Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Fettleibigkeit: Verbreitete genetische Variante identifiziert

18.04.2006
Zwei Kopien der Variante C machen anfälliger

Wissenschafter der Boston University School of Medicine haben die erste verbreitete genetische Variante identifiziert, die das Risiko einer Fettleibigkeit deutlich erhöht. Das Team um Albert Herbert ermittelte eine kleine genetische Veränderung in einem DNA-Bereich nahe dem Gen INSIG2. Der DNA-Code besteht aus vier "Buchstaben". Eine einzelne Veränderung in diesem Bereich, von einem G zu einem C, macht einen Menschen anfälliger für Fettleibigkeit. Die Forscher gehen davon aus, dass diese Veränderung die Steuerung des Gens INSIG2 beeinflusst, das bei der Fettproduktion eine Rolle spielt. Die Ergebnisse der Studie wurden in Science veröffentlicht.

Die Wissenschafter haben nachgewiesen, dass ein Mensch mit zwei Kopien der Variante C um 22 Prozent eher einen BMI von über 30 hat. Bei diesem Wert wird die Grenze von übergewichtig zu fettleibig überschritten. Das Team untersuchte fast 87.000 Punkte des menschlichen Genoms, die Variationen zwischen den einzelnen Menschen sichtbar machen und brachte sie mit dem BMIs von mehr als 900 Menschen in Zusammenhang. Dabei konzentrierten sie sich auf Familien, die an der Framingham Heart Study teilnahmen.

Folgeuntersuchungen mit rund 9.000 Teilnehmern bestätigten den Zusammenhang zwischen der genetischen Variation und dem Auftreten der Fettleibigkeit. Die C-Variante erhöhte das Risiko bei Menschen mit Vorfahren aus Westeuropa, Afrika und Kindern. Rund zehn Prozent der untersuchten Bevölkerung verfügte über zwei Kopien dieser Mutation. Herbert schreibt, dass die C-Variante bei einer Gruppe von Krankenschwestern keinen starken Einfluss hatte. Er nimmt an, dass das darauf zurückzuführen sei, dass eher jene Frauen teilnahmen, die auf ihr Gewicht achteten. Menschen mit zwei Kopien der Variante C waren rund einen BMI Punkt schwerer als andere Menschen mit einer oder keiner Kopie dieser Variante. Carol Shoulders vom Imperial College London sieht dadurch ihre Annahme gestützt, dass diese genetische Variation einfach den Übergang von Übergewicht zu Fettleibigkeit ausmachen kann.

... mehr zu:
»BMI »Fettleibigkeit »Gen »Variation

Mehr als ein Drittel der Amerikaner ist fettleibig. Auch in anderen Ländern wird das Gewicht der Bevölkerung immer mehr zum Problem. Wissenschafter sagen laut New Scientist voraus, dass Gene das Risiko einer Fettleibigkeit in einem Ausmaß von 30 bis zu 70 Prozent beeinflussen können. Es wird jedoch immer wieder betont, dass Umweltfaktoren wie die Ernährung eine entscheidende Rolle spielen.

Michaela Monschein | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.bumc.bu.edu/busm
http://www.sciencemag.org
http://www.nhlbi.nih.gov/about/framingham

Weitere Berichte zu: BMI Fettleibigkeit Gen Variation

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Biowissenschaften Chemie:

nachricht Besser lernen dank Zink?
23.03.2017 | Gesellschaft Deutscher Chemiker e.V.

nachricht Raben: "Junggesellen" leben in dynamischen sozialen Gruppen
23.03.2017 | Universität Wien

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Biowissenschaften Chemie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Fliegende Intensivstationen: Ultraschallgeräte in Rettungshubschraubern können Leben retten

Etwa 21 Millionen Menschen treffen jährlich in deutschen Notaufnahmen ein. Im Kampf zwischen Leben und Tod zählt für diese Patienten jede Minute. Wenn sie schon kurz nach dem Unfall zielgerichtet behandelt werden können, verbessern sich ihre Überlebenschancen erheblich. Damit Notfallmediziner in solchen Fällen schnell die richtige Diagnose stellen können, kommen in den Rettungshubschraubern der DRF Luftrettung und zunehmend auch in Notarzteinsatzfahrzeugen mobile Ultraschallgeräte zum Einsatz. Experten der Deutschen Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin e.V. (DEGUM) schulen die Notärzte und Rettungsassistenten.

Mit mobilen Ultraschallgeräten können Notärzte beispielsweise innere Blutungen direkt am Unfallort identifizieren und sie bei Bedarf auch für Untersuchungen im...

Im Focus: Gigantische Magnetfelder im Universum

Astronomen aus Bonn und Tautenburg in Thüringen beobachteten mit dem 100-m-Radioteleskop Effelsberg Galaxienhaufen, das sind Ansammlungen von Sternsystemen, heißem Gas und geladenen Teilchen. An den Rändern dieser Galaxienhaufen fanden sie außergewöhnlich geordnete Magnetfelder, die sich über viele Millionen Lichtjahre erstrecken. Sie stellen die größten bekannten Magnetfelder im Universum dar.

Die Ergebnisse werden am 22. März in der Fachzeitschrift „Astronomy & Astrophysics“ veröffentlicht.

Galaxienhaufen sind die größten gravitativ gebundenen Strukturen im Universum, mit einer Ausdehnung von etwa zehn Millionen Lichtjahren. Im Vergleich dazu ist...

Im Focus: Giant Magnetic Fields in the Universe

Astronomers from Bonn and Tautenburg in Thuringia (Germany) used the 100-m radio telescope at Effelsberg to observe several galaxy clusters. At the edges of these large accumulations of dark matter, stellar systems (galaxies), hot gas, and charged particles, they found magnetic fields that are exceptionally ordered over distances of many million light years. This makes them the most extended magnetic fields in the universe known so far.

The results will be published on March 22 in the journal „Astronomy & Astrophysics“.

Galaxy clusters are the largest gravitationally bound structures in the universe. With a typical extent of about 10 million light years, i.e. 100 times the...

Im Focus: Auf der Spur des linearen Ubiquitins

Eine neue Methode ermöglicht es, den Geheimcode linearer Ubiquitin-Ketten zu entschlüsseln. Forscher der Goethe-Universität berichten darüber in der aktuellen Ausgabe von "nature methods", zusammen mit Partnern der Universität Tübingen, der Queen Mary University und des Francis Crick Institute in London.

Ubiquitin ist ein kleines Molekül, das im Körper an andere Proteine angehängt wird und so deren Funktion kontrollieren und verändern kann. Die Anheftung...

Im Focus: Tracing down linear ubiquitination

Researchers at the Goethe University Frankfurt, together with partners from the University of Tübingen in Germany and Queen Mary University as well as Francis Crick Institute from London (UK) have developed a novel technology to decipher the secret ubiquitin code.

Ubiquitin is a small protein that can be linked to other cellular proteins, thereby controlling and modulating their functions. The attachment occurs in many...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Lebenswichtige Lebensmittelchemie

23.03.2017 | Veranstaltungen

Die „Panama Papers“ aus Programmierersicht

22.03.2017 | Veranstaltungen

Über Raum, Zeit und Materie

22.03.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Besser lernen dank Zink?

23.03.2017 | Biowissenschaften Chemie

Lebenswichtige Lebensmittelchemie

23.03.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Innenraum-Ortung für dynamische Umgebungen

23.03.2017 | Architektur Bauwesen