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Elektroden machen Nervengift unschädlich

30.10.2001


Bundesforschungsminister fördert Projekt zur Oxidation von hochtoxischen Cyaniden an der Hochschule Niederrhein

Ein Forschungsprojekt, mit dem die hochgiftigen Salze der Blausäure - sogenannte Cyanide - unschädlich gemacht werden sollen, startet am 1. November an der Hochschule Niederrhein im Fachbereich Maschinenbau und Verfahrenstechnik. Die Professoren Dr. Norbert Nowack und Dr. Klaus Heger und ihr Forschungsteam beginnen dann mit Versuchen, bei denen auf elektrochemischen Wege Cyanide durch Verbindung mit Sauerstoff in ungefährliche Cyanten umgewandelt werden. Nach der Erprobung im Labor soll das Verfahren bei zwei Firmen in Dortmund und im Sauerland technisch erprobt und optimiert werden. Der Bundesforschungsminister und die Arbeitsgemeinschaft industrieller Forschungsvereinigungen fördern das Projekt mit knapp 200.000 Mark.

Cyanide entstehen bei der Oberflächen- und Härtereitechnik, bei der Gaswäsche und in Sondermülldeponien. Ab einer Konzentration von 0,1 Milligramm pro Liter töten sie Kleinstlebewesen und sind als Nervengift auch für Menschen hochtoxisch. Bei der Oxidation zersetzen sie sich in Karbonat und Ammoniak - sie "verseifen", wie die Chemiker sagen.

Bei der an der Hochschule Niederrhein angewandten Methode der Oxidation mittels Strom wird auf die Zuführung von Chemikalien verzichtet - die Umwelt wird also nicht belastet. "Allerdings sind die Reaktionspartner nicht immer willig", erklärt Prof. Dr. Nowack. Bei dem Forschungsprojekt geht es darum, die Elektroden so weit zu optimieren, dass die gewünschten Reaktionen erzeugt werden. Eine spätere Patentierung und damit die weitere Verbreitung des Verfahrens in der Industrie wird angestrebt.

Kontakt: Prof. Dr. Norbert Nowack, Tel. 02151-822429

Rudolf Haupt M.A. | idw

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