Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Enzym im Stoffwechsel vieler Krankheitserreger stellt bislang größte mit NMR bestimmte Struktur dar

01.11.2001


Hochaufgelöste NMR-Struktur der 3,4-Dihydroxy,2-butanon,4-Phosphat-Synthase ermöglicht die Entwicklung von Leitstrukturen für eine völlig neue Klasse von Antibiotika

Das Enzym 3,4-Dihydroxy,2-butanon,4-Phosphat-Synthase (DHBPS) spielt eine wichtige Rolle bei der Synthese des Vitamins B12 (Riboflavin) in Mikroorganismen. Wissenschaftlern des Forschungsinstituts für Molekulare Pharmakologie (FMP) ist es kürzlich gelungen, die Raumstruktur des gelösten DHBPS-Enzyms des Bakteriums Escherichia coli mit Hilfe der Kernspinresonanz-Spektroskopie (NMR-Spektroskopie) aufzuklären. Dadurch wird es möglich, auf dem Wege des rationalen Drug Designs am Computer Stoffe zu entwickeln, die die Funktion des DHBPS innerhalb der Mikroorganismen hemmen und dadurch deren weitere Vermehrung verhindern.

Die Anwendung der Kernspinresonanz-Spektroskopie zur Bestimmung der Raumstruktur von Proteinen wird sehr stark durch die Größe der zu untersuchenden Moleküle begrenzt. Üblicherweise können mit Hilfe dieser Methode Proteine bis zu einer Größe von 20-25 kDa untersucht werden. Am FMP wird seit Jahren daran gearbeitet, diese Grenze nach oben auf ca. 50 kDa zu verschieben. Mit der Aufklärung des 47 kDa großen DHBPS-Moleküls sind die Wissenschaftler des FMP ihrem Ziel, insbesondere die Struktur der großen, pharmakologisch besonders spannenden Membranproteine klären zu können, einen großen Schritt näher gekommen.

Die ständig steigende Resistenz vieler Krankheitserreger gegenüber herkömmlichen Antibiotika erfordert neue Strategien bei der Entwicklung von entsprechender Medikamente. Ein vielversprechender Ansatz ist die Beeinflussung spezifischer Biosynthesewege, die ausschließlich in den Bakterienzellen, nicht aber im menschlichen Organismus vorkommen. Ein solcher Biosynthesemechanismus ist die Bildung des Riboflavins (Vitamin B12). Vitamin B12 wird in vielen Pflanzen und Mikroorganismen gebildet. Tiere oder Menschen können es jedoch nicht selber herstellen, sondern müssen es über die Nahrung aufnehmen. Eine Unterbrechung der für die Mikroorganismen lebensnotwendigen Vitamin B12-Synthese ist daher ein idealer Ansatzpunkt für die Entwicklung einer völlig neuen Klasse von Antibiotika.

Weitere Informationen erhalten Sie von der Pressestelle des FMP:
Dr. Patricia Béziat
Forschungsinstitut für Molekulare Pharmakologie
Campus Berlin-Buch
Robert-Rössle-Str. 10
13125 Berlin
Tel./Fax: 030-94793-102 / -109
E-Mail: beziat@fmp-berlin.de

Dr. Patricia Béziat | idw

Weitere Berichte zu: Antibiotikum Enzym FMP Krankheitserreger Mikroorganismus Vitamin

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Biowissenschaften Chemie:

nachricht Klimakiller Kuh: Methan-Ausstoß von Vieh könnte bis 2050 um über 70 Prozent steigen
27.03.2017 | Senckenberg Forschungsinstitut und Naturmuseen

nachricht Zirkuläre RNA wird in Proteine übersetzt
24.03.2017 | Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin in der Helmholtz-Gemeinschaft

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Biowissenschaften Chemie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Wegweisende Erkenntnisse für die Biomedizin: NAD⁺ hilft bei Reparatur geschädigter Erbinformationen

Eine internationale Forschergruppe mit dem Bayreuther Biochemiker Prof. Dr. Clemens Steegborn präsentiert in 'Science' neue, für die Biomedizin wegweisende Forschungsergebnisse zur Rolle des Moleküls NAD⁺ bei der Korrektur von Schäden am Erbgut.

Die Zellen von Menschen und Tieren können Schäden an der DNA, dem Träger der Erbinformation, bis zu einem gewissen Umfang selbst reparieren. Diese Fähigkeit...

Im Focus: Designer-Proteine falten DNA

Florian Praetorius und Prof. Hendrik Dietz von der Technischen Universität München (TUM) haben eine neue Methode entwickelt, mit deren Hilfe sie definierte Hybrid-Strukturen aus DNA und Proteinen aufbauen können. Die Methode eröffnet Möglichkeiten für die zellbiologische Grundlagenforschung und für die Anwendung in Medizin und Biotechnologie.

Desoxyribonukleinsäure – besser bekannt unter der englischen Abkürzung DNA – ist die Trägerin unserer Erbinformation. Für Prof. Hendrik Dietz und Florian...

Im Focus: Fliegende Intensivstationen: Ultraschallgeräte in Rettungshubschraubern können Leben retten

Etwa 21 Millionen Menschen treffen jährlich in deutschen Notaufnahmen ein. Im Kampf zwischen Leben und Tod zählt für diese Patienten jede Minute. Wenn sie schon kurz nach dem Unfall zielgerichtet behandelt werden können, verbessern sich ihre Überlebenschancen erheblich. Damit Notfallmediziner in solchen Fällen schnell die richtige Diagnose stellen können, kommen in den Rettungshubschraubern der DRF Luftrettung und zunehmend auch in Notarzteinsatzfahrzeugen mobile Ultraschallgeräte zum Einsatz. Experten der Deutschen Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin e.V. (DEGUM) schulen die Notärzte und Rettungsassistenten.

Mit mobilen Ultraschallgeräten können Notärzte beispielsweise innere Blutungen direkt am Unfallort identifizieren und sie bei Bedarf auch für Untersuchungen im...

Im Focus: Gigantische Magnetfelder im Universum

Astronomen aus Bonn und Tautenburg in Thüringen beobachteten mit dem 100-m-Radioteleskop Effelsberg Galaxienhaufen, das sind Ansammlungen von Sternsystemen, heißem Gas und geladenen Teilchen. An den Rändern dieser Galaxienhaufen fanden sie außergewöhnlich geordnete Magnetfelder, die sich über viele Millionen Lichtjahre erstrecken. Sie stellen die größten bekannten Magnetfelder im Universum dar.

Die Ergebnisse werden am 22. März in der Fachzeitschrift „Astronomy & Astrophysics“ veröffentlicht.

Galaxienhaufen sind die größten gravitativ gebundenen Strukturen im Universum, mit einer Ausdehnung von etwa zehn Millionen Lichtjahren. Im Vergleich dazu ist...

Im Focus: Giant Magnetic Fields in the Universe

Astronomers from Bonn and Tautenburg in Thuringia (Germany) used the 100-m radio telescope at Effelsberg to observe several galaxy clusters. At the edges of these large accumulations of dark matter, stellar systems (galaxies), hot gas, and charged particles, they found magnetic fields that are exceptionally ordered over distances of many million light years. This makes them the most extended magnetic fields in the universe known so far.

The results will be published on March 22 in the journal „Astronomy & Astrophysics“.

Galaxy clusters are the largest gravitationally bound structures in the universe. With a typical extent of about 10 million light years, i.e. 100 times the...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Rund 500 Fachleute aus Wissenschaft und Wirtschaft diskutierten über technologische Zukunftsthemen

24.03.2017 | Veranstaltungen

Lebenswichtige Lebensmittelchemie

23.03.2017 | Veranstaltungen

Die „Panama Papers“ aus Programmierersicht

22.03.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Rund 500 Fachleute aus Wissenschaft und Wirtschaft diskutierten über technologische Zukunftsthemen

24.03.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Förderung des Instituts für Lasertechnik und Messtechnik in Ulm mit rund 1,63 Millionen Euro

24.03.2017 | Förderungen Preise

TU-Bauingenieure koordinieren EU-Projekt zu Recycling-Beton von über sieben Millionen Euro

24.03.2017 | Förderungen Preise