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Wenn sich Orchideen teilweise auch auf Kosten des Pilzpartners ernähren

08.05.2006
Neueren Hinweise, dass manche der scheinbar autotrophen Orchideen sich teilweise auch auf Kosten des Pilzpartners ernähren, mit dem sie symbiotisch verbunden sind, will ein Bayreuther Projekt nachgehen. Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) bewilligte jetzt rund 155.000,- EUR zur weiteren Erforschung dieser bisher bei Pflanzen unbekannten Ernährungsweise, ihrer ökologischen Grundlagen und der ihr zugrunde liegenden Kommunikation zwischen Pflanzen und Pilzen.

Bayreuth (UBT). Die meisten Pflanzen leben in ihrem Wurzelraum in einer engen Partnerschaft mit Pilzen. Bei dieser als Mykorrhiza bezeichneten Symbiose versorgen in der Regel die Pflanzen den Pilzpartner mit Kohlenhydraten aus der Photosynthese und erhalten im Gegenzug mineralische Nährstoffe, die der Pilz über sein Mycel aus dem Boden effizienter aufnehmen kann. Diese Beziehung wird weltweit von einigen hundert Pflanzenarten unterlaufen, die chlorophyllfrei sind und somit keine Photosynthese mehr betreiben. Die als Mykoheterotrophie bezeichnete Ernährungsweise auf Kosten des Pilzpartners ist insbesondere bei Orchideen verbreitet.

Trotz der bekanntermaßen mykoheterotrophen Ernährung mancher chlorophyllfreier Orchideenarten wurde bisher für grünblättrige Orchideen eine vollständig autotrophe Ernährung angenommen, d.h. sie benötigen zum Aufbau ihrer Körpersubstanz nur anorganische Stoffe.

Häufigkeitsanalysen der stabilen Kohlenstoff- und Stickstoffisotope in Pflanzenproben liefern neuerdings Hinweise, dass manche der scheinbar autotrophen Orchideen sich teilweise auch auf Kosten des Pilzpartners ernähren. Diese partielle Mykoheterotrophie ist mit einem Wechsel des Pilzpartners verbunden und erlaubt den Orchideen ein Vordringen in den dunkelsten Schatten von Wäldern.

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Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) hat Professor Dr. Gerhard Gebauer Anfang Mai ein Projekt für zwei Jahre mit rund 155.000,- EUR zur weiteren Erforschung dieser bisher bei Pflanzen unbekannten Ernährungsweise, ihrer ökologischen Grundlagen und der ihr zugrunde liegenden Kommunikation zwischen Pflanzen und Pilzen bewilligt. Prof. Gebauer ist Leiter des 2005 in BayCEER neu eingerichteten Labors für Isotopen-Biogeochemie.

Jürgen Abel M. A. | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-bayreuth.de/

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