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Auf das Alter einstellen

21.04.2006
Uni-Wissenschaftler entwickeln altersgerechte Arbeitsbedingungen

An einem Projekt, das Forschungen zur Entwicklung altersgerechter Arbeitsumgebungen und Anwendungen zum Gegenstand hat, ist ein Team um Holle Greil, Professorin im Institut für Biochemie und Biologie der Universität Potsdam, beteiligt. Die Ergebnisse der Wissenschaftler haben das Ziel, humanbiologische Grundlagen für eine ergonomische Optimierung von Produkten für ältere Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer zu erarbeiten. Beispielsweise sollen die anthropometrischen Voraussetzungen für neue Tastaturen, Benutzeroberflächen von technischen Apparaten und Computerprogrammen oder für Büromöbel entwickelt werden, die ohne Einschränkungen auch von älteren Menschen bedient und genutzt werden können. Das Forschungsprojekt ist ein Auftrag der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin.

Es startete im Dezember letzten Jahres. Zum Untersuchungsprogramm gehört nicht nur die Feststellung von ergonomisch wichtigen Körpermaßen im Sitzen und im Stehen, sondern auch die Messung von Reich- und Greifweiten, von Bewegungswinkeln und Bewegungsräumen sowie von Körperkräften, insbesondere von Hand- und Fingerkräften. Zusätzlich werden bei den Probanden Parameter der Aufmerksamkeit und der Konzentrationsfähigkeit in Stresssituationen ermittelt. Dazu müssen die Versuchsteilnehmer am Computerbildschirm verschiedene Aufgaben lösen, während mit Hilfe eines computergestützten Messsystems so genannte Stressparameter wie Pulsfrequenz, Atemvolumen oder Hautleitfähigkeit ermittelt werden. "Um die altersabhängigen Veränderungen zu ermitteln, werden wir die Messdaten der 50- bis 70-Jährigen direkt mit denen von Probanden im Alter zwischen 20 und 30 Jahren vergleichen", erklärt Humanbiologin Andrea Voigt. Bei diesen vergleichenden Tests werden auch Ruhepausen eingelegt, um eine Belastung, wie sie am Arbeitsplatz auftritt, realistisch zu simulieren. Das für die Tests verwendete Messsystem wurde eigens für das Projekt angeschafft. Dieses Gerät erlaubt es den Wissenschaftlern, die Daten bereits während der Untersuchung in digitaler Form zu speichern und direkt auf den Computer zu übertragen, wo sie dann verarbeitet werden können.

Das Potsdamer Uni-Team sucht für das Forschungsprojekt nach männlichen und weiblichen Probanden. Sie sollten zwischen 50 und 70 oder zwischen 20 und 30 Jahre alt sein. Für die Teilnahme wird eine Aufwandsentschädigung gezahlt. Interessenten können sich bei Andrea Voigt im Institut für Biologie und Biochemie unter Tel: 0331/977-1923 oder per E-Mail: lia2006@uni-potsdam.de melden.

Andrea Benthien | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-potsdam.de

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