Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Veränderungen im DNA-Methylierungsmuster in Krebsstudien untersucht

30.10.2001


Die Epigenomics AG, ein transatlantisches, bei der Anwendung der DNA-Methylierung führendes Biotech-Unternehmen, und die MethylGene, Inc., ein biopharmazeutisches Unternehmen aus Kanada, haben heute die Zusammenarbeit bei der Untersuchung der Veränderungen der Gen(DNA)-Methylierung von Patienten vereinbart, die an klinischen Studien der zweiten Phase mit MG98 teilnehmen. MG98 ist ein Antisense-Oligonukleotid der zweiten Generation, das die DNA-Methyltransferase mRNA blockiert. Änderungen der DNA-Methylierungsmuster könnten im Voraus anzeigen, welche Patienten auf eine Behandlung mit MG98 ansprechen könnten. MethylGene führt zur Zeit mit seinem nordamerikanischen Partner, der MGI PHARMA, Inc., vielfältige Versuche der Phase II mit MG 98 bei verschiedenen Krebsindikationen durch.

Die Zusammenarbeit von Epigenomics und MethylGene erstreckt sich anfangs nur auf die laufenden oder geplanten Versuche der Phase II mit MG98 bei verschiedenen Arten von Tumoren einschließlich von Tumoren im Kopf und Nackenbereich sowie von Tumoren der Nierenzellen. Im Rahmen der Kollaboration erhält Epigenomics DNA-Proben, die von Patienten vor und nach der Behandlung mit MG98 entnommen werden, und identifiziert Veränderungen im DNA-Methylierungsmuster. Die DNA-Methylierung ist ein natürlich auftretender Vorgang, mit dem Zellen die Aktivität der Gene regulieren. Werden Gene nicht richtig methyliert, können Krankheiten auftreten, die sich durch den Vergleich der verschiedenen Methylierungsmuster mit denen einer normal funktionierenden Zelle nachweisen lassen. Finanzielle Einzelheiten der Zusammenarbeit wurden nicht veröffentlicht.

"Diese Studie stellt einen wichtigen Schritt unserer Strategie zur Einführung des Verfahrens der DNA-Methylierung auf einem unserer Hauptmärkte, der klinischen Pharmakogenetik, und nicht nur für den Forschungsbereich dar," kommentierte Alexander Olek, der Vorstandsvorsitzende der Epigenomics. "Dies ist die erste klinische Zusammenarbeit von Epigenomics mit einem Partner aus der Biopharmazeutik, von der wir uns eine Validierung unserer verfahrenstechnischen Plattform als auch unseres pharmakogenetischen Ansatzes erhoffen. Unser langfristiges Ziel ist es, diese Anwendung in die klinischen Routinen einzuführen."

MG98 zielt auf die mRNA des Kernenzyms DNA-Methytransferase, das für die Ruhigstellung der Tumor-Suppressor-Gene verantwortlich ist. Die Substanz von MethylGene hat die Reduzierung der Hypermethylierung der Tumor-Suppressor-Gene durch Blockieren der DNA-Methyltransferase und damit die mögliche Behandlung von Tumoren zum Ziel. Epigenomics untersucht die Methylierungsmuster verschiedener Arten von Krankheiten, einschließlich von Krebs, um diese Krankheiten bereits in einem frühen Stadium nachweisen und klassifizieren zu können. "Die Hypermethylierung der Tumor-Unterdrückungsgene tritt bei vielen Krebsarten auf," bemerkte Dr. Jeffrey Bestermann, Senior Vice President, Forschung und Entwicklung von MethylGene. "Wir haben bereits während unserer Versuche der Phase I ermutigende Veränderungen der DNA-Methyltransferase mRNA bei Patienten festgestellt, die mit unserer Substanz behandelt wurden. Wir hoffen, nicht nur die Pegel der DNA-Methyltransferase mRNA von Patienten sondern auch eine große Zahl von Schlüsselgenen untersuchen zu können, die für die Änderung der DNA-Methylierung verantwortlich sind, welche bei der Behandlung mit MG98 auftreten können. Diese Zusammenarbeit stellt eine natürliche Erweiterung unserer klinischen Überprüfung und Entwicklung der Pharmakogenetik von MG98 dar."

Epigenomics ist eine transatlantische Biotechnologiegesellschaft mit Hauptsitz in Berlin, Deutschland und der 100%igen Tochtergesellschaft in Seattle, Washington, Vereinigte Staaten, und versteht sich als Wegbereiter der individualisierten Therapien von morgen. Durch die Erkennung der DNA-Methylierungsmuster, den "an" und "aus" Schaltern für Gene, kann Epigenomics ein digitales Auslesen (Digital Phenotype(r)) für jedes Gewebe ermöglichen. Der Vergleich zwischen gesundem und krankem Gewebe erlaubt eine exakte Diagnose der Erkrankung in einem sehr frühen Stadium und enthüllt neue therapeutische Möglichkeiten. Die Kombination aus Diagnose und Therapie, auf Grundlage dieser epigenetischen Information und unserer geschützten Technologie, ebnet den Weg zur Verbesserung der Lebensqualität der Patienten. Epigenomics ist weltweit die erste und einzige Gesellschaft, die sich ausschließlich auf die DNA-Methylierung und ihren Einfluss im post-genomischen Zeitalter konzentriert und wird durch das weltweit beste Netzwerk an akademischen Forschern und Klinikern mit Expertise im Bereich von Krebsforschung und DNA-Methylierung unterstützt.

Die MethylGene Inc. ist ein in privatem Besitz befindliches kanadisches Unternehmen, das auf den Gebieten der Entwicklung sowohl biopharmazeutischer als auch chemischer Medikamente tätig ist und sich auf die Verhinderung der mit Krankheiten verbundenen "hochwertigen Enzym-targets" spezialisiert hat. Die MethylGene kombiniert funktionale genomische Verfahren mit der Anwendung von auf Mechanismen beruhenden kleine Molekülen und mRNA-Inhibitoren zur Entdeckung von Patenten sowie mit dem Ziel der Entwicklung und Kommerzialisierung neuer Therapeutika für Karzinome und Infektionskrankheiten. Das MG98 von MethylGene, für das für Nordamerika eine Partnerschaft mit der MGI PHARMA, Inc., besteht, befindet sich zur Zeit in vielfältigen klinischen Untersuchungen der Phase 2. Das Unternehmen verfolgt weitere Forschungs- und Entwicklungsprogramme für die Entwicklung von Kleinmolekül-Inhibitoren von DNA-Methyltransferasen, Histo-Deacetylasen, Beta-Lactamasen und weiterer Enzyme.

Diese Pressemitteilung mag auch in die Zukunft weisende Erklärungen enthalten, die gewissen Risikofaktoren und Ungewissheiten unterliegen, insbesondere was das Verfahren der Entdeckung, Erforschung, Entwicklung und Kommerzialisierung von bei der Therapie von Menschen nachweislich sicheren und effektiven Medikamenten, sowie auch in Bezug auf den Aufbau von geschäftlichen Aktivitäten rund um derartige potentiellen Produkte angeht. Der Leser wird daher vorsorglich darauf hingewiesen, dass die tatsächlichen Ergebnisse erheblich von den in dieser Pressemitteilung in Aussicht gestellten oder angenommenen abweichen können.

Alexander Olek | ots
Weitere Informationen:
http://www.methylgene.com/
http://www.epigenomics.com/

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Biowissenschaften Chemie:

nachricht Forscher finden Hinweise auf verknotete Chromosomen im Erbgut
20.10.2017 | Johannes Gutenberg-Universität Mainz

nachricht Aus der Moosfabrik
20.10.2017 | Albert-Ludwigs-Universität Freiburg im Breisgau

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Biowissenschaften Chemie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Hochfeldmagnet am BER II: Einblick in eine versteckte Ordnung

Seit dreißig Jahren gibt eine bestimmte Uranverbindung der Forschung Rätsel auf. Obwohl die Kristallstruktur einfach ist, versteht niemand, was beim Abkühlen unter eine bestimmte Temperatur genau passiert. Offenbar entsteht eine so genannte „versteckte Ordnung“, deren Natur völlig unklar ist. Nun haben Physiker erstmals diese versteckte Ordnung näher charakterisiert und auf mikroskopischer Skala untersucht. Dazu nutzten sie den Hochfeldmagneten am HZB, der Neutronenexperimente unter extrem hohen magnetischen Feldern ermöglicht.

Kristalle aus den Elementen Uran, Ruthenium, Rhodium und Silizium haben eine geometrisch einfache Struktur und sollten keine Geheimnisse mehr bergen. Doch das...

Im Focus: Schmetterlingsflügel inspiriert Photovoltaik: Absorption lässt sich um bis zu 200 Prozent steigern

Sonnenlicht, das von Solarzellen reflektiert wird, geht als ungenutzte Energie verloren. Die Flügel des Schmetterlings „Gewöhnliche Rose“ (Pachliopta aristolochiae) zeichnen sich durch Nanostrukturen aus, kleinste Löcher, die Licht über ein breites Spektrum deutlich besser absorbieren als glatte Oberflächen. Forschern am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) ist es nun gelungen, diese Nanostrukturen auf Solarzellen zu übertragen und deren Licht-Absorptionsrate so um bis zu 200 Prozent zu steigern. Ihre Ergebnisse veröffentlichten die Wissenschaftler nun im Fachmagazin Science Advances. DOI: 10.1126/sciadv.1700232

„Der von uns untersuchte Schmetterling hat eine augenscheinliche Besonderheit: Er ist extrem dunkelschwarz. Das liegt daran, dass er für eine optimale...

Im Focus: Schnelle individualisierte Therapiewahl durch Sortierung von Biomolekülen und Zellen mit Licht

Im Blut zirkulierende Biomoleküle und Zellen sind Träger diagnostischer Information, deren Analyse hochwirksame, individuelle Therapien ermöglichen. Um diese Information zu erschließen, haben Wissenschaftler des Fraunhofer-Instituts für Lasertechnik ILT ein Mikrochip-basiertes Diagnosegerät entwickelt: Der »AnaLighter« analysiert und sortiert klinisch relevante Biomoleküle und Zellen in einer Blutprobe mit Licht. Dadurch können Frühdiagnosen beispielsweise von Tumor- sowie Herz-Kreislauf-Erkrankungen gestellt und patientenindividuelle Therapien eingeleitet werden. Experten des Fraunhofer ILT stellen diese Technologie vom 13.–16. November auf der COMPAMED 2017 in Düsseldorf vor.

Der »AnaLighter« ist ein kompaktes Diagnosegerät zum Sortieren von Zellen und Biomolekülen. Sein technologischer Kern basiert auf einem optisch schaltbaren...

Im Focus: Neue Möglichkeiten für die Immuntherapie beim Lungenkrebs entdeckt

Eine gemeinsame Studie der Universität Bern und des Inselspitals Bern zeigt, dass spezielle Bindegewebszellen, die in normalen Blutgefässen die Wände abdichten, bei Lungenkrebs nicht mehr richtig funktionieren. Zusätzlich unterdrücken sie die immunologische Bekämpfung des Tumors. Die Resultate legen nahe, dass diese Zellen ein neues Ziel für die Immuntherapie gegen Lungenkarzinome sein könnten.

Lungenkarzinome sind die häufigste Krebsform weltweit. Jährlich werden 1.8 Millionen Neudiagnosen gestellt; und 2016 starben 1.6 Millionen Menschen an der...

Im Focus: Sicheres Bezahlen ohne Datenspur

Ob als Smartphone-App für die Fahrkarte im Nahverkehr, als Geldwertkarten für das Schwimmbad oder in Form einer Bonuskarte für den Supermarkt: Für viele gehören „elektronische Geldbörsen“ längst zum Alltag. Doch vielen Kunden ist nicht klar, dass sie mit der Nutzung dieser Angebote weitestgehend auf ihre Privatsphäre verzichten. Am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) entsteht ein sicheres und anonymes System, das gleichzeitig Alltagstauglichkeit verspricht. Es wird nun auf der Konferenz ACM CCS 2017 in den USA vorgestellt.

Es ist vor allem das fehlende Problembewusstsein, das den Informatiker Andy Rupp von der Arbeitsgruppe „Kryptographie und Sicherheit“ am KIT immer wieder...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Das Immunsystem in Extremsituationen

19.10.2017 | Veranstaltungen

Die jungen forschungsstarken Unis Europas tagen in Ulm - YERUN Tagung in Ulm

19.10.2017 | Veranstaltungen

Bauphysiktagung der TU Kaiserslautern befasst sich mit energieeffizienten Gebäuden

19.10.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Forscher finden Hinweise auf verknotete Chromosomen im Erbgut

20.10.2017 | Biowissenschaften Chemie

Saugmaschinen machen Waschwässer von Binnenschiffen sauberer

20.10.2017 | Ökologie Umwelt- Naturschutz

Strukturbiologieforschung in Berlin: DFG bewilligt Mittel für neue Hochleistungsmikroskope

20.10.2017 | Förderungen Preise