekül

Es fehlt transgener DNA allerdings an bestimmten Sequenzabschnitten, die in fast jedem menschlichen Gen vorhanden sind - so genannte Introns. Mit Hilfe dieses Unterschieds und durch Einsatz und Modifikation der sich bereits als erfolgreich erwiesenen single cell PCR, die zur Vervielfältigung von DNA eingesetzt werden kann, entwickelten die Forscher der Universität Tübingen ein Verfahren, dass die wichtigsten dopingrelevanten transgenen DNAs hochsensitiv nachweisen kann. In Laborversuchen ist es auf diese Weise gelungen, in der Gesamt-DNA aus 2 ml Blut vier Moleküle zuvor zugegebener transgener DNA spezifisch nachzuweisen. Ziel ist es nun, die Methode so weiter zu entwickeln, dass sie letztendlich auch für den Einsatz als Nachweisverfahren von Gendoping in Frage kommt.

Reanne Leuning | pressetext.deutschland
Weitere Informationen:
http://www.medizin.uni-tuebingen.de
http://www.antidoping.at
http://www.arcs.ac.at

Weitere Berichte zu: Blutprobe DNA Gen Gendoping Molekül

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Biowissenschaften Chemie:

nachricht Geteiltes Denken ist doppeltes Denken
19.01.2017 | Hertie-Institut für klinische Hirnforschung (HIH)

nachricht Neue CRISPR-Methode enthüllt Genregulation einzelner Zellen
19.01.2017 | CeMM Forschungszentrum für Molekulare Medizin der Österreichischen Akademie der Wissenschaften

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Biowissenschaften Chemie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Verkehrsstau im Nichts

Konstanzer Physiker verbuchen neue Erfolge bei der Vermessung des Quanten-Vakuums

An der Universität Konstanz ist ein weiterer bedeutender Schritt hin zu einem völlig neuen experimentellen Zugang zur Quantenphysik gelungen. Das Team um Prof....

Im Focus: Traffic jam in empty space

New success for Konstanz physicists in studying the quantum vacuum

An important step towards a completely new experimental access to quantum physics has been made at University of Konstanz. The team of scientists headed by...

Im Focus: Textiler Hochwasserschutz erhöht Sicherheit

Wissenschaftler der TU Chemnitz präsentieren im Februar und März 2017 ein neues temporäres System zum Schutz gegen Hochwasser auf Baumessen in Chemnitz und Dresden

Auch die jüngsten Hochwasserereignisse zeigen, dass vielerorts das natürliche Rückhaltepotential von Uferbereichen schnell erschöpft ist und angrenzende...

Im Focus: Wie Darmbakterien krank machen

HZI-Forscher entschlüsseln Infektionsmechanismen von Yersinien und Immunantworten des Wirts

Yersinien verursachen schwere Darminfektionen. Um ihre Infektionsmechanismen besser zu verstehen, werden Studien mit dem Modellorganismus Yersinia...

Im Focus: How gut bacteria can make us ill

HZI researchers decipher infection mechanisms of Yersinia and immune responses of the host

Yersiniae cause severe intestinal infections. Studies using Yersinia pseudotuberculosis as a model organism aim to elucidate the infection mechanisms of these...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Nachhaltige Wassernutzung in der Landwirtschaft Osteuropas und Zentralasiens

19.01.2017 | Veranstaltungen

Künftige Rohstoffexperten aus aller Welt in Freiberg zur Winterschule

18.01.2017 | Veranstaltungen

Bundesweiter Astronomietag am 25. März 2017

17.01.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Flashmob der Moleküle

19.01.2017 | Physik Astronomie

Tollwutviren zeigen Verschaltungen im gläsernen Gehirn

19.01.2017 | Medizin Gesundheit

Fraunhofer-Institute entwickeln zerstörungsfreie Qualitätsprüfung für Hybridgussbauteile

19.01.2017 | Verfahrenstechnologie