Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Weltsensation in Bonn: "Stinkwurz" blüht im Dreierpack

10.05.2006
Am kommendem Freitag abend ist es wahrscheinlich soweit : Dann öffnet die Titanenwurz im Botanischen Garten der Universität Bonn am Poppelsdorfer Schloss voraussichtlich den größten ihrer Blütenstände. Eventuell zeigt sich die "Stinkwurz" dabei sogar gleich mehrmals in voller Pracht: Insgesamt drei Knospen sind der knapp 120 Kilogramm schweren Knolle entsprungen.

Sie werden sich entweder knapp hintereinander oder sogar zeitgleich öffnen - eine botanische Weltsensation, die bislang weder in Kultur noch in "freier Wildbahn" beobachtet wurde. Die Botanischen Gärten reagieren mit Sonderöffnungszeiten auf den erwarteten Besucheransturm. Über das Internet lässt sich der Blühfortschritt übrigens live beobachten: http://www.botgart.uni-bonn.de/webcam/amorphophallus.jpg


Ganz genau lässt sich der Blühtermin allerdings noch nicht bestimmen: "Wir rechnen zwar damit, dass sich die größte Knospe am Freitag abend öffnet, es kann aber auch schon morgen oder erst am Samstag der Fall sein", erklärt Professor Dr. Wilhelm Barthlott, Direktor der Botanischen Gärten an der Universität Bonn. "Wer ganz sicher gehen will, hält sich am besten über unsere Internet-Kamera auf dem Laufenden."

Einen Größenweltrekord wird die Pflanze in diesem Jahr nicht aufstellen: Mit 250 bis 260 cm von der Knolle bis zur Spitze rechnen die Bonner Botaniker. Grund: Die Knolle mit ihrem Rekordgewicht von 117 Kilogramm muss diesmal gleich drei Blütenstände ernähren. "Das ist eine Riesensensation; weltweit wurde dieses Phänomen noch nicht beobachtet", freut sich der Kustos der Botanischen Gärten Dr. Wolfram Lobin.

... mehr zu:
»Blütenstände »Gärten »Knolle

Wenn die Titanenwurz blüht, heißt es schnell sein: Die Pracht hält nur ein bis zwei Tage, dann sackt der Blütenstand in sich zusammen. In der Regel öffnet sich die weltgrößte Blütenpflanze abends. Sie verströmt dann über Nacht einen infernalischen Aasgestank und lockt damit Fliegen an, die ihren Pollen übertragen. In diesem Jahr könnten Besucher aber länger Glück haben: "Wenn sich die drei Knospen hintereinander öffnen, zieht sich das Schauspiel entsprechend in die Länge", erklärt Professor Barthlott. "Es könnte aber auch sein, dass sich die drei Blütenstände synchronisieren und die Besucher einen ganzen Titanenwurz-Strauß bestaunen können."

Um den erwarteten Andrang zu bewältigen - vor drei Jahren zog die Riesenstinkwurz immerhin 16.000 Menschen in ihren Bann -, hat das Team um Professor Barthlott Sonderöffnungszeiten eingerichtet. Bleibt es bei dem erwarteten Termin, ist der Botanische Garten am Poppelsdorfer Schloss, Meckenheimer Allee 171, am Freitag und Samstag jeweils von 9 bis 22 Uhr geöffnet und am Sonntag von 9 bis 18 Uhr. Freitags ist der Eintritt frei, am Wochenende wird ein Eintrittspreis von 2 Euro (ermäßigt 1 Euro) erhoben.

Wir werden die Medien rechtzeitig informieren, sobald der genaue Blühtermin abzusehen ist.

Frank Luerweg | idw
Weitere Informationen:
http://www.botgart.uni-bonn.de/webcam/amorphophallus.jpg

Weitere Berichte zu: Blütenstände Gärten Knolle

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Biowissenschaften Chemie:

nachricht Nesseltiere steuern Bakterien fern
21.09.2017 | Christian-Albrechts-Universität zu Kiel

nachricht Die Immunabwehr gegen Pilzinfektionen ausrichten
21.09.2017 | Gesellschaft Deutscher Chemiker e.V.

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Biowissenschaften Chemie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Hochpräzise Verschaltung in der Hirnrinde

Es ist noch immer weitgehend unbekannt, wie die komplexen neuronalen Netzwerke im Gehirn aufgebaut sind. Insbesondere in der Hirnrinde der Säugetiere, wo Sehen, Denken und Orientierung berechnet werden, sind die Regeln, nach denen die Nervenzellen miteinander verschaltet sind, nur unzureichend erforscht. Wissenschaftler um Moritz Helmstaedter vom Max-Planck-Institut für Hirnforschung in Frankfurt am Main und Helene Schmidt vom Bernstein-Zentrum der Humboldt-Universität in Berlin haben nun in dem Teil der Großhirnrinde, der für die räumliche Orientierung zuständig ist, ein überraschend präzises Verschaltungsmuster der Nervenzellen entdeckt.

Wie die Forscher in Nature berichten (Schmidt et al., 2017. Axonal synapse sorting in medial entorhinal cortex, DOI: 10.1038/nature24005), haben die...

Im Focus: Highly precise wiring in the Cerebral Cortex

Our brains house extremely complex neuronal circuits, whose detailed structures are still largely unknown. This is especially true for the so-called cerebral cortex of mammals, where among other things vision, thoughts or spatial orientation are being computed. Here the rules by which nerve cells are connected to each other are only partly understood. A team of scientists around Moritz Helmstaedter at the Frankfiurt Max Planck Institute for Brain Research and Helene Schmidt (Humboldt University in Berlin) have now discovered a surprisingly precise nerve cell connectivity pattern in the part of the cerebral cortex that is responsible for orienting the individual animal or human in space.

The researchers report online in Nature (Schmidt et al., 2017. Axonal synapse sorting in medial entorhinal cortex, DOI: 10.1038/nature24005) that synapses in...

Im Focus: Tiny lasers from a gallery of whispers

New technique promises tunable laser devices

Whispering gallery mode (WGM) resonators are used to make tiny micro-lasers, sensors, switches, routers and other devices. These tiny structures rely on a...

Im Focus: Wundermaterial Graphen: Gewölbt wie das Polster eines Chesterfield-Sofas

Graphen besitzt extreme Eigenschaften und ist vielseitig verwendbar. Mit einem Trick lassen sich sogar die Spins im Graphen kontrollieren. Dies gelang einem HZB-Team schon vor einiger Zeit: Die Physiker haben dafür eine Lage Graphen auf einem Nickelsubstrat aufgebracht und Goldatome dazwischen eingeschleust. Im Fachblatt 2D Materials zeigen sie nun, warum dies sich derartig stark auf die Spins auswirkt. Graphen kommt so auch als Material für künftige Informationstechnologien infrage, die auf der Verarbeitung von Spins als Informationseinheiten basieren.

Graphen ist wohl die exotischste Form von Kohlenstoff: Alle Atome sind untereinander nur in der Ebene verbunden und bilden ein Netz mit sechseckigen Maschen,...

Im Focus: Hochautomatisiertes Fahren bei Schnee und Regen: Robuste Warnehmung dank intelligentem Sensormix

Schlechte Sichtverhältnisse bei Regen oder Schnellfall sind für Menschen und hochautomatisierte Fahrzeuge eine große Herausforderung. Im europäischen Projekt RobustSENSE haben die Forscher von Fraunhofer FOKUS mit 14 Partnern, darunter die Daimler AG und die Robert Bosch GmbH, in den vergangenen zwei Jahren eine Softwareplattform entwickelt, auf der verschiedene Sensordaten von Kamera, Laser, Radar und weitere Informationen wie Wetterdaten kombiniert werden. Ziel ist, eine robuste und zuverlässige Wahrnehmung der Straßensituation unabhängig von der Komplexität und der Sichtverhältnisse zu gewährleisten. Nach der virtuellen Erprobung des Systems erfolgt nun der Praxistest, unter anderem auf dem Berliner Testfeld für hochautomatisiertes Fahren.

Starker Schneefall, ein Ball rollt auf die Fahrbahn: Selbst ein Mensch kann mitunter nicht schnell genug erkennen, ob dies ein gefährlicher Gegenstand oder...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Die Erde und ihre Bestandteile im Fokus

21.09.2017 | Veranstaltungen

23. Baltic Sea Forum am 11. und 12. Oktober nimmt Wirtschaftspartner Finnland in den Fokus

21.09.2017 | Veranstaltungen

6. Stralsunder IT-Sicherheitskonferenz im Zeichen von Smart Home

21.09.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

OLED auf hauchdünnem Edelstahl

21.09.2017 | Messenachrichten

Weniger (Flug-)Lärm dank Mathematik

21.09.2017 | Physik Astronomie

In Zeiten des Klimawandels: Was die Farbe eines Sees über seinen Zustand verrät

21.09.2017 | Geowissenschaften