Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Schutz vor Herzvergrößerung

14.03.2006


Ist das Herz geschwächt, versucht es, seine verminderte Leistungskraft durch Vergrößerung der Herzmuskelzellen zu kompensieren. Mediziner sprechen in diesem Fall von einer Hypertrophie, einer krankhaften Vergrößerung des Herzens. Sie kann zum Beispiel eine Folge von Bluthochdruck sein. Jetzt hat eine Gruppe von Wissenschaftlern unter Führung des Max-Delbrück-Centrums für Molekulare Medizin (MDC) Berlin-Buch im Tierversuch nachgewiesen, dass ein bestimmtes Hormon, kurz CNP genannt, das Herz davor schützen kann, sich krankhaft aufzublähen. Die Arbeit von Dr. Thomas Langenickel, Jens Buttgereit und Prof. Michael Bader vom MDC in Zusammenarbeit mit Forschern der Charité - Universitätsmedizin Berlin, der Freien Universität Berlin und der Universitätsklinik Gießen haben jetzt die Proceedings of the National Academy of Sciences (PNAS)* in ihrer online-Ausgabe am Montag, den 13. März 2006 veröffentlicht.



Die Forscher untersuchten die so genannten natriuretischen Peptide. Das sind Hormone, die unter anderem den Wasserhaushalt des Körpers regulieren und dadurch in das Herz-Kreislauf-System eingreifen, in dem sie zum Beispiel den Blutdruck senken. Zu diesen Hormonen gehört auch das C-Typ natriuretische Peptid, abgekürzt CNP. Aus Versuchen in der Zellkultur hatten die Forscher Hinweise darauf, dass CNP vor Hypertrophie schützt. Das geschieht dadurch, dass CNP an den so genannten natriuretischen Peptid Rezeptor (NPR) B bindet und ihn damit aktiviert. Doch ist über diesen Rezeptor und seine Funktion für das Herz noch sehr wenig bekannt. Was dieser Prozess im lebenden Organismus bewirkt, untersuchten die Forscher in transgenen Laborratten. Sie stellten fest, dass in der Tat die Bindung von CNP an den B-Rezeptor ausschlaggebend dafür ist, das Herz vor krankhafter Vergrößerung zu schützen. War der NPR-B blockiert, erkrankten die Tiere an Hypertrophie.

... mehr zu:
»CNP »Hormon »Hypertrophie »Peptid


Cardiac hypertrophy in transgenic rats expressing a dominant negative mutant of the natriuretic peptide receptor B

Thomas H Langenickel *,¶,**,?? , Jens Buttgereit *,?,?,**, Ines Pagel Langenickel ?,¶ , Maren Lindner *, Jan Monti ?, Knut Beuerlein §, Nidal Al-Saadi ? , Ralph Plehm *, Elena Popova *, Jens Tank ?, Rainer Dietz ?, Roland Willenbrock ?,¨U, Michael Bader *,??

* Max-Delbrueck-Center for Molecular Medicine (MDC), Berlin-Buch, Germany
? Franz-Volhard-Clinic, Charité Campus Berlin-Buch, Humboldt-University, Berlin, Germany
? Department of Biology, Chemistry and Pharmacy, Free University of Berlin, Berlin-Dahlem, Germany
§ Rudolf-Buchheim-Institute for Pharmacology, University Clinics, Giessen, Germany
¶ Present address: National Heart, Lung, and Blood Institute, Bethesda, MD, USA
¨U Present address: St. Elisabeth Hospital, Halle, Germany
** Contributed equally

Pressestelle
Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin (MDC) Berlin-Buch
Barbara Bachtler
Robert-Rössle-Straße 10
13125 Berlin
Tel.: 0049/30/94 06 - 38 96
Fax: 0049/30/94 06 - 38 33

Barbara Bachtler | MDC Berlin
Weitere Informationen:
http://www.mdc-berlin.de/

Weitere Berichte zu: CNP Hormon Hypertrophie Peptid

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Biowissenschaften Chemie:

nachricht Sollbruchstellen im Rückgrat - Bioabbaubare Polymere durch chemische Gasphasenabscheidung
02.12.2016 | Gesellschaft Deutscher Chemiker e.V.

nachricht "Fingerabdruck" diffuser Protonen entschlüsselt
02.12.2016 | Universität Leipzig

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Biowissenschaften Chemie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Greifswalder Forscher dringen mit superauflösendem Mikroskop in zellulären Mikrokosmos ein

Das Institut für Anatomie und Zellbiologie weiht am Montag, 05.12.2016, mit einem wissenschaftlichen Symposium das erste Superresolution-Mikroskop in Greifswald ein. Das Forschungsmikroskop wurde von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) und dem Land Mecklenburg-Vorpommern finanziert. Nun können die Greifswalder Wissenschaftler Strukturen bis zu einer Größe von einigen Millionstel Millimetern mittels Laserlicht sichtbar machen.

Weit über hundert Jahre lang galt die von Ernst Abbe 1873 publizierte Theorie zur Auflösungsgrenze von Lichtmikroskopen als ein in Stein gemeißeltes Gesetz....

Im Focus: Durchbruch in der Diabetesforschung: Pankreaszellen produzieren Insulin durch Malariamedikament

Artemisinine, eine zugelassene Wirkstoffgruppe gegen Malaria, wandelt Glukagon-produzierende Alpha-Zellen der Bauchspeicheldrüse (Pankreas) in insulinproduzierende Zellen um – genau die Zellen, die bei Typ-1-Diabetes geschädigt sind. Das haben Forscher des CeMM Forschungszentrum für Molekulare Medizin der Österreichischen Akademie der Wissenschaften im Rahmen einer internationalen Zusammenarbeit mit modernsten Einzelzell-Analysen herausgefunden. Ihre bahnbrechenden Ergebnisse werden in Cell publiziert und liefern eine vielversprechende Grundlage für neue Therapien gegen Typ-1 Diabetes.

Seit einigen Jahren hatten sich Forscher an diesem Kunstgriff versucht, der eine simple und elegante Heilung des Typ-1 Diabetes versprach: Die vom eigenen...

Im Focus: Makromoleküle: Mit Licht zu Präzisionspolymeren

Chemikern am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) ist es gelungen, den Aufbau von Präzisionspolymeren durch lichtgetriebene chemische Reaktionen gezielt zu steuern. Das Verfahren ermöglicht die genaue, geplante Platzierung der Kettengliedern, den Monomeren, entlang von Polymerketten einheitlicher Länge. Die präzise aufgebauten Makromoleküle bilden festgelegte Eigenschaften aus und eignen sich möglicherweise als Informationsspeicher oder synthetische Biomoleküle. Über die neuartige Synthesereaktion berichten die Wissenschaftler nun in der Open Access Publikation Nature Communications. (DOI: 10.1038/NCOMMS13672)

Chemische Reaktionen lassen sich durch Einwirken von Licht bei Zimmertemperatur auslösen. Die Forscher am KIT nutzen diesen Effekt, um unter Licht die...

Im Focus: Neuer Sensor: Was im Inneren von Schneelawinen vor sich geht

Ein neuer Radarsensor erlaubt Einblicke in die inneren Vorgänge von Schneelawinen. Entwickelt haben ihn Ingenieure der Ruhr-Universität Bochum (RUB) um Dr. Christoph Baer und Timo Jaeschke gemeinsam mit Kollegen aus Innsbruck und Davos. Das Messsystem ist bereits an einem Testhang im Wallis installiert, wo das Schweizer Institut für Schnee- und Lawinenforschung im Winter 2016/17 Messungen damit durchführen möchte.

Die erhobenen Daten sollen in Simulationen einfließen, die das komplexe Geschehen im Inneren von Lawinen detailliert nachbilden. „Was genau passiert, wenn sich...

Im Focus: Neuer Rekord an BESSY II: 10 Millionen Ionen erstmals bis auf 7,4 Kelvin gekühlt

Magnetische Grundzustände von Nickel2-Ionen spektroskopisch ermittelt

Ein internationales Team aus Deutschland, Schweden und Japan hat einen neuen Temperaturrekord für sogenannte Quadrupol-Ionenfallen erreicht, in denen...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Von „Coopetition“ bis „Digitale Union“ – Die Fertigungsindustrien im digitalen Wandel

02.12.2016 | Veranstaltungen

Experten diskutieren Perspektiven schrumpfender Regionen

01.12.2016 | Veranstaltungen

Die Perspektiven der Genom-Editierung in der Landwirtschaft

01.12.2016 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Parkinson-Krankheit und Dystonien: DFG-Forschergruppe eingerichtet

02.12.2016 | Förderungen Preise

Smart Data Transformation – Surfing the Big Wave

02.12.2016 | Studien Analysen

Nach der Befruchtung übernimmt die Eizelle die Führungsrolle

02.12.2016 | Biowissenschaften Chemie