Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Kostengünstige Einspritzer für Biologen

24.02.2006


Das Einschleusen von Genen mit Hilfe feinster Kanülen in eine lebende Zelle gehört in der Forschung schon fast zur Routine. Doch viele Zelle platzen, wenn man etwas einspritzt. Ein Mikroinjektionschip, der auf der Messe MEDTEC gezeigt wird, arbeitet kontrolliert und genau.

... mehr zu:
»Biologe »Flüssigkeit »Nadel »Zelle

Substanzen wie zum Beispiel Gene in eine lebende Zelle zu injizieren erfordert viel Erfahrung und Geschick. Zellbiologen und Gentechniker arbeiten mit Flüssigkeitsmengen von nur wenigen Milliardstel Millilitern. Meist nutzen sie dazu kommerzielle Injektionssysteme, die aus Nadel, Pumpe und Verbindungsschlauch bestehen. Dieses makroskopische System ist jedoch nicht optimal für das Einbringen von Flüssigkeiten in mikroskopisch kleine Zellen. "Laboranten, die nicht viel Erfahrung haben, bringen die Zelle bei der Mikroinjektion oft zum Platzen, denn sie haben das Volumen nicht im Griff", weiß Thomas Velten, der am Fraunhofer-Institut für Biomedizinische Technik IBMT die Arbeitsgruppe Miniaturisierte Systeme leitet.

"Um die Fehlerrate zu senken und die ganze Prozedur zu vereinfachen, haben wir einen Injektionschip entwickelt, den wir mit ähnlichen Verfahren wie in der Mikroelektronik fertigen können. Alle Teile sind aufeinander abgestimmt: Nadel, Pumpe, Vorratsbehälter, Beobachtungsfenster aus Glas oder Quarz sind die wichtigsten", erläutert der Wissenschaftler. Die Chips, die nur wenige Kubikmillimeter messen, lassen sich auf Wafern mit zehn Zentimetern Durchmesser günstig herstellen - 180 Stück passen auf einen Wafer. Nun suchen die Entwickler nach Kooperationspartnern, um das Design zu optimieren und den Chip in großer Serie zu fertigen. Interessenten können am Fraunhofer-Gemeinschaftsstand Halle 5, Stand 1427 auf der MEDTEC mehr über das Thema erfahren - die medizintechnische Fachmesse findet vom 7. bis 9. März in Stuttgart statt.


Die Handhabung des Chips ist einfach: Er wird in die einzuspritzende Lösung getaucht. Dort saugt er sich voll. Das genügt für mehrere Hundert Injektionen. Unter dem Mikroskop positioniert der Laborant eine Zelle vor der Nadel, sticht sie an und drückt den Startknopf. Ein winziges Heizelement im Chip erwärmt Luft. Sie dehnt sich aus und verdrängt ein reproduzierbar kleines Volumen der Flüssigkeit, das schließlich an der Nadelspitze austritt. Die Temperatur bleibt unter 42 °C, um keine empfindlichen Inhaltsstoffe zu zerstören. Der Chip kann auch von einem Injektionsroboter bedient werden. Dies senkt die Fehlerrate noch einmal und erhöht die Genauigkeit.

Marion Horn | Fraunhofer-Gesellschaft
Weitere Informationen:
http://www.fraunhofer.de/fhg/press/pi/2006/02/Mediendienst2-2006-Thema2.jsp

Weitere Berichte zu: Biologe Flüssigkeit Nadel Zelle

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Biowissenschaften Chemie:

nachricht Stammzellen verlassen Blutgefäße in strömungsarmen Zonen des Knochenmarks
17.02.2017 | Max-Planck-Institut für molekulare Biomedizin, Münster

nachricht Der Entropie auf der Spur
17.02.2017 | Empa - Eidgenössische Materialprüfungs- und Forschungsanstalt

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Biowissenschaften Chemie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Durchbruch mit einer Kette aus Goldatomen

Einem internationalen Physikerteam mit Konstanzer Beteiligung gelang im Bereich der Nanophysik ein entscheidender Durchbruch zum besseren Verständnis des Wärmetransportes

Einem internationalen Physikerteam mit Konstanzer Beteiligung gelang im Bereich der Nanophysik ein entscheidender Durchbruch zum besseren Verständnis des...

Im Focus: Breakthrough with a chain of gold atoms

In the field of nanoscience, an international team of physicists with participants from Konstanz has achieved a breakthrough in understanding heat transport

In the field of nanoscience, an international team of physicists with participants from Konstanz has achieved a breakthrough in understanding heat transport

Im Focus: Hoch wirksamer Malaria-Impfstoff erfolgreich getestet

Tübinger Wissenschaftler erreichen Impfschutz von bis zu 100 Prozent – Lebendimpfstoff unter kontrollierten Bedingungen eingesetzt

Tübinger Wissenschaftler erreichen Impfschutz von bis zu 100 Prozent – Lebendimpfstoff unter kontrollierten Bedingungen eingesetzt

Im Focus: Sensoren mit Adlerblick

Stuttgarter Forscher stellen extrem leistungsfähiges Linsensystem her

Adleraugen sind extrem scharf und sehen sowohl nach vorne, als auch zur Seite gut – Eigenschaften, die man auch beim autonomen Fahren gerne hätte. Physiker der...

Im Focus: Weltweit genaueste und stabilste transportable optische Uhr

Optische Strontiumuhr der PTB in einem PKW-Anhänger – für geodätische Untersuchungen, weltweite Uhrenvergleiche und schließlich auch eine neue SI-Sekunde

Optische Uhren sind noch genauer als die Cäsium-Atomuhren, die gegenwärtig die Zeit „machen“. Außerdem benötigen sie nur ein Hundertstel der Messdauer, um eine...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

ANIM in Wien mit 1.330 Teilnehmern gestartet

17.02.2017 | Veranstaltungen

Ökologischer Landbau: Experten diskutieren Beitrag zum Grundwasserschutz

17.02.2017 | Veranstaltungen

Von DigiCash bis Bitcoin

16.02.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Stammzellen verlassen Blutgefäße in strömungsarmen Zonen des Knochenmarks

17.02.2017 | Biowissenschaften Chemie

LODENFREY setzt auf das Workforce Mangement von GFOS

17.02.2017 | Unternehmensmeldung

50 Jahre JULABO : Erfahrung – Können & Weiterentwicklung!

17.02.2017 | Unternehmensmeldung