Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Berlin wird zur Zentrale eines europaweiten Systembiologie-Netzwerkes zur Bekämpfung von Krebs

08.03.2006


Max-Planck-Institut für molekulare Genetik koordiniert europäische Initiative zur Systembiologie komplexer Erkrankungen



Führende europäische Krebsforschungszentren und Bioinformatik-Gruppen wollen in den nächsten Jahren eine Infrastruktur errichten, welche die systembiologische Darstellung und Untersuchung von Krebserkrankungen ermöglicht. Das Projekt ESBIC-D (European Systems Biology Initiative for combating Complex Diseases) wird vom Berliner Max-Planck-Institut für molekulare Genetik (Prof. Dr. Hans Lehrach / Dr. Ralf Herwig) koordiniert. Die europäische Kommission fördert das Netzwerk im Rahmen des sechsten Forschungsrahmenprogramms mit insgesamt 350.000 Euro.



Auch nach Jahrzehnten intensiver Forschung stellt Krebs noch immer eines der dringendsten Probleme der Gesundheitsforschung dar. In jüngerer Zeit gelangen signifikante Erfolge bei der Behandlung seltener Krebsarten bei Kindern; bei der Bekämpfung der weit verbreiteten Tumorformen wurden bisher jedoch nur geringfügige Fortschritte erzielt. Auch erfolgreiche neuere Anti-Tumor-Wirkstoffe wie Herceptin oder Glivec können nur bei einen Teil der Patienten mit sehr individuellen Charakteristika eingesetzt werden.

Krebs entsteht durch Störungen in den komplexen biologischen Netzwerken des Organismus. Prävention, Diagnose und Therapie verlangen ein detailliertes Verständnis dieser Prozesse im gesunden und kranken Zustand. Im Rahmen der EBSIC-D sollen erstmalig Informationen der funktionellen Genomforschung mit physiologischen und klinischen Daten von Patienten kombiniert und in Form biologischer Abläufe im Computer dargestellt werden. Ziel der beteiligten Wissenschaftler ist die Errichtung einer europäischen Infrastruktur, die es erlaubt, Daten und Methoden führender Institute im Bereich der Krebsforschung und der Bioinformatik zu sammeln, auszuwerten und mit Hilfe von Modellbildung neu zu interpretieren.

Kontakt:
Dr. Ralf Herwig
Max-Planck-Institut für molekulare Genetik
Ihnestrasse 63-73
14195 Berlin

Tel.: 030-8413-1265
Fax: 030-8413-1380
Email: herwig@molgen.mpg.de

Über das Max Planck Institut für molekulare Genetik

Das Max Planck Institut für molekulare Genetik (MPIMG) arbeitet an der Analyse von Struktur und Funktion des Genoms von Mensch und anderen Organismen. Damit leistet es einen Beitrag zu einem umfassenden Verständnis biologischer Abläufe im Organismus und zur Aufklärung der molekularen Ursachen vieler menschlicher Erkrankungen. Ziel der gemeinsamen Anstrengung aller Arbeitsgruppen des MPIMG ist es, auf molekularem Niveau neue Einblicke in die Entstehung von Krankheiten zu gewinnen, um so zu einer Entwicklung neuer Behandlungsmethoden beizutragen.

In vier Abteilungen und einer Forschungsgruppe werden am Institut in Berlin-Dahlem chemische, biologische, mathematische und medizinische Grundlagenforschung miteinander verknüpft. Das Institut steht mit an der Spitze der internationalen Forschung und arbeitet in vielen Projekten eng mit anderen Forschungseinrichtungen zusammen. Ergänzt wird die wissenschaftliche Arbeit durch die Ausbildung zahlreicher Doktoranden und Nachwuchswissenschaftler aus der ganzen Welt.

ESBIC-D Partnereinrichtungen:

* Max-Planck-Institut für molekulare Genetik, Berlin
* Deutsches Krebsforschungszentrum, Heidelberg
* Association pour la recherche et le développement des méthodes et processus industriels, Paris, Frankreich
* Tel-Aviv University, Israel
* Paterson Institute for Cancer Research, Christie Hospital NHS Trust, Manchester, Großbritannien
* Institut Curie, Paris, Frankreich
* Medizinische Universität zu Graz, Österreich

Dr. Patricia Beziat | idw
Weitere Informationen:
http://pybios.molgen.mpg.de/ESBIC-D/
http://www.molgen.mpg.de

Weitere Berichte zu: MPIMG Organismus Planck Systembiologie-Netzwerk

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Biowissenschaften Chemie:

nachricht Stottern: Stoppsignale im Gehirn verhindern flüssiges Sprechen
12.12.2017 | Max-Planck-Institut für Kognitions- und Neurowissenschaften

nachricht Undercover im Kampf gegen Tuberkulose
12.12.2017 | Gesellschaft Deutscher Chemiker e.V.

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Biowissenschaften Chemie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Long-lived storage of a photonic qubit for worldwide teleportation

MPQ scientists achieve long storage times for photonic quantum bits which break the lower bound for direct teleportation in a global quantum network.

Concerning the development of quantum memories for the realization of global quantum networks, scientists of the Quantum Dynamics Division led by Professor...

Im Focus: Electromagnetic water cloak eliminates drag and wake

Detailed calculations show water cloaks are feasible with today's technology

Researchers have developed a water cloaking concept based on electromagnetic forces that could eliminate an object's wake, greatly reducing its drag while...

Im Focus: Neue Einblicke in die Materie: Hochdruckforschung in Kombination mit NMR-Spektroskopie

Forschern der Universität Bayreuth und des Karlsruhe Institute of Technology (KIT) ist es erstmals gelungen, die magnetische Kernresonanzspektroskopie (NMR) in Experimenten anzuwenden, bei denen Materialproben unter sehr hohen Drücken – ähnlich denen im unteren Erdmantel – analysiert werden. Das in der Zeitschrift Science Advances vorgestellte Verfahren verspricht neue Erkenntnisse über Elementarteilchen, die sich unter hohen Drücken oft anders verhalten als unter Normalbedingungen. Es wird voraussichtlich technologische Innovationen fördern, aber auch neue Einblicke in das Erdinnere und die Erdgeschichte, insbesondere die Bedingungen für die Entstehung von Leben, ermöglichen.

Diamanten setzen Materie unter Hochdruck

Im Focus: Scientists channel graphene to understand filtration and ion transport into cells

Tiny pores at a cell's entryway act as miniature bouncers, letting in some electrically charged atoms--ions--but blocking others. Operating as exquisitely sensitive filters, these "ion channels" play a critical role in biological functions such as muscle contraction and the firing of brain cells.

To rapidly transport the right ions through the cell membrane, the tiny channels rely on a complex interplay between the ions and surrounding molecules,...

Im Focus: Stabile Quantenbits

Physiker aus Konstanz, Princeton und Maryland schaffen ein stabiles Quantengatter als Grundelement für den Quantencomputer

Meilenstein auf dem Weg zum Quantencomputer: Wissenschaftler der Universität Konstanz, der Princeton University sowie der University of Maryland entwickeln ein...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Innovative Strategien zur Bekämpfung von parasitären Würmern

08.12.2017 | Veranstaltungen

Hohe Heilungschancen bei Lymphomen im Kindesalter

07.12.2017 | Veranstaltungen

Der Roboter im Pflegeheim – bald Wirklichkeit?

05.12.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Mit Quantenmechanik zu neuen Solarzellen: Forschungspreis für Bayreuther Physikerin

12.12.2017 | Förderungen Preise

Stottern: Stoppsignale im Gehirn verhindern flüssiges Sprechen

12.12.2017 | Biowissenschaften Chemie

E-Mobilität: Neues Hybridspeicherkonzept soll Reichweite und Leistung erhöhen

12.12.2017 | Energie und Elektrotechnik