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Gemeinschaft Deutscher Kryobanken (GeDeK) gegründet

22.02.2006


In St. Ingbert (Saarland) wurde die "Gemeinschaft Deutscher Kryobanken (GeDeK)" gegründet und hat ihre gemeinnützige Arbeit aufgenommen. Der Zweck des Vereins ist die Förderung interdisziplinärer Forschung und Entwicklung sowie der Standardisierung auf den Gebieten der Kryobiologie, Kryomedizin und Kryobiotechnologie. Es ist das vordringliche Anliegen des Vereins, eine bundesweite, offene und standardisierte Plattform für die gesicherte, geschützte und langfristige Probendeponierung einschließlich zugehöriger Datenhaltung mit vertrauenswürdiger Informationsverarbeitung zu unterstützen und zu deren Qualitätssicherung beizutragen.



Die Tieftemperaturlagerung biologischer Proben (Kryokonservierung) ist ein seit vielen Jahrzehnten, insbesondere in der medizinischen und biotechnologischen Forschung & Entwicklung, etabliertes Verfahren mit hohem Zukunftspotenzial. Sie stellt derzeit die einzige Möglichkeit dar, Zellen und kleinvolumige Gewebe höherer Organismen und des Menschen über nahezu beliebige Zeiträume (Jahrzehnte, ggf. Jahrhunderte) hinweg zu lagern. Die Zellen sind im tiefgefrorenen Zustand in Nährlösungen hinsichtlich ihrer biochemischen Reaktionen vollständig passiv, d.h. der Stoffwechsel ist unter diesen Bedingungen zum Erliegen gekommen, so dass das biologische System unverändert und ohne Verlust der Vitalität überdauert. Es handelt sich um die unverfälschteste Form der Langzeitlagerung lebenden Materials, über die die Biotechnologie verfügt.

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»Biotechnologie »GeDeK »Kryobanken »Probe


Zur Lagerung derartiger Proben dienen Kryobanken. Diese bestehen im Wesentlichen aus den Kryobehältern, den darin deponierten, in Substraten abgelegten Proben, einer sicheren Tieftemperaturversorgung, analytischen und präparativen Kryolaboratorien sowie einer Dokumentation und Verwaltung der Proben mit zugehörigen Daten und Datenbanken. Auch die Ablage toter, aber für analytische Zwecke mit höchster Reinheit präparierter Proben, wie sie beispielsweise in den Umweltbanken des Bundes abgelegt wurden, hat sich nach dem Prinzip der Tieftemperaturlagerung bewährt. Es besteht heute kein Zweifel darüber, dass in Zukunft die Biotechnologie, die Medizin, die Medikamenten-Entwicklung, der Umweltschutz, aber auch die Landwirtschaft im Rahmen eines gesundheitsorientierten und risikominimierten Qualitätsmanagements ohne eine Lagerung, Depot- und Referenzhaltung lebender und fixierter Proben nicht mehr auskommen wird. Die Kryobanken des Landes stellen daher einen einzigartigen und unersetzbaren Wert sowie die Voraussetzung für die zukünftige Entwicklung der Medizin und Biotechnologie dar. In einer Vielzahl der in Deutschland bereits seit langem etablierten Kryobanken werden seit Jahrzehnten wertvolle Bioressourcen verwaltet und unersetzbare Sammlungen für die uns nachfolgenden Generationen angelegt. Im Zuge der Entwicklung der Biotechnologie und der regenerativen Medizin nimmt die Bedeutung der Kryobanken derzeit rapide zu. Insbesondere die Tieftemperaturtechnologie wird in den nächsten Jahren und Jahrzehnten eine Blüte erleben. Eine gemeinsame Interessenvertretung und Fokussierung der Ziele für die bestehenden als auch zu erwartenden Kryobanken wurde daher von verschiedener Seite gefordert. Diese Lücke wurde nun durch Gründung einer gemeinsamen Interessenvertretung geschlossen.

Zur Gründung der Gemeinschaft fanden sich Vertreter namhafter Kryobanken, wie der Deutschen Sammlung für Mikrorganismen und Zellen (DSMZ, Braunschweig), des European Mouse Mutant Archive (EMMA, München), der Umweltprobenbank des Bundes (Schmallenberg, Münster, Trier), der TU Berlin (Lehrstuhl für Prozess-wissenschaften), des Forschungszentrums caesar (Bonn) sowie der Kryoforschungs- und Demonstrationsbank der Fraunhofer-Gesellschaft (eurocryoSaar, Sulzbach) als auch Persönlichkeiten aus der Wissenschaft und Technik am Fraunhofer-Institut für Biomedizinische Technik (IBMT) zusammen. Nunmehr steht den Betreibern wissenschaftlich basierter Kryobanken ein Netzwerk zur Verfügung, das Kryobanken aus allen Bereichen der Forschung, größeren Klinika und staatlicher Organisationen, aber auch industriellen Einrichtungen eine Plattform zur Harmonisierung als auch Repräsentation des Kryowesens auf nationaler und internationaler Ebene bietet. Professor Günter R. Fuhr, Direktor des Fraunhofer IBMT, wurde zum ersten Vorsitzenden der Gemeinschaft gewählt.

Ansprechpartner:
Prof. Dr. Günter R. Fuhr Telefon: 06894 / 980 - 100
Ensheimer Straße 48 Fax: 06894 / 980 - 110
66386 St. Ingbert guenter.fuhr@ibmt.fraunhofer.de

Annette Maurer | idw
Weitere Informationen:
http://www.ibmt.fhg.de/

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